Full text: Eine Zumutung! (2)

Arbeit&Wirtschaft 2/201646 Man kann nicht alles wissen
Austeritätspolitik: Austerität = Disziplin, Spar-
samkeit; Budgetpolitik, die einen ausgeglichenen 
Staatshaushalt ohne Neuverschuldung anstrebt. 
Das bedeutet Haushaltskürzungen und Steuer-
erhöhungen in Zeiten schlechter Konjunktur, um 
die Neuverschuldung des Staates zu begrenzen. 
(Seite 38)
Bartenstein, Martin: österreichischer Unternehmer 
und ÖVP-Politiker, geb. 1953; er gehörte ab 1994 
mehreren Regierungen an, u. a. war Bartenstein 
2000–2008 Bundesminister für Wirtschaft und Ar-
beit. Vor seiner politischen Karriere arbeitete der 
studierte Chemiker im Familienunternehmen und 
gründete 1986 gemeinsam mit einem Studien-
kollegen das Pharmaunternehmen Genericon. 2008 
bis 2013 war Bartenstein Abgeordneter zum Natio-
nalrat, seitdem ist er wieder als Unternehmer tätig. 
(Seite 16)
BMS: Bedarfsorientierte Mindestsicherung. (Seite 15, 
siehe auch S. 18–21)
Bologna-Prozess: auf europaweite Harmonisierung 
von Studiengängen und -abschlüssen sowie auf 
internationale Mobilität der Studierenden ausge-
richtete transnationale Hochschulreform zur Schaf-
fung eines einheitlichen europäischen Hochschul-
raums. Der Begriff geht zurück auf die 1999 von 
29 europäischen BildungsministerInnen in Bologna 
unterzeichnete Erklärung. Wesentliche Elemente des 
Prozesses sind das zweistufige System berufsquali-
fizierender Studienabschlüsse (Bachelor, Master); 
die durchgängige Etablierung des European Credit 
Transfer System (ECTS), das studentische Leistun-
gen international vergleichbar macht; laufende 
Qualitätssicherung im Hochschulbereich sowie die 
auf Beschäftigungsfähigkeit (Employability) am 
Arbeitsmarkt zielende Ausrichtung der Studien-
gänge. Mittlerweile nehmen rund 50 Länder am 
Bologna-Prozess teil – obwohl es seit Jahren Kritik 
gibt an der dadurch entstandenen Verschulung der 
Universitäten sowie deren verstärkte unternehmeri-
sche Ausrichtung inklusive der Abhängigkeit von 
Drittmitteln. (Seite 29)
Bukowski, Charles: US-amerikanischer Dichter 
und Schriftsteller (1920–1994); er beschrieb die 
Schattenseiten des American way of life. Gedichte 
und Prosa waren größtenteils autobiografisch, aber 
satirisch überhöht. Bukowski stammte aus ärm-
lichen, eher desolaten Verhältnissen, trank exzessiv 
Alkohol und verdiente seinen Lebensunterhalt mit 
ungeliebten Jobs, u. a. bei der Post. (Seite 34)
extensiv: umfassend, ausgedehnt, erweiternd. 
(Seite 19)
Flecker, Jörg: Der 1959 in Graz geborene Wissen-
schafter studierte zunächst Handelswissenschaften 
und gelangte über einen Postgraduate-Lehrgang am 
IHS zur Soziologie. 1991–2013 war Flecker Wissen-
schaftlicher Leiter der Forschungs- und Beratungs-
stelle Arbeitswelt (FORBA); seitdem ist er Professor 
für Allgemeine Soziologie am Institut für Soziologie 
der Universität Wien. Schwerpunkte: Wandel der 
Beschäftigungssysteme im internationalen Ver-
gleich, dynamische Vernetzungen von Organisa-
tionen und die Qualität der Arbeit; Transformation 
öffentlicher Dienstleistungen in europäischen Wohl-
fahrtsstaaten und Arbeit in transnationalen Wert-
schöpfungsketten. (Seite 14)
Gleichbehandlungsanwaltschaft: Unabhängige 
staatliche Einrichtung zur Durchsetzung des Rechts 
auf Gleichbehandlung und Gleichstellung und zum 
Schutz vor Diskriminierung in Bezug auf Geschlecht, 
Alter, Weltanschauung, ethnische Zugehörigkeit, 
Religion und sexuelle Orientierung. Zusätzlich zur 
Zentrale in Wien gibt es vier Regionalbüros der 
Gleichbehandlungsanwaltschaft in Graz, Linz, Kla-
genfurt und Innsbruck. Im Unterschied dazu ist die 
Gleichbehandlungskommission den Arbeits- und 
Sozialgerichten und den Zivilgerichten als besonde-
re Einrichtung zur Seite gestellt. (Seite 32)
Hartz-Reformen: 2002 wurde der Personalmanager 
Peter Hartz von der deutschen Regierung als Leiter 
der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Ar-
beitsmarkt“ mit der Entwicklung von Reformen zur 
Verbesserung der Arbeitsmarktpolitik und der staat-
lichen Arbeitsvermittlung beauftragt. Ziel des Hartz-
Konzepts war es, innerhalb von vier Jahren die 
 Arbeitslosenzahl von damals vier Millionen um die 
Hälfte zu reduzieren, was nicht annähernd erreicht 
wurde. Die verschiedenen Reformen des Hartz- 
Pakets wie etwa die Abschaffung der am früheren 
Verdienst orientierten, zeitlich unbefristeten Arbeits-
losenhilfe, traten in vier Phasen zwischen 2003 und 
2006 in Kraft. Danach gab es mehrere Klagen gegen 
Passagen der Hartz-Gesetze, so etwa wurden 2005 
einige Bestandteile wegen Altersdiskriminierung 
durch den Europäischen Gerichtshof für nichtig 
 erklärt. (Seite 36) 
Hobbes, Thomas: englischer Mathematiker, Staats-
theoretiker und Philosoph (1588–1679). Er wurde 
durch sein Hauptwerk „Leviathan“ bekannt, in dem 
er eine Theorie des Absolutismus entwickelte. 
