Full text: Ein Dach über dem Kopf (8)

Arbeit&Wirtschaft 8/201344 Rück-Blog
Der blog.arbeit-wirtschaft.at ergänzt die 
Printausgabe der „A&W“ als digitales 
 Informations- und Diskussionsforum. 
DIE MEISTGELESENEN BEITRÄGE 
DER LETZTEN 30 TAGE: 
 » Mit John Maynard Keynes aus der  Krise
(Markus Marterbauer) 
 » Neue Bundesregierung: Wollen wir
 etwas? (Markus Marterbauer)
 » Der Mythos der Wettbewerbsfähigkeit 
und seine Widersprüchlichkeiten (Florian 
Schall)
 » Die Atypisierung der Arbeitswelt und
ihre Folgen (Norman Wagner)
 » Ist die Kritik am Europäischen Stabi-
litätsmechanismus (ESM) berechtigt? 
 (Georg Feigl)
Der Kommentar von Markus Marterbauer 
„Neue Bundesregierung: Wollen wir et-
was?“ aus der A&W 7/2013 ist unter 
den Top 5 der meistgelesenen Beiträge.
MIT JOHN MAYNARD KEYNES 
AUS DER KRISE 
Markus Marterbauer befasst sich in dem 
Blogbeitrag mit dem Ökonomen John 
Maynard Keynes, dessen Werk aufgrund 
der wirtschaftlichen und politischen He-
rausforderungen Europas in der gegenwär-
tigen Finanzkrise wieder verstärkt Auf-
merksamkeit gewidmet wird. Gerechtfer-
tigt meint Marterbauer: Keynes war 
engagiert im Kampf um seine wirtschafts-
politischen Überzeugungen und es lassen 
sich auch zahlreiche Parallelen zwischen 
der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre 
und der aktuellen Finanz- und Wirt-
schaftskrise seit 2007 erkennen. Heute wie 
damals gibt es verheerende Folgen nicht 
ausreichend regulierter Finanzmärkte, 
Massenarbeitslosigkeit und ein Versagen 
der auf der neoklassischen Wirtschafts-
theorie basierenden Wirtschaftspolitik.
Lesen Sie nach: tinyurl.com/para7lx  
MYTHOS WETTBEWERBS FÄHIGKEIT 
UND SEINE WIDERSPRÜCHLICHKEITEN
Florian Schall studiert Volkswirtschaft 
und Sozioökonomie an der WU. Er 
nimmt die oft zitierte „internationale 
Wettbewerbsfähigkeit“ unter die Lupe. 
Der Tenor des aktuellen Diskurses redu-
ziert sich auf die Kernaussage: je schlech-
ter die Lohnentwicklung und je niedriger 
die Steuerleistung, desto höher die inter-
nationale Wettbewerbsfähigkeit. Doch 
diese Auffassung stützt sich auf quantita-
tive Wettbewerbsindikatoren, die aus-
schließlich auf Kosten bzw. Preise abstel-
len. Dabei wird ein negativer Zusammen-
hang zwischen Wettbewerbsfähigkeit und 
Lohnstückkosten vermittelt. Empirisch ist 
aber nachgewiesen, dass eine Reduktion 
der Lohnstückkosten in keinem Zusam-
menhang mit einer höheren Wirtschafts-
leistung steht. Hohe Lohnstückkosten 
sind ein Zeichen hoher Wertschöpfung, 
diese wiederum ist eine unmittelbare Fol-
ge von hoher Produktivität und damit ho-
her Wettbewerbsfähigkeit. Schall kommt 
daher zu dem Schluss, dass die Ausfüh-
rungen der Diskursprotagonisten über in-
ternationale Wettbewerbsfähigkeit voller 
inhaltlicher Widersprüche und konzeptu-
eller Schwächen sind.
Lesen Sie nach: tinyurl.com/qbl52r8
DIE ATYPISIERUNG DER ARBEITSWELT 
UND IHRE FOLGEN
Norman Wagner präsentiert aktuelle Zah-
len der Statistik Austria, die bestätigen: Die 
Zahl der atypisch Beschäftigten nimmt 
weiter zu, der Anteil zeitlich unbegrenzter 
Vollzeitbeschäftigter geht zurück. Un-
selbstständig atypische Beschäftigung 
stieg seit 2004 um fast ein Drittel an. Ihr 
Anteil an der Gesamtzahl der unselbst-
ständig  Beschäftigten beträgt mittlerweile 
31,2 Prozent. Fast der gesamte Beschäfti-
gungsanstieg von 2000 bis 2012 lässt sich 
auf den Anstieg von Teilzeitbeschäftigung 
zurückführen. Die Zahl geringfügig und 
teilzeitbeschäftigter Frauen könnte bald 
höher sein als jene der vollzeitbeschäftig-
ten. Ein relevanter Anstieg von Vollzeit-
arbeitsplätzen scheint unwahrscheinlich. 
Für Betroffene bringt atypische Beschäfti-
gung mitunter Vorteile, Teilzeitbeschäfti-
gung kann z. B. Kinderbetreuung erleich-
tern. Die Nachteile – geringe Arbeitsplatz-
sicherheit von befristet Beschäftigten oder 
Leiharbeitskräften, kein Urlaubs- und 
Weihnachtsgeld freier DienstnehmerIn-
nen, oftmals keine soziale Absicherung von 
geringfügig Beschäftigten und in der Fol-
ge keine oder nur eine niedrige Pension im 
Alter – sollten allerdings nicht übersehen 
werden. Wagner weist darauf hin, wie 
wichtig es ist, Arbeitsplätze zu schaffen, 
die eine  finanzielle und soziale Absiche-
rung der Erwerbstätigen gewährleisten.
Lesen Sie nach: tinyurl.com/orpmgms
KRITIK AM EUROPÄISCHEN 
STABILITÄTSMECHANISMUS (ESM)
Mit der Frage nach der Berechtigung des 
Europäischen Stabilitätsmechanismus 
(ESM) beschäftigte sich Georg Feigl, Re-
ferent für öffentliche Haushalte der AK 
Wien. Der ESM ist seit Längerem Ziel-
scheibe der Kritik am Krisenmanagement 
der EU – in der öffentlichen Diskussion 
beruhen die Informationen allerdings oft-
mals auf unrichtigen Darstellungen oder 
Unklarheiten über seine Funktionen und 
die Verlustrisiken.  Feigl stellt die Funkti-
onsweise des ESM dar und klärt über 
„Haftungen“, Verlustrisiken und Alterna-
tiven auf. Insbesondere weist er darauf hin, 
dass ein Scheitern der Eurozone weitaus 
höhere politische und realwirtschaftliche 
Kosten verursachen würde, als die behaup-
teten finanziellen Risiken des ESM.
Lesen Sie nach: tinyurl.com/qcqtewp
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informative  Beiträge unserer Expertinnen 
und Experten lesen Sie unter
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