Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 23 .  Jahrgang (1997),  Heft 3 
beit in höherem Ausmaß einsetzen.  Dies führt in d iesem Modell zu einem 
Sinken der Löhne für die unqualifizierten Beschäftigten. 
Wichtig ist es h ier darauf hinzuweisen, daß der Transformationsprozeß 
in erster Linie über die Importpreise und nicht über d ie Mengen funktio­
niert. 
Obwohl die Autoren auch andere Einflüsse der Globalisierung anführen, 
welche die Position der unqual ifizierten Arbeitskräfte verschlechtern (ver­
stärkter Druck arbeitseinsparende technische Verfahren einzusetzen, Auf­
spalten der Wertschöpfungskette, Produktionsverlagerungen) ,  werden 
diese in der empirischen Untersuchung n icht weiter verfolgt. 
Untersucht werden nur folgende Ursachen: 
* die zunehmende Intensität des Außenhandels mit Entwicklungsländern 
durch eine Lockerung von Außenhandelsrestriktionen .  
* geringerer technischer Fortschritt in den Sektoren mit hohem Anteil von 
gering qualifizierten Beschäftigten bei gegebenen relativen Weltmarkt­
preisen,  oder eine weltweite Veränderung der Produktionsmögl ichkeiten­
kurve zu Ungunsten der gering Qual ifizierten. 
Seide Veränderungen müssen sich zunächst in einem Sinken der rela­
tiven Preise für Produkte, welche unqualifizierte Arbeit intensiv in der Pro­
duktion nutzen, n iederschlagen. 
Zur Entwicklung der Preise wird festgestellt, daß in fast allen Ländern 
die Preise der Sektoren unter Importkonkurrenz relativ zu den Preisen 
der Exportsektoren gesunken sind . Die Ausnahmen sind Belgien ,  Frank­
reich , Portugal, Spanien und Neuseeland. Eine gewisse Vorsicht ist al­
lerdings angebracht, da die Abgrenzung der Sektoren, und damit die 
Abgrenzung der Güter, nicht einheitlich ist. 
Eine Schwierigkeit, die hier, aber auch bei den anderen Untersuchun­
gen auftritt, ist, daß die Vorhersagen des HO-Modells nur unter der 
Vol lbeschäftigungsannahme gelten. Es wird jedoch davon ausgegangen , 
daß, sofern die Löhne rigide sind die Anpassung über eine höhere Arbeits­
losigkeit erfolgt. 
Außerdem lassen sich die Auswirkungen des offeneren (21 )  Außen­
handels auf die Arbeitslosigkeit strenggenommen nicht untersuchen.  
Die OECD-Autoren kommen zu dem Schluß, daß ein negativer Einfluß 
des Außenhandels mit den Ernerging Economies auf die Position der 
gering Qualifizierten in den Industriestaaten durchaus mögl ich ist, jedoch 
die Größenordnung dieses Effektes eher gering sein dürfte. Eine zu 
I l lustrationszwecken durchgeführte Regression zeigt nur sehr schwache, 
allerd ings sign ifikante Einflüsse der relativen Importpreise auf d ie relativen 
Sektorlöhne. 
l n  der Studie werden auch andere Untersuchungen zu d iesem Thema 
tabellarisch zusammengefaßt. So wie in der Mehrzahl  der dort angeführ­
ten Studien wird auch von den OECD-Autoren den technologischen Ver­
änderungen mehr Gewicht gegeben. Es wird aber auch darauf h ingewie­
sen, daß die beiden Effekte nur schwer zu trennen sind und sich unter 
Umständen gegenseitig bedingen . 
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