Full text: Bis der Kopf raucht (9)

Arbeit&Wirtschaft 9/201546 Man kann nicht alles wissen
Becker, Gary Stanley: US-amerikanischer Ökonom 
(1930 – 2014), er erhielt 1992 den Nobelpreis für 
Wirtschaftswissenschaften „für seine Ausdehnung 
der mikroökonomischen Theorie auf einen weiten 
Bereich menschlichen Verhaltens und menschlicher 
Zusammenarbeit“. Becker war einer der ersten, der 
sich auch mit Themen wie (Rassen-) Diskriminie-
rung, Kriminalität oder Drogenabhängigkeit aus 
Sicht der Ökonomie beschäftigte. (Seite 36)
BIFIE: 2008 ausgegliedertes Bundesinstitut für 
Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung 
des österreichischen Schulwesens; Hauptstandorte 
sind Wien und Salzburg. Zu den Kernaufgaben zäh-
len unter anderem die Vermittlung zwischen Schul-
verwaltung, Forschung und schulischer Praxis sowie 
die Umsetzung zentraler Projekte des Ministeriums 
und somit derzeit noch die Erstellung und Durch-
führung der Zentralmatura. Denn die dafür zustän-
dige Abteilung des BIFIE wird ins Bildungsministe-
rium übersiedeln. Außerdem soll es ab 2017 kein 
Doppel-Direktorium mehr geben. (Seite 31)
Bilingual Schools: Schulen mit fremdsprachigem 
Unterricht in verschiedenen Fächern wie etwa Bio-
logie, Geografie, Geschichte oder Musik. (Seite 29)
Bismarck, Otto von: deutscher Politiker und Fürst 
(1815 –1 898), 1862 – 1890 Ministerpräsident von 
Preußen, 1867 – 1890 Bundes- bzw. Reichskanzler. 
Der aus altem Adelsgeschlecht stammende Jurist 
wurde von König Wilhelm I. unterstützt, aber beson-
ders anfangs sogar von vielen Konservativen als zu 
reaktionär abgelehnt. Ein wichtiges Leitprinzip für 
Bismarck war, die Macht und Privilegien des land-
besitzenden Adels zu erhalten. Um die Stellung 
Deutschlands (und seine eigene) nicht zu gefähr-
den, traf er unter anderem in der Außenpolitik wäh-
rend seiner Amtszeit immer wieder auch sehr prag-
matische Entscheidungen. Als epochal gilt die 
Einführung der Sozialversicherung während seiner 
Amtszeit. (Seite 32) 
Déj?-vu-Erlebnis (französisch; sprich: descha wü): 
schon gesehen; Erinnerungstäuschung, bei der man 
den Eindruck hat, eine Situation schon einmal erlebt 
zu haben. (Seite 28)
Delinquenz: Straffälligkeit (Seite 10)
Empowerment: Ermächtigung; Strategien und Maß-
nahmen, die Autonomie und Selbstbestimmung im 
Leben von Menschen oder Gemeinschaften ermög-
lichen bzw. verbessern sollen. (Seite 38)
Entwicklungsrat für die PädagogInnenbildung 
NEU: Gremium mit je zwei Mitgliedern aus dem Bil-
dungs- und dem Wissenschaftsministerium, das auf 
Basis der Empfehlungen der Vorbereitungsgruppe 
die Reformen zur Ausbildung von Österreichs Päd-
agogInnen erarbeitet hat. (Seite 8)
Europäische BürgerInnen-Initiative: Wenn inner-
halb von zwölf Monaten in einem Viertel aller EU-
Staaten eine Million Unterstützungsbekundungen 
zu einem bestimmten Anliegen gesammelt werden, 
dann muss sich die Europäische Kommission mit 
diesem Thema befassen. Sie ist allerdings nicht 
verpflichtet, dann tatsächlich eine entsprechende 
Gesetzesinitiative einzuleiten. Seit der Einführung 
dieses Instruments der politischen Teilhabe 2012 
gab es zahlreiche BürgerInnen-Initiativen, die ge-
scheitert sind oder abgebrochen wurden. (Seite 7)
Heterogenität: Vielfalt, Verschiedenartigkeit 
(Seite 39)
Juncker-Investitionsplan: 2014 präsentierte Kom-
missionspräsident Jean-Claude Juncker vor dem 
Europaparlament den Investitionsplan für Europa, 
mit dem eine Million Jobs entstehen sollen und das 
Wachstum bis 2017 um bis zu ein Prozent zusätzlich 
gepusht werden soll. Kosten: Rund 315 Milliarden 
Euro, hauptsächlich für wesentliche Infrastruktur-
projekte in den Bereichen Digitales, Energie und 
Verkehr. (Seite 6)
Maria Theresia: österreichische Regentin (1717 – 
1780), Tochter von Karl VI., der durch die Pragma-
tische Sanktion Thronfolgerinnen ermöglichte; ab 
1740 Erzherzogin von Österreich und Königin von 
Böhmen und Ungarn. Allerdings musste sie ihr Recht 
erst mit Waffengewalt durchsetzen. Ihr Ehemann 
Franz Stephan von Lothringen wurde 1745 zum Kai-
ser gekrönt. Maria Theresia regelte den Schulbetrieb 
durch Einführung der generellen Unterrichtspflicht. 
