Full text: Implementierung und Testung des "Arbeitsmarktindex der Arbeiterkammer Wien"

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6.5 Ergebnisse Bereichsindex 5 – Verteilung Sozialstaat 
Der fünfte und letzte Bereich befasst sich mit der Frage nach der sozialen 
Absicherung und dem Transferniveau in einem Land. Dementsprechend gehen 
Kennzahlen zu Ausmaß und Struktur der Sozialschutzleistungen (in % des BIP) ebenso 
in den Index ein, wie Indikatoren zu den Ergebnissen öffentlicher Intervention – 
abgebildet anhand der Armutsgefährdung. Insgesamt beinhaltet der Bereichsindex 
5, „Verteilung Sozialstaat“ zehn Indikatoren (siehe Übersicht 9).10 
Übersicht 9: Bereichsindex 5 – Subbereiche und Indikatoren 
Subbereiche Alle Indikatoren Bezug zum Bereich 
Soziale Absicherung 
und Transferniveau 
Sozialschutzleistungen in % des BIP: 
? Krankheit/Gesundheitsversorgung 
? Invalidität/Gebrechen 
? Alter 
? Familie/Kinder 
? Arbeitslosigkeit/Arbeitslosenquote 
? Sonstige Funktionen 
 
 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
 ? Armutsgefährdungsquote nach sozialen Transfers 
? Verbesserung Armutsgefährdungsquote durch Transfers 
? Relativer Medianwert der Armutsgefährdungslücke 
- 
+ 
- 
 ? Bildungsausgaben in % des BIP + 
Anm.: Spalte „Bezug zum Bereich“: Positiver Bezug (+): Je höher der Indikatorwert desto besser und negativer 
Bezug (-): Je niedriger desto besser. 
Q.: Eurostat. 
Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten – gemessen an der 
Standardabweichung der Indizes – sind in diesem Bereich größer als in den anderen. 
Dies macht die Heterogenität der Sozialstaatsaktivitäten deutlich: Wiederum führt 
Dänemark an, Rumänien bildet hingegen das Schlusslicht der EU-27. Allerdings ist die 
Situation auch in Bulgarien (1,3 Punkte) und in Lettland (1,6 Punkte) kaum besser. 
Etwas ausgeprägter ist der Sozialstaat in Estland und Litauen (2,3 bzw. 2,5 Punkte). 
Außer Ungarn und Slowenien erreicht bei diesem Index kein einziger neuer 
Mitgliedstaat einen Punktwert über dem Medianwert der EU-27. Auch die 
südeuropäischen Staaten Portugal, Spanien, Italien und Griechenland liegen mit 
ihren Werten unterhalb des Medians. Im Spitzenfeld findet sich demgegenüber nach 
Dänemark wenig überraschend Schweden vor den Niederlanden, Frankreich und 
Belgien wieder. Die Plätze 3-7 liegen knapp beisammen. Österreich nimmt dabei 
hinter Finnland und Belgien die siebente Position ein, mit doch deutlichem Abstand in 
                                                     
10 Zusätzlich wurde der von Eurostat errechnete Gini-Koeffizient der 27 EU-Mitgliedsstaaten gegenübergestellt. Dieser 
Indikator misst die Relation der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen zur Gesamtheit erzielter Einkommen in 
einem Land nach sozialen Transfers. Die hohe Korrelation von rund 70% des Gini-Koeffizienten mit den Punktwerten 
des fünften Bereichsindizes spricht für die Eignung des Indexes, die Verteilungsgerechtigkeit eines Sozialstaates 
abzubilden.
        

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