Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1992 Heft 2 (2)

Wirtschaft und Gesellschaft 
Theoretisch wird vielfach davon aus­
gegangen, daß die Monopolmacht von 
Unternehmen automatisch reduziert 
wird, wenn der Trade-off zwischen er­
höhter Effizienz (aufgrund von stei­
genden Skalenerträgen) und verrin­
gertem Wettbewerb (aufgrund der ge­
stiegenen Preissetzungsmöglichkeit 
von Unternehmen) vom nationalen 
Niveau auf ein EG-weites gehoben 
wird und damit etwa ein Vormaliger­
Monopolist sich plötzlich der Konkur­
renz mit (wenn auch nur wenigen) an­
deren Großunternehmen ausgesetzt 
sieht. 
(7) Baldwin (1989). 
(8) Die durch die Produktivitätsgewinne 
eingesparten Ressourcen (Kapital und 
Arbeit) werden in andere Wirtschafts­
bereiche investiert und resultieren 
nicht etwa in höheren Gewinnmargen 
oder steigender Arbeitslosigkeit. 
(9) Jacquemin, Sapir (1991) .  
(10) Für eine quantitative Evaluierung sie­
he Breuss, Seheheck (1991) .  
( 1 1) Auch Teile der Nahrungs- und Genuß­
mittelindustrie blieben damit vom 
EWR zunächst unberührt. 
(12) Breuss (1990) zit. nach Kramer ( 1990). 
(13) Zit. nach Kramer ( 1990). 
(14) Natürlich könnten heimische Unter­
nehmen diesen Wettbewerbsnachteil 
wiederum z. T. durch den Import von 
Vorprodukten aus dem EG-Binnen­
markt, der von einem vergleichsweise 
niedrigen Preisniveau gekennzeichnet 
sein wird, kompensieren. 
(15) Vgl. Kramer (1990).  
(16) Schneider (1989). 
(17) Mooslechner (1990). 
(18) Siehe Winters (1992) für eine Zusam­
menstellung der empirischen Belege 
und Jaquemin, Sapir (1991) ,  die dar­
auf hinweisen, daß derartige Maßnah­
men zu Kartellisierung und Preisab­
sprachen führen. Das ist natürlich ei­
ne sehr problematische Entwicklung, 
da eine protektionistische EG langfri­
stig wieder "sklerosegefährdet" wäre; 
Jaquemin, Sapir (1990) zeigen ebenso 
wie Neven, Röller (1990) ,  daß der 
Wettbewerbsdruck in den Mitglied­
staaten v. a. aufgrund der Importpe­
netration von außen, also durch Dritt­
länder, entsteht und erst in zweiter Li­
nie durch die Einfuhren aus den EG­
Partnerstaaten. 
( 19) Diese zunehmende Abschottung nach 
238 
1 8. Jahrgang (1 992), Heft 2 
außen ist v. a. deshalb heikel, weil eine 
protektionistische EG zwar einerseits 
ein Pro-Integrations-Argument dar­
stellt (Sicherstellung des Zutrittes 
heimischer Unternehmer zum Binnen­
markt) ,  andererseits aber eine "Fest­
ung Europa" langfristig äußerst nega­
tive Struktureffekte zeitigen könnte, 
und ein EG-Beitritt dementsprechend 
zu bewerten wäre. Gegen das letztge­
nannte Argument ist allerdings wie­
derum die Tatsache ins Treffen zu 
führen, daß die zunehmende Globali­
sierung unternehmerischer Strategien 
eine nur national (d. h. in Österreich) 
durchsetzbare Wettbewerbspolitik in 
jedem Fall zur Ineffizienz verurteilt. 
(20) Eine Abwertung könnte theoretisch 
Abhilfe schaffen, ist aber im Kontext 
der Österreichischen Hartwährungs­
politik auszuschließen. 
(2 1) Zit. nach Wifo (1989). 
(22) Wie die Entwicklung in Schweden 
Ende der achtziger Jahre gezeigt hat, 
kann eine stark asymmetrische Ent­
wicklung der Investitionen zugunsten 
des Auslands mittelfristig auch Pro­
duktivitätsverluste mit sich bringen 
(vgl. Gartner, 1991) .  
(23) Bis jetzt konnte Österreich nur sehr 
eingeschränkt am Zweiten Rahmen­
programm für F & E (1987-1991) der 
EG teilnehmen. Eine gleichberechtig­
te Partizipation an den Technologie­
programmen der Gemeinschaft würde 
erst ein EG-Beitritt gewährleisten, 
obwohl der EWR diesbezüglich bereits 
eine entscheidende Verbesserung mit 
sich brächte (siehe unten). 
(24) Krugmann ( 1988). 
(25) Die Österreichische Textilindustrie 
wird ebenso wie einige andere Bran­
chen nach wie vor unter einem spezifi­
schen Standortnachteil leiden: Wenn 
etwa Konfektionäre aus einem EG­
Land Österreichische Gewebe einkau­
fen und diese Materialien in einem 
Billiglohnland bearbeiten bzw. ver­
edeln lassen, ist ihnen die zollfreie 
Wiedereinfuhr ins EG-Gebiet ver­
wehrt. 
(26) Schweisgut (1991) .  
(27)  Rs 120/78, Slg 1 979,  649 ff. (Rewe­
Zentral AG gegen Bundesmonopol­
verwaltung für Branntwein). 
(28) Geltendmachung der Ausnahmebe­
stimmung des Art. 36 EWG-Vertrag 
(EWGV); in einem umfangreichen
        

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