Full text: Ein Dach über dem Kopf (8)

Arbeit&Wirtschaft 8/20136 Aus AK und Gewerkschaften
IGB:
Sterben für den Fußball
Bauarbeiter werden wie Sklaven gehalten, Hungerlöhne, keine Rechte.
2022 soll die Fußball-WM in Katar statt-
finden. Katar gilt als reichstes Land der 
Erde. Beim Bau der WM-Stadien macht 
sich das nicht bemerkbar: Nepalesische 
Bauarbeiter werden wie Sklaven gehalten, 
arbeiten unter menschenunwürdigen und 
lebensgefährlichen Bedingungen. Schon 
jetzt gibt es Hunderte tote Bauarbeiter. 
Bis zur WM werden wahrscheinlich 
bis zu 4.000 Arbeiter sterben, schätzt 
der Internationale Gewerkschaftsbund 
(IGB). Die Veranstalter lässt das alles 
kalt: FIFA-Chef Joseph Blatter bedau-
erte zwar die Todesfälle, sagte aber, der 
Fußball-Weltverband wäre für Arbeits-
bedingungen in Katar nicht zuständig. 
An einen anderen Ort denkt Blatter 
nicht. „Wir wollen Katar, wir ziehen das 
durch.“ Der Anwalt Ramesh Badal aus 
der nepalesischen Gewerkschaft GE-
FONT vertritt nepalesische  Arbeiter, 
die in Katar gearbeitet haben. „Was in 
Katar geschieht, ist moderne Sklaverei“, 
berichtete er. „Die Arbeiter haben keine 
Rechte, die vereinbarte Bezahlung wird 
nicht eingehalten, sie hausen in Räumen 
ohne Fenster, für 40 Personen gibt es ein 
einziges WC. Dagegen hilft nur ein 
weltweiter Aufschrei.“ Die FIFA habe es 
in der Hand, die Lage zu ändern, so Ba-
dal, daher müsse der Druck dorthin ver-
stärkt werden. Der marokkanische Fuß-
baller Abdeslam Ouaddou spielte bei 
einem Verein in Katar: „Ich war in einer 
anderen Lage als die Arbeiter aus Nepal 
oder Bangladesch, denn ich bin Fuß-
baller“, sagte er. „Deshalb habe ich die 
Verantwortung und die Pflicht, den 
Menschen die Augen über die un-
menschlichen Bedingungen in Katar zu 
öffnen. Die Praktiken, die es hier gibt, 
sind aus einem anderen Jahrhundert.“ 
Tim Noonan (IGB) leitet die Kampa-
gne „Re-Run the Vote“. „Es ist eine 
Schande, dass so ein schönes und wich-
tiges Ereignis, die Fußball-WM, auf 
Sklaverei aufbaut.“ Zwei Jahre lang hät-
te der IGB auf die Lage aufmerksam ge-
macht, nichts sei geschehen. „Jetzt hat 
das Schweigen ein Ende, aber jeder Tag 
ohne Veränderung heißt ein toter Arbei-
ter mehr. Daher muss jetzt der Druck 
 verstärkt werden. Jeder einzelne Mensch 
auf der Welt kann helfen, die Verände-
rung können wir aber nur gemeinsam 
 erreichen.“
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Arbeiterkammer:
Checkliste für Wohnkredite
Vorsicht bei Kreditaufnahme, die AK hat Tipps. 
Sie wollen einen Kredit für ein neues Zu-
hause aufnehmen? Bei einem Wohnkre-
dit fällt einiges an Kosten und Nebenspe-
sen an. Ein Kredit soll gut überlegt sein. 
Für ein Beratungsgespräch sollten sich 
Konsumentinnen und Konsumenten 
Zeit nehmen und genau nachfragen. Bei 
einem Kredit für ein Haus oder eine Woh-
nung läppern sich Kosten und Spesen: 
Zinsen, Schätz- und Kontoführungsspe-
sen, Bearbeitungsgebühren, die Kosten 
der hypothekarischen Besicherung (ins-
besondere Pfandrechtseintragungsge-
bühr) und Prämien für häufig von der 
Bank verlangte Versicherungen.  Banken 
müssen Kredit-Interessierten rechtzeitig 
vor Vertragsabschluss ein Informations-
formular zur Verfügung stellen, das alle 
Kosten in Form des effektiven Jahreszins-
satzes enthält. So können sie verschiedene 
Angebote besser vergleichen. 
Checkliste: Die AK hat für Sie eine 
Checkliste zusammengestellt, mit der 
Sie Überblick gewinnen, was Sie bei den 
Kosten und Spesen nachfragen und wo-
rauf Sie aufpassen sollten. 
Mehr Info unter: 
tinyurl.com/nzrtnmm
        

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