 Hobbes gilt als Begründer des aufgeklärten 
 Absolutismus. (Seite 34)
IAB: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 
gegründet 1967 in Nürnberg als Forschungsein-
richtung der damaligen Bundesanstalt für Arbeit. 
(Seite 44)
implizit: mit gemeint, aber nicht ausgesprochen. 
(Seite 15)
IQUAL: 2002 vom österreichischen Soziologen 
 Konrad Hofer gegründetes Institut für qualitative 
Arbeits- und Lebensweltforschung. (Seite 27)
Jefferson, Thomas: amerikanischer Staatsmann 
(1743–1826); Mitbegründer der demokratisch-repu-
blikanischen Partei und hauptsächlicher Verfasser 
der Unabhängigkeitserklärung (1776); 1801–1809 
dritter US-Präsident. (Seite 34)
Locke, John: englischer Philosoph und Vordenker der 
Aufklärung (1632–1704); Locke gilt allgemein als 
Vater des Liberalismus, dessen Ziel die Unabhängig-
keit des Individuums von staatlicher Gewalt ist. 
(Seite 34)
Ovid (Publius Ovidius Naso): Versdichter der römi-
schen Antike (43 v. Chr. – 17 n. Chr.); seine Liebes-
gedichte, Sagenzyklen und Klagelieder beeinflussten 
bis ins 19. Jahrhundert immer wieder die Dichtkunst. 
In seinem Hauptwerk „Metamorphosen“ werden 250 
Verwandlungsgeschichten aus der antiken, vor allem 
der griechischen Mythologie erzählt. (Seite 34)
Pensionsautomatismus: Kontinuierliche Anpas-
sung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an die 
steigende statistische Lebenserwartung. (Seite 22)
PH: Pädagogische Hochschule. (Seite 44)
prononciert: nachdrücklich, deutlich ausgeprägt. 
(Seite 34)
Rousseau, Jean-Jacques: französischsprachiger 
Philosoph, Schriftsteller, Komponist und Forscher 
(1712–1778); Wegbereiter der Französischen Revo-
lution. Das meiste Wissen eignete sich der gebürtige 
Genfer autodidaktisch an. Rousseau betrachtete die 
menschliche Geschichte als einen Prozess des Nie-
dergangs, der in jeder Hinsicht radikal erneuertes 
Denken und Handeln erfordere. Seine in „Émile oder 
über die Erziehung“ dargestellten Theorien beein-
flussten viele PädagogInnen. Der nach dem (darin 
propagierten) Prinzip der freien Selbstentfaltung 
aufgewachsene Mensch würde von sich aus später 
zum Gemeinwohl beitragen, so eine der Thesen sei-
nes Werkes „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzi-
pien des politischen Rechtes“. (Seite 34)
Schulmeister, Stephan: österreichischer Wirt-
schaftswissenschafter und Publizist, geb. 1947; 
seit 1972 am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) 
tätig, vehementer Kritiker des Neoliberalismus. 
 (Seite 39)
Taylorismus: Von dem US-Ingenieur Frederick 
Winslow Taylor (1856–1915) begründetes Prinzip 
der Prozesssteuerung von Arbeitsabläufen, die von 
einem auf Arbeitsstudien gestützten und arbeits-
vorbereitenden Management detailliert vorge-
schrieben werden (Scientific Management). Der 
Begriff Taylorismus wird vorwiegend in kritischem 
Zusammenhang verwendet. Die Hauptkritikpunkte: 
detaillierte Vorgabe der Arbeitsmethode („one best 
way“); ex trem detaillierte und zerlegte Arbeitsauf-
gaben, detaillierte Zielvorgaben bei für den Einzel-
nen nicht erkennbarem Zusammenhang zum Unter-
nehmensziel sowie externe (Qualitäts-)Kontrolle. 
(Seite 35)
        

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