Volltext: Implementierung und Testung des "Arbeitsmarktindex der Arbeiterkammer Wien"

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7. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 
Im Rahmen dieses Projekts wurde der Versuch unternommen, komplexe 
ökonomische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge in fünf Indizes zu 
bündeln. Damit soll die relative Position der einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Hinblick 
auf unterschiedliche Aspekte des Arbeitsmarktes kompakt aufgezeigt werden. Um 
eine quantitative Einordnung der Arbeitsmarktsituation einzelner EU- Staaten anhand 
von Punktwerten zu entschärfen, werden die Indizes in Abbildung 9 in einer 
gruppierten Skala präsentiert.  
 
Die nordischen Staaten, angeführt von Dänemark, sind bei diesem Vergleich der EU-
Staaten zumeist an führender Stelle – Schweden zählt lediglich im Hinblick auf die 
Verteilung der Erwerbseinkommen nicht zur Spitzengruppe der Länder oberhalb des 
75%-Perzentils. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Niederlande und Österreich, deren 
Punktwerte sich bei vier – respektive drei – Indizes in der Spitzengruppe der EU-27 
bewegen. 
Die (teil-) frankophonen Länder Frankreich, Belgien und Luxemburg konnten sich bei 
jeweils zwei Bereichsindizes in den jeweiligen Spitzengruppen positionieren. Ein 
interessanter Newcomer in der Europäischen Gemeinschaft ist Slowenien: Sowohl im 
Bereich „Zugangsgerechtigkeit und Verbleib“ als auch bei der „Verteilung der 
Erwerbseinkommen“ rangiert dieses neue Mitgliedsland unter den führenden 
Nationen. 
Österreich ist insbesondere bei den ersten beiden Indizes, der Leistungskraft und der 
Integrationsorientierung des Arbeitsmarktes, relativ gut aufgestellt. Auch im Hinblick 
auf die Sozialstaatsaktivitäten ist Österreich auf den vorderen Rängen zu finden. 
Weiter hinten findet sich Österreich bei der Zugangsgerechtigkeit und der 
Einkommensverteilung; insbesondere die vergleichsweise unterdurchschnittliche 
Position Österreichs in punkto Exklusion und Kinderbetreuung ist auffällig. 
Durchwegs auf den hinteren Positionen finden sich süd- und osteuropäische Staaten. 
Die vergleichsweise schlechteste arbeitsmarktbezogene Situation ist für Rumänien zu 
konstatieren, aber auch Griechenland findet sich zumeist auf den hinteren 
Positionen. Bulgarien hat insbesondere im Bezug auf die Verteilungsgerechtigkeit des 
Sozialstaates Nachholbedarf, demgegenüber kann Ungarn gerade in diesem 
Bereich einen Platz direkt hinter den Spitzenländern einnehmen. 
Italien und Spanien zählen sowohl bezüglich der Leistungskraft ihres Arbeitsmarktes 
als auch bei der Zugangsgerechtigkeit zu den europäischen Schlusslichtern. Aber 
auch im Hinblick auf den Index „Verteilung Sozialstaat“ können diese beiden Länder 
nicht punkten. Spanien hat eine etwas bessere Integrationsorientierung aufzuweisen
        

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