Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

23.  Jahrgang ( 1 997),  Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft 
Folgende Fakten werden konstatiert: 
Die Arbeitsmarktposition von gering Qual ifizierten hat sich in den mei­
sten OECD Staaten verschlechtert, sowohl  im Hinblick auf ihr Arbeits­
losigkeitsrisiko, als auch , in einigen Staaten (z.B.  USA, UK), im Hinblick 
auf ihre relative Einkommensposition. 
Die Verschlechterung der Arbeitsmarktposition von gering Qualifizier­
ten sei hier nur anhand einiger Ländern dargestellt. 
Erwerbsbeteiligung nach formaler Qualifikation 
Männer Frauen 
Gering Hoch Differ. Gering Hoch Differ. 
Österreich 1 989 73,4 92,3 1 8,87 39,6 82, 1  42,5 
1 994 70 91 ,6 21 ,6 47 83,9 36,9 
Dänemark 1 988 72,2 92,5 20,3 59, 1  90,6 31 ,5 
1 994 64,4 89,8 25,4 55,5 87,9 32,4 
Deutschland 1 989 68,7 91 ,8 23, 1  33, 1  71 ,5 38,4 
(West) 1 991 73 90,7 1 7,7 42 78,7 36,7 
Frankreich 1 989 73 91 ,8 1 8,8 46,8 82,2 35,4 
1 992 62, 1  86 23,9 44 76,2 32,2 
Großbritannien 1 989 71 ,7 93,2 21 ,5 55,2 80,9 25,7 
1 994 61 90 29 52 84,3 32,3 
USA 1 989 68,9 92,4 23,5 4 1 ,9 79,5 37,6 
1 994 62,4 90,6 28,2 39,2 80, 1  40,9 
Es zeigt sich in der Tabelle, daß bei den Männern die Erwerbsbeteiligung 
der gering Qualifizierten ,  in allen Ländern außer in Deutschland, im Ver­
gleich zu den besser Qualifizierten,  zurückgegangen ist. Da sich die deut­
schen Zahlen nur auf einen Zweijahresvergleich beziehen und danach 
die Daten einen Bruch aufgrund der Wiedervereinigung aufweisen ,  sollte 
dies nicht al lzusehr irritieren. 
Bei den Frauen ist d ie Datenlage weniger klar, da hier neben Deutsch­
land auch Österreich und Frankreich ein umgekehrtes Muster zeigen. 
Vergleicht man die Einkommensentwicklung für d iese Länder, so ist es 
überraschend , daß sich die Einkommensdifferenzen, außer in den USA 
und Großbritannien, kaum erhöht haben . 
Weiters wird ,  in Ermangelung detail l ierter sektorspezifischer Quali­
fikationsdaten, festgestellt, daß in jenen Sektoren, welche hauptsächlich 
mit Importen aus den Entwicklungsländern konkurrieren, das Lohnniveau 
eher unterdurchschnittlich und der Anteil manueller Arbeiter eher über­
durchschnittlich ist. 
Die OECD Studienautoren analysieren diese Entwicklungen, ausge­
hend vom zwei Faktoren/zwei Länder/zwei Güter-HO-Modell . 
Aus dem Modell ergibt sich folgender Zusammenhang: Während un­
qualifizierte Arbeit in den entwickelten Staaten relativ knapp ist, ist sie in 
den Ernerging Economies reichlich . Daher ist eine Verstärkung der Import­
konkurrenz bei all jenen Produkten zu erwarten; welche unqualifizierte Ar-
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