Full text: Bildungsschranken aktiv überwinden

106 Fensterputzer, schleppte Kohlensäcke, schaufelte Schnee. Nicht selten bekam er aber nicht einmal diese Jobs, weil überall Menschen dringend Arbeit suchten. 1937 fand er wieder Nachhilfeschüler, bekam wegen seiner außergewöhnlich guten Lernerfolge ein Stipendium und auch das Mittagessen wurde ihm vom „Professorentisch“ bezahlt. Das war eine Einrichtung von jüdischen Professoren für bedürftige Studenten. Er schaffte den Studienabschluss in sechs Semestern und begann seinen Dienst beim Bezirksgericht Horn, übersiedelte bald beruflich nach Krems und wurde danach zum Richter und Amtsleiter des Bezirksgerichtes Langenlois bestellt. Später wechselte er ins auswärtige Amt, alles Weitere ist bekannt. Er wurde Außenminister und schließlich Bundespräsident. (vgl. Schenz, 1984) Wieder zeigen sich hervorragende persönliche Eigenschaften in Kombination mit großer sozialer Bedürftigkeit. Durch Erwerbsarbeit neben dem Studium und in den Ferien musste Kirchschläger ständig gegen die finanzielle Not ankämpfen. Ein Stipendium erleichterte seine Situation sehr, sodass er seine Ausbildung schließlich und endlich erfolgreich abschließen konnte. Mit seiner hart erkämpften Ausbildung legte er die Basis für seine spätere erfolgreiche Berufslaufbahn. Menschen mit einer guten Bildung und Ausbildung haben in fast jeder Gesellschaft bessere und mehr Möglichkeiten ein zufriedenstellendes Auslangen zu finden. Nicht selten führen sie ihre besonderen beruflichen Qualifikationen in Spitzenpositionen in Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Ohne ausreichende Qualifikationen wird nicht nur der Wettbewerb um Arbeitsplätze härter, auch die Qualität, unter denen einer Erwerbsarbeit nachgegangen werden muss, leidet darunter. So meinte ein Polier, dem ich als Leiharbeiter unterstellt war zurecht zu mir: „Hättest etwas gelernt, müsstest du dich von mir nicht unterweisen lassen.“ (Hofer, S.59) Ein kurzfristiges Handeln verleitet oft junge Menschen der Bildung und Ausbildung keinen besonderen Wert beizumessen. So erzählte der inzwischen in Frühpension

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