Full text: Was der alles kann! (6)

44 Arbeit&Wirtschaft 6/2017
Zuletzt wurde zu den Themen Notstandshilfe und 
Hartz IV kontrovers diskutiert und die Frage aufge­
worfen, ob nicht Sozialabbau nach dem Modell Hartz 
IV auch in Österreich die Arbeitslosigkeit und Un­
gleichheit senken könne. Überprüft man die Grund­
lage dieser Annahme, wird deutlich, dass Hartz IV 
in Deutschland weder die Ungleichheit verringert 
noch Beschäftigung geschaffen hat. Einschneidende 
Effekte hatten die Hartz­IV­Reformen nur auf den 
steigenden Anteil der NiedriglohnbezieherInnen und 
die  Armutsgefährdungsquote. Die Armutsgefähr­
dung unter Arbeitslosen ist in Deutschland mit ei­
nem Anteil von 69 Prozent im EU­Vergleich sogar am 
höchsten. Hartz IV führt zu mehr Ungleichheit, weil 
es zur Veräußerung selbst kleinster „Vermögen“ und 
zur Annahme von Arbeit zu Armutslöhnen zwingt. 
Würde man Hartz IV auf Österreich umlegen, würde 
dies einen beträchtlichen Anstieg der Armutsgefähr­
dung und nicht abschätzbare gesellschaftliche Folge­
kosten durch erhöhte Armut bedeuten.
Was in Österreich hingegen wirklich gebraucht wird, 
sind echte Beschäftigungschancen und eine ausrei­
chende Existenzsicherung bei Arbeitslosigkeit, um 
den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft 
zu wahren. 
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Hartz IV – Klassenkampf von oben Josef Wallner 
Über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf 
die Arbeitswelt gibt es mittlerweile unzählige Studi­
en und Publikationen. Die Bandbreite der Prognosen 
schwankt dabei ungemein: Manche sehen in der Di­
gitalisierung die Wunderwaffe der Zukunft, andere 
warnen vor massiven negativen Auswirkungen auf den 
Arbeitsmarkt. Doch Digitalisierung ist keine Natur­
gewalt, vielmehr haben wir es als Gesellschaft selbst 
in der Hand, wie sich die Digitalisierung gestaltet – 
erst Gebrauch und Umgang mit neuen Technologi­
en entscheiden über ihre Auswirkungen. Karl Marx’ 
Gedanken zum technischen Fortschritt sind in diesem 
Zusammenhang überraschend aktuell. Er sah in der 
Technik die Chance, die notwendige Arbeit zu ver­
ringern und dadurch Emanzipation zu ermöglichen: 
„Je mehr die Produktivität der Arbeit wächst, umso 
mehr kann der Arbeitstag verkürzt werden.“ Arbeits­
zeitreduktion, solidarische Verteilung von Arbeit, hu­
manistische Bildung und gerechte Verteilung der Pro­
duktivitätssteigerung bzw. Digitalitätsdividende sind 
hierbei zentrale Elemente. Um die Herausforderungen 
des digitalen Zeitalters zu meistern, braucht es eine 
emanzipatorische Politik im Sinne von Marx, bei der 
nicht allein die Logik des Marktes und der Kapital­
vermehrung im Vordergrund steht.   
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Mit Marx über die Digitalisierung nachdenken Tobias Hinterseer und Bernd Wimmer
        

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