Full text: Frauen und die Wirtschaftskrise

 
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Abbildung 3:   Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Wien, Niederösterreich und Tirol im Vergleich zu Österreich 
(Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %) 
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In
 %
 
Wien NÖ TirolQ:BALI web.  
Gemessen  an  der  Entwicklung  der  Arbeitslosigkeit  traf  die  Krise  Wien  infolge  des  hohen 
Dienstleistungsanteils  an  der  Beschäftigung  weniger  stark  als  Niederösterreich,  Tirol  und 
Gesamtösterreich  (Abbildung  3).  Das  Niveau  der  Arbeitslosigkeit,  gemessen  an  der 
Arbeitslosenquote,  ist  in  Wien  allerdings  mit  8,5 %  im  Jahr  2009  höher  als  in  Tirol  (6,3 %), 
Niederösterreich  (7,3 %)  und  Österreich  (7,2 %).  Jedoch  unterscheidet  sich  die  Höhe  der 
Arbeitslosigkeit nach dem Geschlecht deutlich. In Wien ist die Arbeitslosenquote der Männer deutlich 
höher als  im Schnitt Österreichs (2009: 10,1 % gegenüber 7,9 %), während die der Frauen nur  leicht 
über  dem  Österreich?Schnitt  liegt  (6,9 %  gegenüber  6,3 %).  Im  Gegensatz  dazu  entspricht  die 
Arbeitslosenquote  der  Männer  und  Frauen  in  Niederösterreich  etwa  dem  Österreich?Schnitt, 
während  sie  in  Tirol  für  beiderlei  Geschlecht  leicht  unter  dem Wert  für  Gesamtösterreich  liegt 
(Abbildung 4).  
AusländerInnen sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als InländerInnen, und zwar in 
allen  Bundesländern.  Der  längerfristige  Verlauf  der  Arbeitslosigkeit  nach  Staatsbürgerschaft 
verdeutlicht, dass AusländerInnen ein stärkeres Konjunkturmuster aufweisen als InländerInnen. So ist 
etwa  in der Phase der Hochkonjunktur die Arbeitslosigkeit der AusländerInnen stärker gesunken als 
die der InländerInnen und in der Krise mehr gestiegen (Konjunkturpuffer).  
Dies ist einerseits eine Folge der im Schnitt schlechteren Qualifikationsstruktur der AusländerInnen — 
je  geringer  die  Qualifikation,  desto  geringer  die  Hortung  von  Arbeitskräften  in  Zeiten  des 
Nachfrageausfalls —  andererseits der  stärkeren Konzentration der AusländerInnen  auf  konjunktur?
reagible Branchen, d.h. exportorientierte Beschäftigungszweige. Auch die Betriebsgröße der Betriebe, 
in  der  In?  und  AusländerInnen  typischerweise  arbeiten,  hat  einen  Einfluss  auf  die 
        

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