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und gewann Selbstbewusstsein, welches 
ihr heute bei Verhandlungen nützt. Ihre 
weiteren Ziele? „Ich will erreichen, dass 
der Standort Aspern für viele weitere 
Jahrzehnte abgesi-
chert ist.“ Und die 
Vision für die Frau-
en? „Es soll sich so 
weit ändern, dass 
sich die Frage gar 
nicht mehr stellt: Ist das ein Mann oder 
eine Frau? Dann bräuchten wir gar kei-
ne eigenen Frauenbereiche mehr.“
Reserve-Kindergartentante
Auch Doris Christina Steiner, die mit ih-
ren 29 Jahren schon seit drei Jahren eine 
Führungsposition innehat und nebenbei 
an der Fachhochschule Kufstein unter-
richtet, ist mit jeder ihrer Aufgaben ge-
wachsen. Die Lust zu führen war ihr of-
fenbar schon in die Wiege gelegt worden. 
„In der Familie haben sie mich ‚Der Ge-
neral‘ genannt“, lacht sie. Sie habe „im-
mer schon gern Entscheidungen getrof-
fen und Verantwor-
tung übernommen“. 
Als „Natural Born 
Leader“ mimte sie 
schon im zarten Alter 
von vier Jahren die 
Reserve-Kindergartentante, indem sie 
sich auf deren Platz setzte, wenn die ech-
te Tante den Raum verließ.
Steiner ist eine von vier Senior Con-
sultants der Kommunikationsagentur 
Ketchum Publico und damit direkt der 
Geschäftsführerin unterstellt. Ihr Aufga-
benbereich sind die Digitalagenden, zu 
ihrer KundInnenliste gehören unter an-
derem BMW, A1, PwC und Microsoft. 
2014 war sie Onlinerin des Jahres, und 
sie gewann bereits einige Preise, unter 
Ana Ilic schaffte es trotz ungünstiger Startbedingungen, eine  
Führungsposition zu erreichen. Im Alter von 24 Jahren flüchtete sie 
vor dem Jugoslawien-Krieg nach Wien. Zurücklassen musste sie nicht 
nur Mutter und Schwester, sondern auch ihr unfertiges Studium.  
In Wien fing sie als Reinigungskraft an und arbeitete sich bis zur  
Objektleiterin mit 80 MitarbeiterInnen hoch.
Den Job als Betriebsratsvorsitzende, 
auf den unter anderem die Mitglied-
schaft im Europa-Betriebsrat von Opel 
und die Vizepräsidentschaft der Arbei-
terkammer Wien folgten, hat sich Blau-
ensteiner nicht ausgesucht. Sie war von 
1983 an Arbeiterin in der Produktion 
und wurde von der Kollegenschaft im-
mer wieder zur Teamsprecherin und da-
mit zum „Bindeglied zwischen Beleg-
schaft und Betriebsrat“ gewählt. Das 
Angebot, den Betriebsratsvorsitz zu 
übernehmen, kam einigermaßen über-
raschend. Sie musste es erst überdenken 
– und mit ihrem Mann besprechen, mit 
dem sie zwei Kinder und zwei Stiefkin-
der hat. „Wir haben das gemeinschaft-
lich entschieden. Ich sage immer: Der 
Mann denkt, die Frau lenkt“, sagt sie 
verschmitzt.
Stolz auf die Partnerin
Eine gute und faire Partnerschaft, bei der 
beide Teile Verantwortung für Haushalt 
und Kinderbetreuung übernehmen, ist 
aus Sicht der 57-Jährigen essenziell, da-
mit auch Frauen verantwortungsvolle Po-
sitionen übernehmen können. Als sie et-
wa die Sozialakademie besuchte und da-
für von 1994 bis 1995 ein Jahr lang jede 
Woche von Sonntag bis Freitag in Möd-
ling war, schupfte ihr Mann den Haus-
halt, wusch die Wäsche und half den Kin-
dern beim Lernen. Das war damals, 
Ende der 1980er-Jahre, noch keineswegs 
üblich. Ihre Funktionen brachten auch 
einen oft vollen Terminkalender mit sich. 
Für ihren Mann war das kein Problem: 
„Er hat sich gefreut und war stolz.“
Wie Renate Blauensteiner entwi-
ckeln viele Frauen, die sich nicht „von 
Natur aus“ in einer leitenden Position 
gesehen hätten, mit der Zeit und den 
Erfahrungen Führungsqualitäten. „Man 
wächst mit den Aufgaben“, sagt Blauen-
steiner. Am Anfang habe sie „Bammel 
vor allem“ gehabt und wollte vor allem 
als Frau nicht belächelt werden. Ihr 
Selbstvertrauen hatte einen Wachstums-
schub nötig. Nach einer abgebrochenen 
Friseurlehre, einer Karenzzeit mit Kin-
dern sowie der Arbeit als Verkäuferin in 
einer Lampenfabrik und Fließbandjobs 
mit Schichtarbeit war selbst das Schrei-
ben eine Herausforderung für sie. Sie 
nahm sie an, verfasste fortan Protokolle 
„Ist das ein Mann oder eine Frau? 
Diese Frage sollte sich gar nicht 
mehr stellen.“
Renate Blauensteiner
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