Full text: Träum weiter! (6)

46 Arbeit&Wirtschaft 6/2016
Bourgeoisie: (frz., sprich: burschwasie): Groß-
bürgertum. (Seite 4)
Bundesvergabegesetz-Novelle: Mit 1. März 2016 
ist die Vergabegesetznovelle 2015 in Kraft getre-
ten, deren Inhalte im Wesentlichen in der Bau-
Sozialpartner Initiative „FAIRE VERGABEN sichern 
Arbeitsplätze“ vorbereitet wurden. Mit der Novelle 
soll Lohn- und Sozialdumping unter anderem 
durch eine Neuregelung der Subunternehmerbe-
schäftigung bekämpft werden. Außerdem wurde 
das  Bestbieterprinzip (statt Billigstbieterprinzip) 
für bestimmte Auftragsvergaben verpflichtend 
festgelegt. (Seite 39)
dichotom: zweigeteilt, gegabelt. (Seite 22)
Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss 
(EWSA): 1957 etabliertes beratendes EU-Organ 
mit 350 Mitgliedsorganisationen, das sich als 
Brücke zwischen Europa und der organisierten 
Zivilgesellschaft versteht. Der Ausschuss ist in 
drei Gruppen (Kurien) gegliedert: Arbeitgeber, 
 ArbeitnehmerInnen, sonstige Interessengruppen. 
Neben den klassischen Sozialpartnern sind somit 
auch andere gesellschaftliche Bereiche (z. B. 
 Verbraucherschutz- und Umweltorganisationen) 
im Ausschuss repräsentiert. Die Mandatare 
 werden jeweils für fünf Jahre ernannt. (Seite 37) 
www.eesc.europa.eu 
Europäisches Forum Alpbach: Seit 1945 kommen 
jährlich im August zahlreiche ExpertInnen aus den 
verschiedensten Fachgebieten, PolitikerInnen, 
StudentInnen, JournalistInnen und Interessierte in 
das Tiroler Bergdorf Alpbach, um sich über aktu-
elle Themen auszutauschen und gemeinsam Lö-
sungsansätze zu entwickeln. Mehr als zwei Wo-
chen hindurch stehen Vorträge, Diskussionen und 
Sommerschulkurse auf dem Programm. Ausge-
wählten jungen JournalistInnen aus ganz Europa 
bietet die Alpbacher Medienakademie die Mög-
lichkeit, unter der Regie von Medienprofis über 
das Konferenzgeschehen zu berichten. Rund 
4.000 Menschen aus 70 Ländern nehmen am 
 Forum teil, das heuer unter dem Motto „Neue 
 Aufklärung“ steht. Präsident des Forums Alpbach 
ist Franz Fischler. (Seite 43)
Familienlastenausgleichsfonds (FLAF): Der Aus-
gleichsfonds für Familienbeihilfen verteilt um 
zwischen jenen, die für Kinder sorgen, und jenen, 
für die das aktuell nicht zutrifft. Mit dem FLAF-
Budget von 6,5 Mrd. Euro pro Jahr werden u. a. die 
Familienbeihilfe, Freifahrten und das Kinderbe-
treuungsgeld finanziert. Dafür führen Dienst-
geberInnen 4,5 Prozent der Bruttolohn summe ab, 
Beiträge kommen aber auch von land- und forst-
wirtschaftlichen Betrieben sowie aus der 
 Einkommen- und Körperschaftssteuer. (Seite 41)
Fiskalregeln: 2011 einigten sich die Euro- 
Länder auf Obergrenzen für die Staatsverschul-
dung und Strafen für jene Länder, die diese 
 Grenzen missachten. Auch die meisten Nicht-
Euro-Länder erklärten sich einverstanden. Außer-
dem verpflichteten sie sich zur rechtlichen 
 Verankerung dieser Regeln. Der Fiskalpakt trat 
Anfang 2013 in Kraft. Die Vorgaben lauten u. a.: 
jährliches Defizit höchstens 0,5 Prozent des 
BIP, höchstens 60 Prozent öffentliche Verschul-
dung. Das Defizit der staat lichen Körperschaf- 
ten eines Staates darf drei Prozent des BIP nicht 
überschreiten. Überschreitungen können sank-
tioniert werden. Entschuldbar ist ein größeres 
Defizit nur während einer Wirtschafts krise. 
(Seite 11)
Gorbatschow, Michail: russischer Politiker, geb. 
1931; 1985 bis 1991 Generalsekretär des Zen-
tralkomitees der Kommunistischen Partei der 
 Sowjetunion (KPdSU), 1990 bis 1991 Präsident 
der Sowjetunion. Er leitete das Ende des Kalten 
Krieges ein und erhielt 1990 den Friedensnobel-
preis. (Seite 42)
Keynes, John Maynard: britischer Ökonom, Poli-
tiker und Mathematiker (1883-1946); seine zen-
trale Theorie war, dass das marktwirtschaftliche 
System auch bei flexiblen Preisen und Löhnen 
nicht automatisch zur Vollbeschäftigung ten- 
diert, was bedeute, dass der Staat zeitweise re-
gulierend eingreifen sollte. Seine Theorien domi-
nierten bis Mitte der 1970er-Jahre die Wirtschafts-
politik der meisten westeuropäischen Staaten. 
