33Arbeit&Wirtschaft 7/2018 Weil im Allgemeinen Unternehmer gut im Verhandeln sind, sind sie gegen- über den meisten ArbeitnehmerInnen im Vorteil. Dieses Ungleichgewicht aus- zugleichen ist auch die Aufgabe der AK- ExpertInnen. Anderen AnwältInnen ist das normalerweise kein Anliegen, sie stehen immer auf der Seite ihrer Man- dantInnen – egal ob ArbeitnehmerIn oder Arbeitgeber. Langjährige Zusammenarbeit Die Gerichtsverfahren werden nur zu rund 20 Prozent von AK-JuristInnen be- stritten, die hauptsächlich bei rechtlich relevanten Verfahren eingesetzt werden. Die restlichen 80 Prozent erfolgen in Kooperation mit ArbeitsrechtsexpertIn- nen. Durch die meist langjährige Zu- sammenarbeit kann die AK auch ausge- wiesene SpezialistInnen wie etwa für Ar- beitsrechtsprozesse im Baubereich ver- mitteln. Durch die konsequente Parteilich- keit können die von der AK eingesetz- ten JuristInnen mit ihrer Expertise eine Leistung bieten, die für die Mitglieder sonst so nicht abrufbar wäre. Nicht nur weil für die meisten Betroffenen ein Gerichtsverfahren ein zu großes finan- zielles Risiko bedeuten würde, sondern auch weil sich die Fachleute der AK im Arbeitsrecht so gut auskennen wie nur wenige SpezialistInnen unter den An- wältInnen. Und selbst wer es sich fi- nanziell leisten kann: Wie soll jemand wissen, welcher Anwalt bzw. welche Anwältin tatsächlich ausreichend Er- fahrung im Arbeitsrecht hat? „Unsere ExpertInnen“, so Hans Trenner, „haben den Vorteil, dass sie immer auf der Seite der Beschäftigten stehen, während andere Arbeitsrechts- expertInnen schließlich auch Unter- nehmer bei Prozessen vertreten. Unsere Mitglieder bekommen also punktgenau das, was sie brauchen. In der Beratung erhalten sie Orientierung im Arbeits- recht und in den späteren Stadien geht es darum, rechtzeitig genau das zu tun, was für die Rechtsdurchsetzung nötig ist.“ Auf diese Weise ist es möglich, dass von Insolvenzen Betroffene meist inner- halb weniger Wochen zu ihrem Geld kommen. So haben beispielsweise nach der Zielpunkt-Insolvenz alle Beschäftig- ten innerhalb von drei Wochen auch ihr rückständiges Geld bekommen. Für die AK ist es egal, ob es in einem Verfahren darum geht, dass ein Arbeiter endlich wieder seinen Lohn bekommt oder ob ein leitender Angestellter in einer kniffligen Rechtsfrage per Gerichtsurteil eine Klärung seiner beruflichen Lage er- reichen will. Es geht darum, punktgenau die Leistung zu bringen, die die Men- schen brauchen. Dazu zählt auch die Be- ratung, ob ein Gerichtsverfahren über- haupt sinnvoll ist oder eine kurzfristige außergerichtliche Einigung nicht besser wäre. Hans Trenner nennt ein aktuelles Beispiel: „Der erste Prozess in Zusam- menhang mit der Fusion zweier österrei- chischer Fluglinien wurde 1994 eingelei- tet. Hier gab es vor wenigen Monaten ein Urteil über die Gehaltsfragen. Die Frage der Pensionsansprüche ist für die betrof- fenen Piloten allerdings noch immer nicht geklärt.“ Schreiben Sie Ihre Meinung an die Autorin a.fadler@aon.at oder die Redaktion aw@oegb.at Gruppenberatung mit Handwerkern: „Können mich alle verstehen?“ Dank der Mehrsprachig- keit des AK-Arbeits- rechtsexperten Admir Bajric kön- nen die Ansprüche der sechs Männer rasch geklärt und entsprechende Schritte eingeleitet werden.

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