44 Arbeit&Wirtschaft 1/2017
Der blog.arbeit-wirtschaft.
at ist die digitale Ergänzung 
zur Printausgabe der „A&W“. 
Frisch gebloggt zeigt einige 
Highlights, die kürzlich on-
line zu lesen waren. Die Arti-
kel in voller Länge sowie jede 
Menge anderer spannender 
Artikel finden sich unter  
blog.arbeit-wirtschaft.at.
Hier einige besonders lesens-
werte Beiträge:
» Warum Geld umver-
teilen allein keinen System-
wandel ermöglicht (Andreas 
Novy)
» Europaweite Stärkung 
der Kollektivvertragssysteme 
gefragt (Thorsten Schulten, 
Guy Van Gyes und Torsten 
Müller)
» Gentrifizierung in Wien? 
Eine Annäherung (Katharina 
Hammer und Judith Wittrich)
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GELD IST NICHT ALLES: BEISPIEL BRASILIEN
In der brasilianischen Sozialpolitik wurde zuletzt vor allem ein Konzept zur Armutsbekämp-
fung umgesetzt, das auch die neoliberal dominierte Weltbank forciert: an Bedingungen geknüpf-
te  Geldleistungen (Conditional Cash Transfers). So bekommen über das Programm Bolsa Familia 
über 13 Millionen arme Familien Unterstützung. Hunger und extreme Armut wurden bekämpft 
und die Teilhabe der Armen am Massenkonsum ermöglicht.
Beim Aufbau neuer Infrastruktur gibt es dagegen nur wenig Erfolg. Die reaktionären Kräfte, die 
Brasilien seit Mai 2016 regieren, stärken ausgrenzende und hierarchisch strukturierte Institutionen 
und Infrastrukturen: hoch subventionierte private Medienkonzerne, autofreundliche Verkehrskon-
zepte, Privatschulen und Privatkrankenkassen. Bei Einrichtungen wie öffentlichen Schulen oder 
Krankenhäusern wird hingegen gekürzt.
Staatliche Geldtransfers allein ermöglichen kein gutes Leben für alle. Vielmehr ändert sich nichts 
an Gesellschaftsstrukturen, in denen öffentliche Angebote nur in schlechter Qualität verfüg-
bar sind und nur von Menschen in Anspruch genommen werden, die sich nichts anderes leisten 
 können.
Lesen Sie mehr: tinyurl.com/zs68fee
KOLLEKTIVVERTRÄGE IN EUROPA 
Nach dem Zweiten Weltkrieg galten starke Gewerkschaften und umfassende Kollektivver-
tragssysteme als Garanten für eine relativ egalitäre Einkommensverteilung und Vorbedingung 
für nachhaltiges und inklusives Wachstum. Zuletzt ist in der EU allerdings eine Sichtweise 
vorherrschend, die Löhne und Kollektivverträge vor allem als Problem für die Wettbewerbs-
fähigkeit ansieht. Im Rahmen der neuen europäischen Economic Governance haben neolibe - 
rale Ansichten an Einfluss gewonnen und zu politischen Empfehlungen geführt, die in einigen 
Ländern weitreichende Eingriffe in die nationalen Kollektivvertragssysteme begründet haben. 
Es kam in einigen europäischen Ländern zu einem beachtlichen Rückgang von Flächen-
kollektivverträgen und ihrer Bindungswirkung. Zu beobachten sind in Süd- und Osteuropa 
deutliche Rückgänge der Reallöhne und ein Anstieg der Lohnungleichheit. 
Ein Ausweg aus der Krise in Europa kann aber nur gelingen, wenn die Ungleichheit verringert 
wird und die Realeinkommen der Mehrheit der Menschen steigen. Dazu braucht es ein alter-
natives Wohlstandsmodell mit nationaler Umsetzung und europaweiter Koordinierung. Ein 
Schritt in diese Richtung ist die Kampagne des Europäischen Gewerkschaftsbunds unter dem 
Motto „Europe needs a pay rise“, mit der nationale Gewerkschaftsstrategien zur Stärkung der 
Lohn- und Kollektivvertragspolitik europaweit koordiniert werden sollen.
Lesen Sie mehr: tinyurl.com/zwy25xd
WIEN UND DIE GENTRIFIZIERUNG
Über Gentrifizierung in europäischen Großstädten kann man schon länger lesen, aber wie sieht 
die Situation in Wien aus? Gentrifizierung meint grob gesagt Prozesse, bei denen sich entweder 
durch Zuzug bestimmter Gesellschaftsgruppen oder Investitionen in bauliche Strukturen 
Miet- und Kaufpreissteigerungen ergeben, die letztlich eine Verdrängung von einkommens - 
schwächeren Gruppen zur Folge haben.
In Wien federte ein starker sozialer Wohnbau und ein im internationalen Vergleich entspannter 
Wohnungsmarkt viele negative Entwicklungen ab. Kaum eine andere Stadt besitzt ähnlich große 
kommunale Wohnbaubestände: Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in privaten 
Mietwohnungen und unterliegt damit allenfalls der Gentrifizierung. Dennoch muss auch in 
Zukunft der soziale Wohnbau gestärkt werden, um neoliberale Tendenzen einzubremsen. Weiters 
sollten Investoren einen Teil der sozialen Verantwortung tragen und beispielsweise verpflichtet 
werden, einen Teil von Neubauten oder Nachverdichtungen sozial verträglich zu vermieten.
Lesen Sie mehr: tinyurl.com/jm5tgwc
        

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