46 Arbeit&Wirtschaft 7/2018
Man kann nicht alles wissen ...
Agenda Austria: Die „Vereinigung für wissen-
schaftlichen Dialog und gesellschaftliche Erneu-
erung“ wurde 2013 gegründet. Mitglieder und 
Financiers der neoliberalen Denkfabrik sind 
durchwegs Wirtschaftsunternehmen und vermö-
gende Privatpersonen; Geschäftsführer: Franz 
Schellhorn, ehemaliger Leiter der Wirtschafts-
redaktion der Tageszeitung Die Presse. (Seite 8)
BetriebsrätInnen Akademie (BRAK): zielgruppen-
spezifischer 14-wöchiger VÖGB-Lehrgang in Voll-
zeit. Er kann nur von Personen besucht werden, 
die ArbeitnehmervertreterInnen in der Funktion 
des/der (stellvertretenden) Vorsitzenden sind bzw. 
aus gewerkschaftlich strategisch wichtigen Be-
trieben kommen und für die Ausbildungszeit ka-
renziert werden. Teilnehmende müssen von ihrer 
Gewerkschaft und der AK nominiert werden. 
 (Seite 20)
Bildungsgutschein: Der AK-Bildungsgutschein 
soll Mitgliedern den Zugang zur Weiterbildung 
erleichtern. Der Gutschein in der Höhe von 120 
Euro kann entweder auf einmal eingelöst oder auf 
mehrere Kurse aufgeteilt werden. Eltern in Karenz 
erhalten 170 Euro als Unterstützung beim Wieder-
einstieg. (Seite 27)
Eurofound (European Foundation for the Impro-
vement of Living and Working Conditions): Euro-
päische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- 
und Arbeitsbedingungen; 1975 gegründete EU-
Einrichtung mit Sitz in Dublin; außerdem gibt es 
ein Verbindungsbüro in Brüssel. Ziel von Euro-
found ist es, die Aktivitäten von EU-Organen, 
Regierungen, Interessenvertretungen etc. im 
 Bereich der Politikgestaltung zu unterstützen. 
www.eurofound.europa.eu (Seite 27) 
explorativ: untersuchend, erforschend. (Seite 27)
Familienbonus (Plus): Steuerabsetzbetrag, mit 
dem ab 2019 die Steuerlast um bis zu 1.500 Euro 
pro Kind und Jahr reduziert werden kann. Nach 
dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein reduzier-
ter Familienbonus Plus in der Höhe von 500 Euro 
jährlich zu, wenn für dieses Kind weiterhin Fami-
lienbeihilfe bezogen wird. Geringverdienende Al-
leinerziehende bzw. Alleinverdienende, die keine 
oder eine geringe Steuer bezahlen, erhalten den 
sogenannten Kindermehrbetrag in Höhe von 250 
Euro pro Kind und Jahr. (Seite 13)
Firnberg, Hertha: österreichische SP-Politikerin 
(1909–1994); 1971–1983 nach Grete Rehor zwei-
te Ministerin (Wissenschaft und Forschung) in 
Österreich. In ihre Amtszeit fiel unter anderem die 
Universitätsreform 1975. (Seite 42)
Galbraith, James Kenneth: US-Wirtschaftswissen-
schafter, geb. 1952; Sohn des linksliberalen Wirt-
schaftswissenschafters John K. Galbraith (1908–
2006). Galbraith ist auch Gründungsmitglied der 
2016 von Yanis Varoufakis initiierten Bewegung 
Demokratie in Europa 2025. (Seite 10)
geringfügige Beschäftigung: jede Art von Be-
schäftigung mit einem monatlichen Entgelt unter 
438,05 Euro. Die Geringfügigkeitsgrenze pro Ar-
beitstag wurde mit Jänner 2017 abgeschafft. 
Geringfügig Beschäftigte sind unfallversichert, 
sobald (etwa bei mehreren Dienstverhältnissen) 
ein/e ArbeitnehmerIn die Geringfügigkeitsgrenze 
überschreitet, werden sämtliche Sozialabgaben 
fällig. (Seite 15)
Gold-Plating: „Übererfüllung“ von EU-Richtlinien; 
die Verschlechterung nationaler Gesetze und Re-
gelungen durch Angleichung an EU-Mindeststan-
dards ist prinzipiell möglich – außer wenn es in 
den jeweiligen EU-Richtlinien eine sogenannte 
Nichtrückschrittsklausel gibt. In der EU-Arbeits-
zeitrichtlinie etwa ist das der Fall und eine 
Schlechterstellung (bzgl. Urlaub) ist nicht erlaubt. 
Ein derartiger Passus fehlt aber sehr oft im EU-
Recht. (Seite 18)
Hayek Institut: 1993 gegründeter, neoliberal aus-
gerichteter Thinktank mit Sitz in Wien; Namens-
geber Friedrich August von Hayek (1899–1992) 
gilt als Vater des Neoliberalismus. Er war einer 
der wichtigsten Vertreter der Österreichischen 
Schule der Nationalökonomie und erhielt 1974 den 
Nobelpreis. (Seite 8)
Hesoun, Josef: österreichischer SP-Politiker 
(1930–2003); der gelernte Automechaniker wurde 
1974 Präsident der AK Niederösterreich und war 
von 1990 bis 1995 Arbeits- und Sozialminister. In 
seine Zeit als Minister fallen die Einführung des 
Pflegegeldes sowie die Ausgliederung und Umge-
staltung der Arbeitsmarktverwaltung in das AMS. 
