Full text: Was der alles kann! (6)

46 Arbeit&Wirtschaft 6/2017
Achilles: Figur der griechischen Mythologie, 
 Urenkel von Göttervater Zeus; war bis auf eine 
Stelle an der Ferse unverwundbar. Achilles (auch: 
Achill oder Achilleus) war der bedeutendste Held 
der Griechen im Kampf um Troja. Er wird schließ-
lich von Paris durch einen Pfeil in die Ferse 
getötet. (Seite 30)
Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen: 1963 
etabliertes Kompetenzzentrum der vier Sozial-
partner (ÖGB, AK, Wirtschafts- und Landwirt-
schaftskammer) mit der Aufgabe der analyse-
fundierten Politikberatung. Aktuell wurden unter 
anderem folgende Ziele vereinbart: Sicherung 
der inter nationalen Wettbewerbsfähigkeit (v. a. 
durch mehr Forschung, Produktivitätssteigerun-
gen und  Qualitätsverbesserungen); Förderung 
und Entwicklung der menschlichen Begabungen 
und Fähigkeiten durch Aus- und Weiterbildung; 
 Erhaltung und Verbesserung einer humanen 
 Arbeitswelt sowie Weiterentwicklung einer mög-
lichst ausgewogenen Sozialstruktur. (Seite 41)
Böhm, Johann: österreichischer Gewerkschafts-
funktionär und SP-Politiker (1886–1959), 1927–
1930 Gemeinderat, danach bis 1934 Nationalrat. 
Böhm war 1945 einer der Gründer des überpartei-
lichen ÖGB, dessen Präsident er bis 1959 war. 
Außerdem gilt er als einer der Hauptinitiatoren der 
Sozialpartnerschaft. (Seite 43)
diametral: gegenüberliegend. (Seite 43)
Digitale Betriebsstätte: 2015 hat die OECD das 
finale Maßnahmenpaket zum BEPS-Projekt (Base 
Erosion and Profit Shifting) der OECD/G20 ver-
öffentlicht. Ziel dieses Projekts ist es, Steuerver-
meidungspraktiken in internationalen Konzern-
strukturen zu verhindern und eine faire Besteue-
rung internationaler Unternehmen sicherzustel-
len. In diesem Zusammenhang wurde unter an-
derem der Begriff der Betriebsstätte angepasst: 
Damit wurden auch sogenannte Hilfsstätten von 
Versandhändlern zu steuerpflichtigen Betriebs-
stätten. (Seite 19)
Ehegattensplitting: in Deutschland seit 1958 an-
gewandtes Verfahren zur Berechnung der Einkom-
mensteuer von zusammenveranlagten Ehepaaren 
und LebenspartnerInnen, das im Detail so abläuft: 
Das zu versteuernde Einkommen (zvE) der Ehe-
gatten wird ermittelt und halbiert (gesplittet). Die 
so errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt 
und für das halbierte zvE wird die Einkommen-
steuer nach dem geltenden Einkommensteuertarif 
berechnet. (Seite 14)
Europäische Säule sozialer Rechte: In seiner 
 ersten Rede zur Lage der Union im September 
2015 stellte Kommissionspräsident Juncker seine 
Vision einer europäischen Säule sozialer Rechte 
vor. Damit sollte eine Reihe von Rechten und 
Grundsätzen festgelegt werden, mit deren Hilfe 
faire und gut funktionierende Arbeitsmärkte und 
Sozialsysteme unterstützt werden können. Die 
Säule umfasst drei Hauptkategorien: Chancen-
gleichheit und Arbeitsmarktzugang; faire Ar-
beitsbedingungen; Sozialschutz und soziale In-
klusion. Durch diese Ankündigung ist unter den 
EU-Behörden, den Mitgliedstaaten, Sozialpart-
nern, der Zivilgesellschaft sowie den BürgerIn- 
nen eine breite Debatte über die Gestaltung der 
Säule entstanden sowie darüber, wie Fairness 
und soziale Gerechtigkeit in Europa gewährleistet 
 werden können. (Seite 34)
Europäischer Fonds für die Anpassung an die 
Globalisierung: Der EGF hilft ArbeitnehmerInnen, 
wenn diese infolge der Veränderungen des Welt-
handelsgefüges (z. B. Schließung eines großen 
Unternehmens oder Verlagerung einer Produk-
tionsstätte außerhalb der EU) ihren Arbeitsplatz 
verloren haben. Er verfügt von 2014 bis 2020 über 
ein maximales Jahresbudget von 150 Millionen 
Euro. Im Gegensatz zu den EU-Strukturfonds hat 
der EGF keinen langfristigen Ansatz, sondern 
 bietet einmalige, zeitlich begrenzte und indivi-
duelle Unterstützung. (Seite 32)
Kompetenzzentrum Qualitätssicherung in der 
häuslichen Pflege: Im Rahmen von Studien hat 
sich vor einigen Jahren herausgestellt, dass in der 