(Seite 4)
Krugman, Paul: US-Volkswirtschaftler, geb. 1953; 
erhielt 2008 den Wirtschaftsnobelpreis, vor allem 
für seine „Analyse von Handelsstrukturen und 
Standorten ökonomischer Aktivität“. Aktuelle 
 Publikation: „Vergesst die Krise! Warum wir jetzt 
Geld ausgeben müssen“. (Seite 10)
NAFTA: Nordamerikanisches Freihandelsab-
kommen (North American Free Trade Agreement); 
1994 entstandener Wirtschaftsverband zwischen 
Kanada, den USA und Mexiko. Im Gegensatz zur 
EU nimmt die NAFTA keine supranationale Regie-
rungsfunktion wahr. Die Auswirkungen des Frei-
handels waren weniger positiv als gedacht: 
 Mexiko, früher Selbstversorger mit dem Haupt-
nahrungsmittel Mais, wurde mit hochsubventio-
nierten US-amerikanischen Landwirtschaftspro-
dukten und Fleisch überschwemmt, dessen Preis 
20 Prozent unter den Produktionskosten liegt. Die 
erwartete Spezialisierung der mexikanischen 
Landwirtschaft trat nicht ein, Millionen Mais-
bauern mussten aufgeben und wurden arbeitslos. 
(Seite 34)
Nominallöhne: In Geldwerten angegebene Löhne, 
die im Gegensatz zu den Reallöhnen nichts über 
die tatsächliche Kaufkraft dieser Einkommen aus-
sagen. (Seite 36)
ÖBIB (Österreichische Bundes- und Industrie-
beteiligungen): Beteiligungsgesellschaft der 
Republik Österreich (1970–2015 ÖIAG); sie ver - 
tritt die Eigentümerinteressen des Bundes bei 
strategisch bedeutsamen Beteiligungen. Im 
 Eigentum der ÖBIB stehen derzeit die Post, 
OMV, Telekom Austria sowie die Casinos Austria. 
(Seite 45)
Orthodoxie: Lehrmeinung; „reine Lehre“; (engstir-
niges) Festhalten an der Lehrmeinung. (Seite 4)
Pinochet, Augusto: chilenischer General und Dik-
tator (1915–2006); er war 1973 maßgeblich be-
teiligt an dem von den USA forcierten Militär-
putsch gegen den demokratisch gewählten, 
marxistischen Präsidenten Salvador Allende. Pi-
nochet  regierte danach bis 1990, zuerst als Chef 
der  Militärjunta, dann als Präsident diktatorisch. 
 Morde, Entführungen, Folter waren an der Tages-
ordnung. In der Wirtschaft kam es – inspiriert von 
US-Experten – zu neoliberalen Reformen. Bei den 
ersten freien Wahlen 1989 wurde er abgewählt. 
Pinochet wurde zwar wegen Völkermordes ange-
klagt, starb wegen der langen Prozessdauer aber 
bevor es zu einer Verurteilung kommen konnte. 
(Seite 8, 19)
Schmidt, Helmut: deutscher SPD-Politiker (1918–
2015); 1974 bis 1982 Bundeskanzler, danach bis 
zu seinem Tod Mitherausgeber der Wochenzeitung 
„Die Zeit“. In seine Amtszeit fielen u. a. der RAF-
Terrorismus, die Ölkrise und die Einführung des 
Europäischen Währungssystems. Zur Regie-
rungskrise kam es schließlich durch Schmidts 
Eintreten für den Nato-Doppelbeschluss (Statio-
nierung von SS-20-Mittelstrecken-Raketen in 
Mitteleuropa bei gleichzeitigem Verhandlungsan-
gebot an Russland, auf diese Waffen generell zu 
verzichten). 1982 traten sämtliche FDP-Minister 
der sozialliberalen Regierung zurück. Schmidts 
Kanzlerschaft endete wenige Wochen später durch 
ein konstruktives Misstrauensvotum, bei dem 
ein neuer Bundeskanzler mit Zweidrittelmehrheit 
gewählt werden kann. Auf diese Weise übernahm 
Helmut Kohl das Ruder. (Seite 15)
World Economic Forum: 1971 eingerichtete ge-
meinnützige Schweizer Stiftung mit Beobachter-
status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Ver-
einten Nationen. Das Weltwirtschaftsforum ist vor 
allem bekannt durch seine Jahrestreffen in Davos, 
wo internationale Fachleute, PolitikerInnen und 
JournalistInnen über aktuelle globale Fragen 
 diskutieren. (Seite 12)
Man kann nicht alles wissen ...
        

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