EDITORIAL
Planung in der Krise
Die gegenw�rtige Krise der Weltwirtschaft hat eine Inten�
sivierung der staatlichen Interventionen notwendig ge�
macht. Deutliches Beispiel daf�r ist die betr�chtliche
Ausweitung des staatlichen Eigentums an Unternehmen
bzw. ganzen Wirtschaftszweigen, die in Westeuropa durch
strukturelle Schwierigkeiten in ihrer Existenz gef�hrdet
sind. Die Notwendigkeit dieses Ausbaus der Staats�
interventionen erwies sich als st�rker als die Skepsis
gegen�ber solchen Eingriffen, die nicht nur von rechts,
sondern auch von linken, autonomistischen Str�mungen
artikuliert wird.
Der Charakter dieser staatlichen Eingriffe kann wohl
zurecht mit dem Begriff des Krisenmanagements bezeich�
net werden, sie verfolgen allesamt keine erkennbaren
langfristigen Zielsetzungen, sind vielmehr auf Vermeidung
oder Milderung akuter Sch�den gerichtet. Es mag er�
staunen, da� in dieser Situation selbst in jenen Kreisen,
die nicht mit ordnungspolitischen Scheuklappen die Welt
betrachten, der Ruf nach �konomischer oder gesamtgesell�
schaftlicher Planung kaum laut wird, ist doch die Zeit
der Krise dem Auftreten neuer Planungsideen, neuen
Entw�rfen f�r Planungsmechanismen immer g�nstig
gewesen.
Dies ist vor allem darauf zur�ckzuf�hren, da� die
klassischen Planungsvorstellungen selbst bereits seit
l�ngerer Zeit in einer tiefen Krise stecken, die bisher nur
unzureichend analysiert wurde. Bez�glich des Konzepts
einer umfassenden und strikten �konomischen Planung,
wie es in zahlreichen kommunistisch regierten L�ndern
seit Jahren in verschiedenen Variationen angewendet wird,
mu� diese Feststellung hier nicht n�her begr�ndet wer�
den. Doch auch das westliche Muster der Rahmenplanung,
wie es etwa nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich
angewendet wurde, hat viel von seiner Attraktivit�t ver�
loren.
In diesem Rahmen kann keine vollst�ndige Begr�ndung
f�r diese Entwicklung versucht werden, ausschlaggebend
scheinen jedoch zwei Faktoren gewesen zu sein: Erstens
die Einsicht, da� man die M�glichkeiten der Prognose
wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen
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