Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1991 Heft 3 (3)

Engpässen entgegen. Die Zunahme der 
Arbeitslosigkeit Mitte der achtziger 
Jahre war, wie Coen and Hickman 
nachwiesen, das Resultat von fehlen­
der aggregierter Nachfrage, nicht von 
friktionellen oder strukturellen Fak­
toren. 
Im fünften Kapitel, welches teilwei­
se Georg Fischer und Lorenz Lassnig 
verfaßten, werden die verschiedenen 
Aspekte der aktiven Arbeitsmarktpo­
litik sowie das Bildungssystem, insbe­
sondere die duale Ausbildung von 
Lehrlingen, dargelegt. 
In den "Abschließenden Bemerkun­
gen" des Schlußkapitels wird die Fra­
ge nach notwendigen Reorientierun­
gen der Arbeitsmarkt- und Beschäfti­
gungspolitik gestellt. Die Feststellung, 
daß "gegenwärtig kurzfristige Maß­
nahmen nicht notwendig" seien, ent­
springt der Situation des Jahres 1988 
und ist infolge der Entwicklungen in 
den beiden vergangeneu Jahren als 
(leider) überholt anzusehen. 1991  sind 
kurzfristige Maßnahmen sehr wohl 
angebracht, nämlich insbesondere sol­
che, welche den Zustrom ausländi­
scher Arbeitskräfte einschränken. 
Walterskirchens Forderung nach ei­
ner langfristig orientierten Strategie 
ist dennoch vorbehaltlos zuzustim­
men. Im Vergleich zu andern westeu­
ropäischen Ländern sind die Instru­
mente der aktiven Arbeitsmarktpoli­
tik unterentwickelt. 
Eine größere Effizienz der Arbeits­
marktvermittlung ist anzustreben, wo­
bei die Privatisierung keine Lösung 
der gravierendsten Probleme her­
beiführen würde, da Personengruppen 
wie Langzeitarbeitslose, Behinderte 
usw. von einem erweiterten Vermitt­
lungsangebot ausgeklammert blieben. 
Michael Mesch 
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