Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1994 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft der Ausführung verschiedener Sach­ verhalte bemängelt, die aufgrund der angegebenen Abgrenzung unseres The­ mas eben nicht Gegenstand unserer Analyse waren. 2. Die Schwierigkeiten eines vielbe­ schäftigten Direktors einer Kerninsti­ tution des Österreichischen Verbände­ systems, rezente sozialwissenschaftli­ ehe Literatur zu rezipieren bzw. aktu­ elle sozialwissenschaftliche Diskurse noch mitzuverfolgen, sind durchaus verständlich. Doch besteht nicht nur kein Anlaß, aus dieser Malaise eine Tugend zu machen und sozialwissen­ schaftliche Reflexionen und Begriffs­ bildungen abzuqualifizieren. Minde­ stens ebenso problematisch ist, daß Herr Schwarz den mit Begriffen wie "Erosion des Normalarbeitsverhält­ nisses" ausgedrückten Sachverhalt nicht begreift. Denn daß im letzten Jahrzehnt auch Normalarbeitsverhält­ nisse geschaffen wurden, ist unstrittig. Wer hat das in Zweifel gezogen? Doch nur dieses Faktum zu betonen und nicht zur Kenntnis zu nehmen, daß der Typus "Normalarbeitsverhältnis" - der entgegen Schwarz' Feststellung sehr wohl in Anmerkung 1 0 auf Seite 274 unseres Beitrages definiert ist - in vielen europäischen Ländern durch die Ausbreitung sogenannter atypi­ scher Beschäftigungsformen an sozia­ ler Geltung verloren hat, ist angesichts der einschlägigen Literatur eine Ein­ maligkeit. Sollte er doch Zeit zum Le­ sen finden, empfehlen wir exempla­ risch einen Blick in die Veröffentli­ chung der Kommission der EU "Sozia­ le Sicherheit in Europa" (Luxemburg 1994, S. 1 2 1) , in das Schwerpunktheft "Atypische Beschäftigung" (9/1993) der Monatszeitschrift des wirtschafts­ und sozialwissenschaftliehen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes (WSI) oder in eine rezente Forschungs­ arbeit über Teilzeitarbeit in Österreich (Ludwig-Boltzmann-Institut für Wachstumsforschung, Wien 1 993). Verallgemeinernd heißt es in letzterer: "Teilzeitbeschäftigung hat seit Mitte . 590 20. Jahrgang (1994), Heft 4 der 80er Jahre deutlich stärker zuge­ nommen als die Zahl der Vollzeit-Stel­ len." (a. a. 0. s. 159) 3. Wenn Schwarz auf S. 433 schreibt: "Wenn ich den Satz richtig verstanden habe" , so können wir nur festhalten: Er hat nicht. Denn er ver­ wechselt eine Bestimmung der Ursa­ che mit unserer Feststellung der Re­ produktion eines Sachverhaltes. Wir empfehlen ihm daher nicht nur den Satz, sondern doch den gesamten Bei­ trag zu lesen. Dann würden ihm näm­ lich auch andere Fehlrezeptionen auf­ fallen. Beispielhaft angeführt: Wir sprechen nicht von schrankenloser Zulässigkeit für die "Arbeit auf Ab­ ruf" , sondern "für erstmalige Begrün­ dung befristeter Arbeitsverhältnisse" (S. 259) . Wir kritisieren auf S. 259 nicht - wie Schwarz schreibt - , daß die Verlängerung des Arbeitslosen­ geldbezuges in Krisenregionen aufge­ hoben wurde, sondern führen unter anderem diese Verlängerung als eine der in den letzten Jahren gesetzlich beschlossenen Verbesserungen an - wobei wir in Klammer hinzufügen, daß diese Regelung 1993 aufgehoben wurde. Wenn dann Herr Schwarz noch hinzufügt, daß wir zu erwähnen vergessen hätten, daß gleichzeitig als Ersatz für diese Aufhebung eine nun­ mehr wesentlich verbesserte Not­ standshilferegelung eingeführt wurde, so ist dies nicht nachvollziehbar: Denn in unserem Text wird im glei­ chen Absatz als sozialpolitische Ver­ besserung angeführt: " . . . sowie jüngst die Anhebung der Freibeträge beim Bezug von Notstandshilfe" . Schwarz' Vorwurf, die Ideologie von Thatcher "scheint spurlos an der poli­ tologischen Wissenschaft vorüberge­ gangen zu sein" , trifft nicht. Hätte er sich die Mühe gemacht, unsere Dar­ stellung der Entwicklung in anderen Ländern, die umfangmäßig den über­ wiegenden Teil unseres Beitrages aus­ macht, zur Kenntnis zu nehmen, dann wäre ihm aufgefallen, daß wir im Ab­ schnitt "Großbritannien" auf dieses

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