Full text: Einstweilen wird es Mittag (154)

Einstweilen wird es Mittag 
„Der Film baut auf der richtungsweisenden soziologischen Untersuchung ‚Die Arbeiter 
von Marienthal‘ aus dem Jahr 1933 auf. Marie Jahoda, Paul Lazarsfeld und Hans Zeisel 
hatten damals die Situation der Arbeitslosen in der niederösterreichischen Gemeinde 
Marienthal erforscht, in der es nach der Schließung einer Textilfabrik sehr viele Arbeitlose 
[sic] gab. Die Soziologen kamen zu folgendem Ergebnis: Es gibt unter den 
Arbeitslosen vier Typen. Die einen sind auch innerlich ungebrochen, die zweiten sind 
resigniert, die dritten verzweifelt und die vierten verwahrlost und apathisch.“ 
 
Quelle: http://de.labournet.tv/video/5737/einstweilen-wird-es-mittag 
 
„Karin Brandauers Film basiert auf der berühmten soziologischen Studie ‚Die Arbeitslosen 
von Marienthal‘. Wie ‚Teilnehmer an einer Expedition ins Unbekannte‘ fühlen sich 1932 die 
jungen Wissenschaftler beim Verlassen des Psychologischen Instituts der Wiener 
Universität, als sie nach Weissenberg, einem Industriedorf, aufbrechen. Sie sind voller 
Begeisterung für die Wissenschaft. Sie vertrauen auf ihre Objektivität. Sie glauben an ihre 
Funktion bei der Verbesserung der Welt. In Weissenberg ist die Textilfabrik in Konkurs 
gegangen. Sie war der wichtigste Arbeitgeber. Die Lebenssituation der arbeitslos 
Gewordenen verändert sich. Gewissenhaft notieren die Sozialforscher das Verhalten der 
Menschen. Doch vor Ort sehen sie sich weniger erkenntnistheoretischen Deduktionen als 
sozialen Problemen gegenüber. Die Solidarität unter den Arbeitslosen zerbricht, als 
Arbeitskräfte zum Abbruch der Fabrik gesucht werden; die Wissenschaftler verlassen ihre 
Objektivität. Es ist der Versuch, gleichzeitig zu beobachten und zu helfen, doch das Ergebnis 
ist fraglich. Immer mehr greift völkischer Geist auf das kleine Dorf über ...“ 
 
Quelle: http://www.amazon.de/Einstweilen-wird-Mittag-Karin-Brandauer/dp/B003YJ98P2
        

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