alles ist heute nur noch in Zweibettzim-
mern möglich. Viele Beschäftigte bedau-
ern das, denn es fehlt die Zeit, um diese 
persönlichen Kontakte irgendwie anders 
nachzuholen.“ 
Am Limit 
256 Beschäftigte – davon 173 Pflegekräf-
te – versorgen im Zwölf-Stunden-
Schichtbetrieb 256 BewohnerInnen. Pro 
Stockwerk (= zwei Wohnbereiche) gibt 
es drei Nachtdienste, für 
die beiden Demenzbe-
reiche vier. Geld- und 
Personalmangel, Zeit 
nur für das Notwendigs-
te bei der PatientInnen-
betreuung, unter ande-
rem wegen zunehmender Dokumentati-
onspflichten, – diese Probleme kennt 
man auch im Pflegeheim Meidling. „Un-
sere Pflegekräfte sind nach wie vor be-
müht, die Ressourcenknappheit durch 
verstärkten Einsatz und Flexibilität aus-
zugleichen. Doch nach Jahren mit vielen 
Überstunden und kurzfristigen Dienst-
planänderungen sind alle an der Grenze 
der Belastbarkeit“, so Siegmund. „Außer-
dem haben wir im Zuge der Geriatrie-
reform Personal von den aufgelassenen 
Standorten wie etwa dem GZ Wiener-
wald übernommen. Dadurch ist das 
Durchschnittsalter unserer Beschäftigten 
jetzt mit zirka 50 relativ hoch.“ Längere 
Krankenstände sind daher keine Sel-
tenheit. Programme zur betrieblichen 
Gesundheitsförderung 
(Rückenschule, Aktiv-
training während der 
Dienstzeit etc.) sollen 
Beschwerden reduzie-
ren beziehungsweise 
vorbeugen. Besonders 
beliebt sind bei strenggläubigen Migran-
tinnen die Massagen in Kooperation mit 
dem Blindenverband. Jeden Mittwoch-
nachmittag können die MitarbeiterInnen 
beim Tischtennis und anderen Bewe-
gungsspielen Stress abbauen.
Nicht nur für die älteren Beschäftig-
ten, die vielfach bereits an Wirbelsäu-
lenbeschwerden leiden, sind Hebehil-
fen wie der mobile Patientenlifter ge-
dacht. Die Pflegedienstleiterin Beate 
Hendl zeigt auf den Fuß des Gerätes: 
„Daran sehen Sie, dass er bei uns 
 wirklich täglich im Einsatz ist.“ Auch 
Hermine B., 89, die in ihren Rollstuhl 
gehoben werden soll, weiß sichtlich 
 genau, was sie zu tun hat, damit alles 
reibungslos abläuft.
Erfolgserlebnisse bis zuletzt
Im ersten Stock im Demenzbereich 
„Wiental“ versieht Stationspfleger Georg 
Tschank seinen Dienst. Er erklärt, dass 
Demenzkranke von flexibler und indivi-
dueller Betreuung besonders profitieren. 
„Diese Patienten haben meist großen Be-
wegungsdrang, und sie sind häufig auch 
nachts unterwegs. Bei uns gibt es keine 
allgemein verordnete Nachtruhe und 
dementsprechend keine fixen Früh-
„Viele Demenzpatienten 
werden erst abends aktiv und 
wandern umher.“ 
Georg Tschank
Für das Pflegepersonal bedeuten Hebe- und Tragehilfen wie der mobile, akkubetriebene 
 PatientInnenlifter eine große Erleichterung im Arbeitsalltag. Hermine B., 89, kennt die Prozedur 
 bereits, denn sie wird jeden Morgen in ihren Rollstuhl gehoben, mit dem sie auf der Station 
 herumfahren und andere BewohnerInnen treffen kann.
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