(Seite 42)
Jahoda, Marie: österreichische Sozialpsychologin 
und Sozialdemokratin (1907–2001); gemeinsam 
mit ihrem Mann Paul Felix Lazarsfeld und Hans 
Zeisel untersuchte sie 1932 die Auswirkungen 
langer Arbeitslosigkeit. Die Studie über die Ar-
beitslosen von Marienthal in Form einer teilneh-
menden Beobachtung gilt als Meilenstein der 
empirischen Sozialforschung. Die AutorInnen 
waren nicht nur neutrale Beobachter, sondern 
initiierten auch Kleidersammlungen, Turnkurse 
etc. Marie Jahoda emigrierte nach ihrer Verhaf-
tung und der Aberkennung der österreichischen 
Staatsbürgerschaft 1937 nach England und da-
nach in die USA.  (Seite 13)
Katzmair, Harald: österreichischer Soziologe, geb. 
1969; seit 1997 Geschäftsführer und wissen-
schaftlicher Leiter der Sozialwissenschaftlichen 
Forschungsgesellschaft FAS-Research, die sich 
hauptsächlich mit der Erforschung von Netzwer-
ken beschäftigt. (Seite 8)
Leichter, Käthe: österreichische sozialistische 
Gewerkschafterin (1895–1942). Da ihr in Wien 
zuerst das Jus-Studium und dann der Abschluss 
verweigert wurde, zog Leichter nach Heidelberg. 
Zurück in Wien übernahm sie unter anderem den 
Aufbau des Frauenreferats der Arbeiterkammer. 
1938 wurde sie festgenommen und trotz interna-
tionaler Proteste 1940 ins KZ Ravensbrück depor-
tiert, wo sie später ermordet wurde. (Seite 13)
Negt, Oskar: deutscher Sozialphilosoph, geb. 
1934; seit den frühen 1960er-Jahren ist er den 
Gewerkschaften eng verbunden; 1994 begründete 
Negt die Loccumer Initiative kritischer Wissen-
schafter mit, die sich nach eigenen Angaben aus 
Sorge um „die geistig-politische Vorherrschaft 
konservativer und neo-liberaler Ideologien im öf-
fentlichen Leben“ zusammengefunden hatte. In 
seinen letzten Büchern beschäftigte Negt sich 
hauptsächlich mit den Themen Arbeit, Würde und 
Globalisierung. (Seite 15)
PowerPoint: Microsoft-Computerprogramm zum 
Erstellen von Präsentationen. (Seite 21)
Referenzzinssatz: Bei Sparprodukten mit variab-
len Zinsen und festgelegten Regeln für Zinsan-
passungen gibt es immer einen sogenannten 
Referenzzinssatz, anhand dessen sich der neue 
Zinssatz errechnet. Ein Referenzzinssatz ist stets 
ein offizieller Marktzinssatz, dessen Wert jederzeit 
öffentlich zugänglich ist. Österreichische Banken 
richten sich häufig nach dem 3-Monats-Euribor. 
Der Euribor (Euro InterBank Offered Rate) ist seit 
1999 der Referenzzinssatz der Europäischen Wäh-
rungsunion. (Seite 36)
Stop-Loss-Vereinbarung: Um das Wechselkurs-
risiko bei den vor allem vor der Bankenkrise po-
pulären Fremdwährungskrediten einzudämmen, 
boten die Banken den Abschluss von Stop-Loss-
Vereinbarungen an, welche die KundInnen vor 
Verlusten schützen sollten: Gewinnt die Fremd-
währung (z. B. Yen oder Schweizer Franken), in 
welcher der Kredit aufgenommen wurde, an Wert, 
schlägt sich dies sofort auf die Kreditsumme nie-
der. Steigt der Kurs im Verhältnis zum Euro an, 
haben KreditnehmerInnen entsprechend mehr 
Schulden. Bei Stop-Loss-Vereinbarungen sicher-
ten die Banken ihren KundInnen zu, dass bei Er-
reichen eines festgelegten Kurses die Fremdwäh-
rungsschuld automatisch in Euro umgewandelt 
wird. Im Jänner 2015 kam es zu einem Kursturz 
des Schweizer Franken, die Banken konnten aller-
dings nicht rechtzeitig in Euro konvertieren, wo-
durch die Kreditsummen massiv anstiegen. (Sei-
te 36)
Tálos, Emmerich: österreichischer Politikwissen-
schafter und Publizist, geb. 1944; zu seinen 
Schwerpunkten zählen die Sozialpolitik und der 
Wohlfahrtsstaat, die politische Entwicklung Ös-
terreichs im 20. Jahrhundert, Austrofaschismus 
und die Sozialpartnerschaft. Im Jahr 2002 enga-
gierte er sich für das Sozialstaatsvolksbegehren. 
Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, 
zuletzt 2015 den Wilhelm-Hartel-Preis der Akade-
mie der Wissenschaften. (Seite 14)
        

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