30 Arbeit&Wirtschaft 8/2016
Dahinter stehen modernes medizinisches 
Know-how und pflegerische Kompe- 
tenz: Im Therapiebereich befinden sich 
Ergo- und Physiotherapie mit speziellen 
Geräten für Training und Rehabilitation 
sowie ein Hirnleistungszentrum. 
Palliative Care
Im ärztlichen Kompetenzzentrum mit 
dem Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Er-
krankungen werden auch PatientInnen 
aus anderen Pflegewohnhäusern des 
Krankenanstaltenverbundes behandelt, 
zu dem auch das Haus im 12. Bezirk ge-
hört. Da hier rund um die Uhr ein/e Me-
dizinerIn anwesend ist und die meisten 
PflegerInnen Palliative-Care-Schulungen 
absolviert haben, können die PatientIn-
nen ihre letzten Tage hier in ihrer ge-
wohnten Umgebung verbringen und 
müssen nicht in ein Krankenhaus verlegt 
werden.
Das Meidlinger Pflegeheim wurde 
2011 eröffnet. Im Zuge der Wiener 
Geriatriereform wurden in den vergange-
nen Jahren mehrere große alte Pflege-
heime geschlossen. Seit Ende 2015 ist 
auch das Geriatriezentrum am Wiener-
wald Geschichte. Dort – damals hieß es 
noch Versorgungsheim Lainz – wurden 
im Vollausbau mehr als 4.000 alte 
Menschen betreut. In den modernen 
Wiener Pflegewohnhäusern mit sozial-
medizinischer Betreuung leben höchs-
tens 350 BewohnerInnen. 
Mehrarbeit durch neue Architektur
So soll individuelle Betreuung in ange-
nehmer Umgebung möglich sein. Das 
wohnliche Ambiente habe allerdings 
auch einen Nachteil, er-
zählt der betriebswirt-
schaftliche Leiter Mar-
tin Siegmund beim 
Rundgang durch das 
Haus: „Früher, in den 
alten Heimen mit den langen  Gängen 
mit Türen links und rechts, konnte das 
Pflegepersonal während einer Nacht-
schicht leichter den Überblick behalten.“ 
Kaum Zeit für Gespräche
In sämtlichen modernen Einrichtungen 
sind heute Einzelzimmer mit eigenen Sa-
nitäreinheiten üblich, auf Wunsch auch 
Doppelzimmer. „Für die Bewohner und 
Bewohnerinnen bedeutet das mehr Pri-
vatsphäre und wichtige Rückzugsmög-
lichkeiten. Es gibt aber auch Nachteile 
– nicht nur finanzieller Art, etwa weil die 
Reinigung mehr Zeit erfordert.“ Denn 
früher hatten auch weniger mobile Pati-
entInnen durch ihre ZimmergenossIn-
nen ein wenig Ansprache. Heute sind die 
Möglichkeiten für diese 
Art der ungeplanten 
Kommunikation einge-
schränkt. „Kurze Unter-
haltungen mit den Pfle-
gekräften, aufmuntern-
de Worte oder ein kleiner Scherz, während 
der Bettnachbar gewaschen wird: Das 
„Viele Veränderungen würden 
eigentlich auch mehr Personal 
erfordern.“
Martin Siegmund
Hightech für Training und Rehabilitation: Im Therapiebereich können auch BewohnerInnen 
 jenseits der 90 mit speziellen Geräten trainieren – mit oder ohne Motorunterstützung oder,  
falls nötig, auch vom Rollstuhl aus. Diese 94-jährige Bewohnerin strampelt wegen ihrer Knie-
beschwerden zweimal pro Woche je 20 Minuten auf dem Theravital-Fahrrad.
        

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