Full text: Bis(s) zum Lebensabend (4)

8 Arbeit&Wirtschaft 4/2016 19 80 er : » D ur ch re ch nu ng sz ei tra um st ei gt v on fü nf a uf ze hn Ja hr e » Sc hu l- un d St ud ie nz ei te n w er de n ni ch t m eh r a ng er ec hn et 19 91 : » An re ch nu ng K in de re rz ie hu ng sz ei te n » Bo nu s b ei sp ät er em P en sio ns an tri tt 19 92 : » Sc hr itt w ei se E rh öh un g de s An tri tts al te rs fü r F ra ue n ab 2 02 4 » G lei tp en sio n 19 93 : » D ur ch re ch nu ng sz ei tra um a uf „d ie be ste n 15 Ja hr e“ er hö ht » Be ru fsu nf äh ig ke its pe ns io n » Be sse re A nr ec hn un g vo n K in de re rz ie hu ng sz ei te n » D eu tli ch e A nh eb un g de s Au sg lei ch sz ul ag en ric ht sa tz es » N et to an pa ssu ng d er P en sio ne n » Vo lle H in te rb lie be ne nv er so rg un g au ch fü r W itw er Er stm al s e xp liz ite F es tsc hr ei bu ng d er D rit - te l-F in an zie ru ng ü be r de n Bu nd es be itr ag du rc h ei ne n ne u ei ng ef üh rt en § 7 9a A SV G . 19 96 : » Zu - u nd A bs ch lä ge P en sio ns an tri tt na ch d em 5 6. /6 1. L eb en sja hr » St re ng er e R eg eln b ei F rü hp en sio ne n » Re ha bi lit at io n vo r P en sio n » Pe ns io ns an pa ssu ng a us ge se tz t sichergestellt, dass die betroffene Person gleich versorgt werden kann, so dies nö- tig ist. Manchen wird wohl bei der Vorstel- lung ein kalter Schauer über den Rü- cken laufen, sich in so sensiblen, weil intimen Bereichen von Robotern be- treuen zu lassen. Zu groß scheint die Einsamkeit alter Menschen schon jetzt zu sein. Auch das Argument, dass damit weitere Arbeitsplätze vernichtet werden, ist nur schwer von der Hand zu weisen. Aber wäre es nicht sinnvoller, PflegerIn- nen für andere Tätigkeiten einzusetzen? Sie könnten sich mit den SeniorInnen beschäftigen, sich mit ihnen unterhal- ten, mit ihnen Karten spielen oder ih- nen die Einsamkeit auf andere Arten nehmen. Was es dafür braucht, sind na- türlich Konzepte. Diese wird es ange- sichts des demografischen Wandels aber ohnehin brauchen. Momentan aber wird die Demogra- fie eher in einem anderen Zusammen- hang ins Spiel gebracht: die Finanzier- barkeit des Pensionssystems, besser ge- sagt, dessen angebliche Unfinanzierbar- keit. Hier wird gerne mit großen Zahlen jongliert. Mehr als zehn Milliarden Euro mehr sollen künftig notwendig sein, um die Pensionen zu sichern, lautet eine düstere Prognose. Auch wenn niemand den demografischen Wandel leugnen wird, so gibt es doch lautstarke Einwän- de gegen die Gleichsetzung „Je mehr alte Menschen, desto unsicherer die Pensi- on“. Hier werden Äpfel mit Birnen ver- mischt, halten Erik Türk und Josef Wöss in ihrem Beitrag für das Buch „So sicher ist Ihre Pension“ fest. Allzu voreilig wird eine weitere Kürzung der Pen sionen ge- fordert, während die eigent liche Heraus- forderung woanders liegt. Die beiden AK-Pensionsexperten finden dazu klare Worte: „It’s the Arbeitsmarkt, stupid!“ Beschäftigung schaffen Es kommt eben nicht nur auf die Anzahl von jungen und alten Menschen an, wie es in der politischen Debatte meist ver- kürzt dargestellt wird. Zentral ist viel- mehr das Verhältnis zwischen Pensionis- tInnen und Arbeitslosen auf der einen Seite und BeitragszahlerInnen auf der anderen. Im sogenannten Abhängigkeits- quotenrechner hat die AK diesen Zusam- menhang rechnerisch belegt. Wenn man also dafür sorgt, dass möglichst viele Menschen arbeiten können, bleibt das System finanzierbar. Bestätigt wird diese These von niemand Geringerem als der EU-Kommission. In ihrem Demografie- Report 2008 hält sie fest: „Die Anhebung der Beschäftigungsquoten ist die effek- tivste Strategie, mit der sich Länder auf die Alterung der Bevölkerung vorbereiten können.“ Allerdings kommt es nicht nur auf die Anzahl an Arbeitsplätzen an, son- dern auch auf deren Qualität. „Mehr und bessere Arbeitsplätze sind die beste Antwort, wenn es darum geht, die Rela- tion zwischen Pensionisten und Er- werbstätigen trotz massiver Verschie- bung der Altersstruktur im Lot zu hal- ten“, so Türk und Wöss. Der Trend aber geht in eine völlig andere Richtung, Stichwort Prekarisierung. Die Pflege- kräfte sind dafür ein gutes Beispiel. Im Jahr 2007 wurde ein Gesetz verabschie- det, mit dem die 24-Stunden-PflegerIn- nen legalisiert wurden. Die meisten von ihnen kamen schon damals aus Osteu- ropa, die meisten waren illegal beschäf- tigt. Nun sind sie Selbstständige mit Gewerbeschein. Dies war ohne Zweifel ein wichtiger Fortschritt, weil sie nun angemeldet und damit auch sozial abge- sichert sind, Pension inklusive. Auf der anderen Seite aber sind sie weiterhin schlecht bezahlt, und das obwohl sie nicht nur eine körperlich wie psychisch schwere Arbeit verrichten, sondern noch dazu zu völlig entgrenzten Arbeitszeiten haben. Trotz dieser sehr prekären Situation wird die Pflege gerne als Jobmotor der Zukunft genannt. Das ist keineswegs falsch, schließlich ist abzusehen, dass es in diesem Feld auf lange Perspektive mehr denn weniger zu tun geben wird. Dazu kommt, dass Investitionen in sozi- ale Dienstleistungen nicht zuletzt Frau- en entlasten, da diese etwa Pflege oder Kinderbetreuung nicht mehr privat or- ganisieren müssen. Damit können auch sie wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zugleich arbeiten in diesen Be- reichen viele Frauen. Win-win also? Je- denfalls dann nicht, wenn man auch hier wieder den Maßstab anlegt, dass es B U C H T I P P J. Redl, A. Thurnher, J. Wöss (Hrsg.): So sicher ist Ihre Pension Falter Verlag, 2015, € 19,90 ISBN: 978-3-85439-562-1 Bestellung: www.besserewelt.at

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