46 Arbeit&Wirtschaft 4/2017
Adler, Victor: �sterreichischer Politiker (1852�
1918); urspr�nglich als Armenarzt t�tig, vereinte 
er 1889 die unterschiedlichen Str�mungen der 
Arbeiterbewegung durch die Gr�ndung der Sozi-
aldemokratischen Arbeiterpartei. Sein Bem�hen 
war, die Radikalen einzubinden, um Revolten und 
blutige Auseinandersetzungen auf dem Weg von 
der Monarchie zur Demokratie zu verhindern. We-
nige Wochen vor seinem Tod wurde der schwer 
herzkranke Adler Au�enminister und trat f�r den 
Anschluss Deutsch�sterreichs an das Deutsche 
Reich ein. (Seite 38)
Aspiration: hier: zielgerichtete Hoffnung, Bestreben. 
(Seite 21)
Durchwegung: Erschlie�ung eines Areals durch 
Wege. (Seite 14)
Einheitswert: Der Einheitswert ist ein sogenannter 
Ertragswert, der die nat�rlichen und wirtschaftli-
chen Ertragsbedingungen widerspiegeln soll. Theo-
retisch sollte dieser Wert alle neun Jahre ange-
passt werden, tats�chlich waren s�mtliche Ein-
heitswerte von 1988 bis 2014 unver�ndert. Auf 
Basis des Einheitswertes werden nicht nur Grund- 
(erwerbs)- und Erbschaftssteuer privater Grund-
st�cke, sondern auch die Einkommensteuer, Sozial-
abgaben etc. bei landwirtschaftlichen Betrieben 
ermittelt. (Seite 37)
E-Control (Energie-Control Austria f�r die Regu-
lierung der Elektrizit�ts- und Erdgaswirtschaft): 
2001 anl�sslich der Liberalisierung der M�rkte 
gegr�ndete Regulierungsbeh�rde. Ihre Aufgabe 
ist, den Wettbewerb zu st�rken und sicherzustel-
len, dass dieser unter Ber�cksichtigung der Vor-
gaben der Versorgungssicherheit und Nachhaltig-
keit funktionieren kann. Um im Interesse aller 
Markt teilnehmer handeln zu k�nnen, ist die E-
Control nicht weisungsgebunden. (Seite 45)
Gentrifizierung (Gentrifikation): Bezeichnung f�r 
den sozio�konomischen Strukturwandel gro�-
st�dtischer Viertel, indem diese attraktiver f�r 
zahlungskr�ftige Bev�lkerungsschichten werden; 
siehe auch Seite 8, Coverstory. (Seite 19)
Geothermie-Anlage: Anlage zur Nutzung von Erd-
w�rme f�r Strom bzw. (Fern-)W�rme; dies ist so-
wohl dezentral und oberfl�chennah f�r Einfamili-
enh�user oder Wohnhausanlagen m�glich als auch 
in Form von gro�en Anlagen. Die erste grenz�ber-
schreitende Fernw�rmeanlage Europas entstand 
1999 zwischen den St�dten Braunau und Simbach 
(Bayern). Daf�r wird ein Hei�wasservorkommen in 
rund 2.000 Meter Tiefe genutzt. (Seite 39) 
goldene Investitionsregel: Auf die �konomie um-
gelegt, bedeutet der alte Grundsatz der Ethik, 
�Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt 
werden willst�, das Prinzip, dass k�nftige Gene-
rationen nicht die Kosten f�r heutige Kredite tra-
gen m�ssen. Konkreter formulierte Gordon Brown, 
von 1997 bis 2007 britischer Schatzkanzler, diese 
�goldene Regel�: Innerhalb eines Konjunktur-
zyklus (der sich �ber mehrere Jahre erstreckt) 
sollen Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen 
sein; Schulden d�rfen ausschlie�lich f�r Investi-
tionen in �ffentliche Projekte und nicht f�r laufen-
de Kosten wie etwa Geh�lter f�r Angestellte im 
�ffentlichen Dienst gemacht werden. Im deut-
schen Verfassungsrecht schlug sich diese Regel 
bis 2009 im Grundgesetz nieder. Seit Einf�hrung 
der Schuldenbremse 2011 wird die Neuverschul-
dung durch fixe Prozents�tze reduziert. (Seite 37)
grosso modo: im Gro�en und Ganzen. (Seite 19)
Gr�nderzeit: Periode zwischen der Revolution 1848 
und dem B�rsenkrach 1873, die gepr�gt war durch 
Fortschrittsglauben und Wachstumseuphorie. Po-
litisch und wirtschaftlich war diese Zeit im Bereich 
des Staats (bis 1878) und der Gemeinde Wien (bis 
1895) durch die Dominanz des Liberalismus ge-
pr�gt. Dies f�hrte zu zahlreichen Industrie-, Ban-
ken- und Unternehmensgr�ndungen, die von un-
kontrollierten Spekulationen in B�rse- und Bank-
gesch�ften begleitet waren. Es wurde viel gebaut 
(Eisenbahnen, Ringstra�enbauten, erste Wiener 
Hochquellenwasserleitung, Donauregulierung etc.). 