Die ab 1750 hauptsächlich unter der Leitung von 
Gerard van Swieten durchgeführte Theresianische 
Schulreform verfolgte in erster Linie den Zweck, 
Beamte für den Verwaltungsapparat des Staates 
auszubilden. Dafür sollte das Unterrichtswesen aus 
der Kontrolle kirchlicher Institutionen in die Oberho-
heit des Staates überführt werden. Auf dem Land 
wurden einklassige Volksschulen für die Sechs- bis 
Zwölfjährigen eingerichtet. Allerdings blieb die Zahl 
der Analphabeten noch lange relativ hoch. Auch das 
höhere Schulwesen wurde reformiert und die Hoch-
schulen gingen in den  staatlichen Verantwortungs-
bereich über. Zusätzlich wurden weitere spezielle 
Schulen und Akademien für bestimmte Berufszwei-
ge gegründet. Maria Theresias Sohn und Nachfolger 
Joseph II., seit 1765 Mitregent, führte auch nach 
ihrem Tod weitere wichtige Reformen durch. (Seite 
32) 
Monitoringausschuss: Unabhängiger Ausschuss, 
der die Einhaltung der Menschenrechte von Men-
schen mit Behinderungen durch die öffentliche 
Verwaltung für den Bereich der Bundeskompetenz 
überwacht. Der Ausschuss kann im Einzelfall Stel-
lungnahmen von Organen der Verwaltung einholen, 
gibt Empfehlungen und Stellungnahmen in Zusam-
menhang mit Angelegenheiten der UN-Konvention 
ab und berichtet dem Bundesbehindertenbeirat 
regelmäßig über seine Beratungen. (Seite 22)
Nationaler Bildungsbericht: erscheint seit 2009 im 
Drei-Jahres-Rhythmus in enger Kooperation zwi-
schen dem BIFIE und WissenschafterInnen an ös-
terreichischen Forschungsinstituten. Im Nationalen 
Bildungsbericht werden Daten und wissenschaftli-
che Erkenntnisse über das Bildungswesen aufberei-
tet, die dann für Politik und Verwaltung als Steue-
rungswissen dienen sollen. Der Nationale Bildungs-
bericht 2015 erscheint Anfang 2016. (Seite 9)
Plagiat: Diebstahl geistigen Eigentums; durch un-
rechtmäßiges Nachahmen entstandenes künstleri-
sches oder wissenschaftliches Werk. (Seite 30)
Sekundarstufe: Die Sekundarstufe I umfasst die 
Schulstufen 5 bis 8, die Sekundarstufe II umfasst 
alle Bildungseinrichtungen ab der 9. Schulstufe bis 
zur Reifeprüfung. (Seite 29)
Wilhelm II.: deutscher Regent (1859 – 1941), von 
1888 bis 1918 letzter deutscher Kaiser. Wegen der 
Reformpläne von Wilhelm (Verbot von Sonntagsar-
beit, von Nachtarbeit für Frauen und Kinder etc.), der 
als „König der Armen“ die Schwächung der Sozialis-
ten erreichen wollte, kam es rasch zu Konflikten mit 
Bismarck. Der Kaiser, der zu spät die für eine kons-
titutionelle Monarchie nötigen Reformen akzeptieren 
wollte, floh Ende 1918 in die Niederlande, wo er den 
Rest seines Lebens verbrachte. (Seite 32)
WorldSkills: 1950 ausgehend von Spanien entstan-
dener internationaler Berufswettbewerb, der alle 
zwei Jahre ausgetragen wird, zuletzt 2015 in S?o 
Paulo, Brasilien. Jugendliche (bis zum Alter von 22) 
aus aller Welt können dort ihr fachliches Können in 
ca. 45 Wettbewerbsdisziplinen unter Beweis stellen. 
Träger der Berufsweltmeisterschaften ist die ge-
meinnützige internationale Organisation WorldSkills 
International mit Sitz des Generalsekretariates in 
den Niederlanden. Für die Teilnahme des österreichi-
schen Teams an den WorldSkills und an EuroSkills 
ist Skills Austria als nationales Sekretariat innerhalb 
der Wirtschaftskammer verantwortlich. (Seite 26)
Zukunftskommission für das Österreichische 
Schulwesen: 2003 vom Bildungsministerium einge-
richtete Kommission aus fünf ExpertInnen, die ein 
innovatives Schul-Reformprogramm sowie entspre-
chende konkrete Umsetzungsmaßnahmen ausarbei-
tete. Der Abschlussbericht wurde Ministerin Gehrer 
im April 2005 überreicht. Einige der Empfehlungen 
wurden umgesetzt, so etwa die Einführung von Bil-
dungsstandards inklusive Zentralmatura. (Seite 8)
Chicago School of Economics (Chicagoer Schule): 
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erhielten auffallend 
viele Ökonomen, die an der Universität Chicago lehr-
ten (Friedrich von Hayek, Milton Friedman, Gary Becker 
etc.) den Nobelpreis. Ihre Lehren sind gekennzeichnet 
durch die neoklassische Preistheorie und den strik-
ten Glauben an den freien Markt. Der Beginn der 
frühen Chicagoer Schule wird im Jahr 1892 ange-
setzt, jüngster Vertreter ist der 1939 geborene Jurist 
Richard Posner, der sich vor allem mit der ökonomi-
schen Analyse des Rechts befasst. (Seite 36)
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.