33Arbeit&Wirtschaft 8/2016
wohnerInnen, von denen manche be-
sonders gerne wandern. Die PatientIn-
nen verschwinden manchmal erstaun-
lich schnell im Lift 
und sind an sich von 
BesucherInnen nicht 
zu unterscheiden. 
Fotos derer, die im-
mer wieder derartige Ausflüge machen, 
gibt es daher auch in der Portierloge.
Im Grätzel integriert
Viele der BewohnerInnen sind über 80 
und haben Pflegestufe vier bis fünf. „Wir 
arbeiten gemeinsam mit ihnen konse-
quent daran, die Selbstständigkeit bei der 
Körperpflege, bei der Mobilität etc. wie-
derherzustellen beziehungsweise so lange 
wie möglich zu erhalten“, erklärt Beate 
Hendl, als wir Hermine B. in ihrem Roll-
stuhl begegnen. „Alles ist besser, als den 
ganzen Tag im Bett zu liegen. Und sobald 
man PatientInnen alles aus der Hand 
nimmt und sie nichts mehr selbst machen 
müssen, dann verlieren sie relativ rasch 
den Bezug zum eigenen Körper.“
Selbstverständlich steht es Bewoh-
nerInnen frei, das 
Haus für Erledigun-
gen, Einkäufe oder 
Besuche zu verlassen, 
sofern sie nicht Ge-
fahr laufen, sich zu verirren. Direkt im 
Gebäude gibt es auch das öffentliche 
Café-Bistro Jedermann, wo die Bewoh-
nerInnen ohne weite Wege anderen 
Menschen begegnen können. Diese 
Öffnung nach außen ist heute längst 
Alltag in den meisten der rund 900 ös-
terreichischen Alten- und Pflegeheime. 
Moderne Konzepte wie die Etablierung 
von Bezugspflegekräften, die eine ge-
wisse Kontinuität sowie die erfolgreiche 
Kommunikation mit den Angehörigen 
ermöglichen sollen, können an sich 
spürbare Verbesserungen für die alten 
Menschen bringen. Wenn dafür aller-
dings keine personellen Ressourcen be-
reitgestellt werden, werden diese Verän-
derungen sogar für hoch motivierte 
Pflegekräfte oft „nur“ zu einer weiteren 
Belastung. 
Hohes Engagement 
Auch wenn bei unserem Rundgang im 
Pflegewohnhaus Meidling von Hektik, 
Überlastung oder Erschöpfung nichts zu 
spüren war – die Zahlen sprechen eine 
deutliche Sprache: Nur ein Drittel aller 
Beschäftigten im Pflegebereich kann sich 
vorstellen, den Beruf bis zur Pensionie-
rung auszuüben.
Infoseite des Sozialministeriums mit 
 Such funktion für Alten- und Pflegeheime:
tinyurl.com/gqfajx5
Schreiben Sie Ihre Meinung 
an die Autorin
afadler@aon.at
oder die Redaktion
aw@oegb.at
„Alles ist besser, als den ganzen 
Tag nur im Bett zu liegen.“
Beate Hendl
Die Frage nach dem Alter können viele der BewohnerInnen nicht spontan beantworten, doch  
das Geburtsjahr haben sie alle parat. Walter K., Jahrgang 37, sitzt gern im Aufenthaltsraum des 
 Demenzbereichs „Edelsinn“ und scherzt mit den überwiegend weiblichen BewohnerInnen.  
Hin und wieder hat auch Stationspfleger Georg Tschank Zeit für eine kurze Unterhaltung.
        

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