Wien wuchs, in den Vororten wurden Mietskaser-
nen (mit den Bassena-Wohnungen) errichtet, wo 
die unteren Bev�lkerungsschichten und zugewan-
derte ArbeiterInnen lebten. (Seite 15)
Grundsteuer: von den Gemeinden eingehobene 
Sachsteuer auf inl�ndischen Grundbesitz; dabei 
wird unterschieden zwischen landwirtschaftlichem 
und sonstigem Besitz. (Seite 37)
Hillegeist, Friedrich: �sterreichischer SP-Politiker 
und Gewerkschafter (1895�1973); 1945�1963 
Vorsitzender der Gewerkschaft der Angestellten in 
der Privatwirtschaft (GAP), 1959 Vizepr�sident 
des �sterreichischen Gewerkschaftsbundes und 
Pr�sident des Hauptverbandes der �sterreichi-
schen Sozialversicherungstr�ger; 1945�1962 NR- 
Abgeordneter. (Seite 38)
IG Kultur: bundesweiter Dachverband und Inter-
essenvertretung von mehr als 350 autonomen 
�sterreichischen Kulturinitiativen. (Seite 16)
Kategorie-A-Wohnung: Die sogenannte Wohnungs-
kategorie ist ein bestimmendes Merkmal der Be-
rechnung des zul�ssigen Mietzinses. Man unter-
scheidet vier verschiedene Kategorien von A bis D. 
Eine Kategorie-A-Wohnung muss in brauchbarem 
Zustand sein, mindestens 30 m? gro� und aus Vor-
raum, einem Zimmer, K�che oder Kochnische, WC, 
einer zeitgem��en Badegelegenheit bestehen und 
�ber eine W�rmeversorgungsanlage oder eine 
Etagenheizung oder eine gleichwertige station�re 
Heizung sowie eine Warmwasseraufbereitung ver-
f�gen. (Seite 19)
K�rner, Theodor: �sterreichischer General und 
SP�-Politiker (1873�1957); 1945�1951 B�rger-
meister von Wien, 1951�1957 Bundespr�sident. 
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs leitete K�r-
ner das Pr�sidialb�ro des Staatsamtes f�r Heeres-
wesen. In dieser Funktion setzte er sich besonders 
f�r die Verteilung der Konsumg�ter an die Bev�l-
kerung ein, die noch in betr�chtlichen Mengen in 
den Depots der ehemaligen k .u. k. Armee lagerten. 
W�hrend der NS-Zeit war K�rner zweimal kurzzei-
tig in Haft. 1953, als Bundespr�sident, weigerte 
er sich, den VdU, die Vorg�ngerorganisation der 
FP�, in die Konzentrationsregierung mit der �VP 
aufzunehmen. (Seite 4)
�VW: �sterreichisches Volkswohnungswerk Ge-
meinn�tzige GesmbH; das 1954 gegr�ndete Wohn-
bauunternehmen ist seit 1984 eine 100-prozentige 
Tochter der Erste Bank. (Seite 35)
Raumordnungskonferenz (�ROK): von Bund, L�n-
dern und Gemeinden getragene, 1971 gegr�ndete 
Einrichtung unter Vorsitz des jeweiligen Bundes-
kanzlers; eine der zentralen Aufgaben ist die Er-
arbeitung und Ver�ffentlichung des �sterreichi-
schen Raumentwicklungskonzeptes, das in der 
Regel alle 10 Jahre erscheint. (Seite 36)
sanfte Stadterneuerung: Mitte der 1970er-Jahre 
von der Wiener Stadtregierung entwickeltes Kon-
zept, um Gentrifizierung und die damit einherge-
hende Erh�hung der Mieten zu vermeiden. Dabei 
wurden bzw. werden f�r sanierungsbed�rftige 
Geb�ude sehr g�nstige Kredite vergeben. Die Kos-
ten f�r die in diesen Geb�uden lebenden Miete-
rInnen erh�hten sich dadurch nur wenig. Zus�tz-
lich arbeiten in den f�r die �sanfte� Stadterneu-
erung festgelegten Distrikten, in denen entspre-
chende Geb�ude allm�hlich erneuert werden 
sollen, die Teams der Gebietsbetreuung. Sie sollen 
durch Information und Beratung der Bev�lkerung, 
Motivation der Hauseigent�merInnen zur Sanie-
rung ihrer H�user, Initiative und Planung f�r Ver-
besserungsma�nahmen im �ffentlichen Raum 
(Begr�nung, Verkehrsberuhigung) sowie Koordi-
nation aller Beteiligten die Stadterneuerung vor-
antreiben. (Seite 19)
Slavik, Felix: �sterreichischer SP-Politiker (1912�
1980); 1945/1946 amtsf�hrender Wiener Stadtrat 
f�r das Wohnungswesen, sp�ter Finanzstadtrat, 
1970�1973 B�rgermeister. (Seite 4)
strukturelle Neuverschuldung: Bezeichnung f�r 
die um den Effekt von Konjunkturschwankungen 
bereinigte Neuverschuldung des Staates. Die in 
Krisenzeiten anfallenden Zusatzkosten (etwa f�r 
h�here Arbeitslosigkeit) werden also beim struk-
turellen Defizit ebenso herausgerechnet wie die in 
au�erordentlichen Boom-Phasen erh�hten Steu-
ereinnahmen. (Seite 36)
Windfall Profit (Marktlagengewinn): Gewinn, der 
durch pl�tzliche, au�ergew�hnliche und unerwar-
tete Ver�nderungen der Marktentwicklung (Kos-
tensenkungen oder pl�tzliche starke Nachfrage) 
entsteht. (Seite 41)
Wohnbaubanken: Spezialbanken zur Finanzierung 
des Wohnbaus; zur Errichtung erschwinglicher 
Wohnungen werden Wohnbauanleihen vergeben. 
F�r Privatpersonen, die derartige Anleihen erwer-
ben, sind die Zinsertr�ge bis zur H�he von vier 
Prozent von der KESt befreit. (Seite 22)
Man kann nicht alles wissen ...
        

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