Full text: Bis(s) zum Lebensabend (4)

Arbeit&Wirtschaft 4/2016 90 % von der öffentlichen Pensions- versicherung 10 % aus Betriebspensionen oder der privaten Vorsorge 9 Wer schon im staatlichen Pensionssystem Gefahr läuft, in die Armutsfalle zu geraten, dem wird es mit einer privaten Versicherung auch nicht besser gehen, ganz im Gegenteil. 19 97 : » Er hö hu ng d es D ur ch re ch nu ng sz ei t- ra um s a uf 1 8 Ja hr e a b 20 03 » Ve rs ch är fu ng en b ei F rü hp en sio ne n » Ei nb ez ie hu ng g er in gf üg ig B es ch äf tig te r so w ie ne ue r S elb sts tä nd ig er » H öh er be w er tu ng v on K in de re rz ie hu ng sz ei te n ab 2 00 0 » Al te rs te ilz ei t » Er lei ch te ru ng en b ei G lei tp en sio n 20 00 : » Ve rs ch är fu ng en b ei F rü hp en sio ne n w eg en g em in de rte r A rb ei tsf äh ig ke it » Zu ga ng se rle ic ht er un ge n zu r In va lid itä tsp en sio n » K ür zu ng en b ei In va lid itä tsp en sio n » Kü rz un ge n be i W itw en -/W itw er pe ns io n » Bo nu s-M al us in d er A rb ei tsl os en ve rs i- ch er un g fü r Ä lte re 20 02 : » Ab fe rti gu ng n eu 20 03 : » Re fo rm b zw . A bs ch af fu ng d er vo rz ei tig en A lte rs pe ns io ne n » Sc hr itt w ei se A us w ei tu ng d es Be m es su ng sz ei tra um s a uf 4 0 Ja hr e » H öh er e A bs ch lä ge b ei F rü hp en sio ne n » Ab se nk un g de r S te ig er un gs be itr äg e » Ve rlu std ec ke lu ng a uf m ax im al 1 0 % » „P rä m ien be gü ns tig te Z uk un fts vo rso rg e“ » Ve rb es se ru ng en K in de re rz ieh un gs ze ite n 20 04 : » „P en sio ns ha rm on isi er un g“ : Al lg em ei ne s P en sio ns ge se tz (A PG ) w ird b es ch lo sse n » Pe ns io ns ko nt o fü r a lle » Le be ns la ng e D ur ch re ch nu ng nicht nur auf die Anzahl der geschaffe- nen Jobs, sondern auch auf deren Quali- tät ankommt. Eben diese Qualität müsste sich dann auch in der Bezahlung widerspiegeln. Die vergleichsweise ge- ringe Bezahlung aber passt so gar nicht zu einem Beruf, der als zukunftsträchtig angepriesen wird. Und um zurück zu den Robotern zu kommen: Wenn diese auch noch viele Tätigkeiten überneh- men, gehen erst wieder Arbeitsplätze verloren, wovon Frauen verhältnismäßig stärker betroffen sind. Nicht nur das, es stellt sich erst recht die Frage, wo denn nun die Arbeitsplätze herkommen sol- len, die das Pensionssystem finanziell auch weiter absichern sollen? Man kann die Geschichte aber auch aus einem anderen Winkel betrachten: Genau in diesem Bereich besteht großes Potenzial für Innovationen. Vorsicht ist auch hier angebracht, denn so mancher Job in der Forschung und Entwicklung ist ebenfalls prekär. Der Trend zur Pre- karisierung ist nicht auf Österreich be- schränkt: Mehr als 50 Prozent der seit 1995 in den OECD-Ländern neu ge- schaffenen Arbeitsplätze sind prekär, hält etwa Eva Belabed von der OECD fest (siehe auch „Löchriger Schutz- schild“, S. 22–23, „Mehr Schein als Sein im Prekariat“, S. 30–31, „Pension? Das ist schwierig“, S. 32–37). Da ein Grund- prinzip der österreichischen Pensions- versicherung die sogenannte „Lebens- standardsicherung“ ist, ist die Pension gerade für prekär Beschäftigte in der Tat ein Unsicherheitsfaktor. Denn wer we- nig verdient, erhält später entsprechend weniger Pension. Geradezu absurd mu- tet vor diesem Hintergrund die von Wirtschaftsseite propagierte Lösung an, stärker auf kapitalgedeckte Systeme zu setzen. Denn wer schon im staatlichen Pensionssystem aufgrund von geringen Löhnen und Gehältern Gefahr läuft, in die Armutsfalle zu geraten, dem wird es mit einer privaten Versicherung auch nicht besser gehen, ganz im Gegenteil. Die Prekarisierung hat aber noch eine weitreichendere Wirkung: „Diese Flexibilisierung der Erwerbsarbeit wird dazu führen, dass die Mindestsiche- rungselemente wichtiger werden. Diese Flexibilisierungskosten werden damit langfristig auf den Staat und damit die Steuerleistenden überwälzt“, so WIFO- Expertin Christine Mayrhuber. Noch dazu fehlen dem Versicherungstopf wertvolle Einnahmen, denn wer weni- ger verdient, zahlt auch weniger ein. Erwünschtes System Ist es also doch marod, das Pensionssys- tem? Es ist nicht so krank, wie es gerne hingestellt wird, hält David Mum fest.

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