häuslichen Pflege und Betreuung ein hohes Infor-
mations- und Beratungsdefizit besteht, beson-
ders bei den pflegenden Angehörigen. Zur Quali-
tätssicherung wurde unter anderem eingeführt, 
dass PflegegeldbezieherInnen, die zu Hause ge-
pflegt und betreut werden, von diplomierten Ge-
sundheits- und Krankenpflegepersonen kostenlos 
besucht werden. Die bundesweite Organisation 
und Koordinierung der Qualitätssicherung in der 
häuslichen Pflege erfolgt durch die Sozialversi-
cherungsanstalt der Bauern. Dort ist auch das 
Kompetenzzentrum angesiedelt, das für alle Ent-
scheidungsträger und PflegegeldbezieherInnen 
zuständig ist. (Seite 13)
Löfven, Stefan: schwedischer Politiker, geb. 1957; 
seit 2012 Vorsitzender der Sozialdemokratischen 
Arbeiterpartei Schwedens (SAP) und seit 2014 
schwedischer Ministerpräsident. Er führte von 
2006 bis 2012 die IF Metall, eine der größten 
 Gewerkschaften des Landes. Damit gehörte er 
zwar dem Führungsgremium der Arbeiterpartei 
an, hatte zuvor aber keine Parteikarriere durch-
laufen. (Seite 35)
Renner, Karl: österreichischer sozialdemokrati-
scher Politiker (1870–1950), 1918–1920 Staats-
kanzler, danach bis 1934 NR-Abgeordneter. 1933 
legte Renner aus abstimmungstechnischen 
 Gründen sein Amt als NR-Präsident zurück, was 
letztendlich zum Staatsstreich von Engelbert 
 Dollfuß führte. Renner, der sich schon 1918 für 
den Anschluss an das Deutsche Reich einge - 
setzt hatte, war auch 1938 dafür. Die NS-Zeit 
verbrachte er unter Hausarrest, 1945 wurde 
 Renner erster Bundespräsident der Zweiten 
 Republik. (Seite 4)
Riester-Reform: 2000/2001 durchgeführte Ren-
tenreform in Deutschland, bei der das Netto-
rentenniveau des Eckrentners, eines ideal - 
typisch sozialversicherungspflichtig Beschäftig-
ten, der 45 Jahre lang Sozialversicherungs - 
beiträge eingezahlt hat, von 70 auf 67 Prozent 
reduziert wurde. Namensgeber ist Walter Riester, 
der als Bundesminister für Arbeit und Sozial-
ordnung (1998–2002) für die Förderung der pri-
vaten Vorsorge plädierte. (Seite 6)
Syriza: Koalition der radikalen Linken in Griechen-
land; 2004 gegründet als Bündnis der 
linken und radikal-linken Parteien, 2012 
offizi elle Parteigründung. Bei den Parlaments-
wahlen Anfang 2015 errang die Linkspartei 
149 von 300 Mandaten. Danach wurde Partei-
obmann Alexis Tsipras als Ministerpräsident 
v ereidigt. (Seite 29)
Transferleistungen: Geld- oder Sachleistungen, 
für die keine direkte Gegenleistung erbracht 
wird und die sozialen Ausgleich schaffen sollen. 
In der Regel handelt es sich dabei um Zahlungen 
des Staates an Privatpersonen wie beispiels - 
weise das Kinderbetreuungsgeld. Aber auch 
Subven tionen an Unternehmen sind Transferleis-
tungen. (Seite 13)
Tsipras, Alexis: griechischer Politiker, geb. 1974; 
Vorsitzender der Partei Syriza und seit 2015 
 griechischer Ministerpräsident. Weil sich die 
 griechische Wirtschaft laut Statistik etwas 
erholt hat, die Menschen aber davon nichts be-
merken, steht Tsipras wegen halbherziger 
 Reformen immer wieder in der Kritik. (Seite 33)
Umlageverfahren: Methode zur Finanzierung 
von Sozialversicherungen, speziell der Altersvor-
sorge. Die eingezahlten Beiträge werden unmit-
telbar zur Finanzierung der Leistungsberechtigten 
herangezogen, also an diese wieder ausbezahlt. 
Rücklagen werden vom Sozialversicherungsträger 
nur in geringem Umfang gebildet. (Seite 17)
Visegrád-Länder: In der ungarischen Stadt 
 Visegrád wurde 1991, nach dem Ende des 
 Ostblocks, ein Freihandelsabkommen zwischen 
Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei ab-
geschlossen. Die Visegrád-Gruppe (V 4, mit 
 Tschechien und Slowakei) besitzt keine formale 
oder institutionale Struktur, bemüht sich aber 
um den Austausch von Informationen und um 
die Koordination politischer Positionen. (Seite 18)
Man kann nicht alles wissen ...
        

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