Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 23.  Jahrgang (1997),  Heft 3 
barste Weiterentwicklung zu sein .  Obwohl das zugrundeliegende Außen­
handelsmodell noch traditionellen Zuschnitts ist, können allein durch die 
Verlagerung des Interessenschwerpunkts - weg von der Erklärung inter­
nationaler Güterströme und hin zu den nationalen Konsequenzen des 
Freihandels - wesentliche Politikempfehlungen abgeleitet werden. 
Eine derartige Pol itikempfehlung ist, daß ein stabiler und tatsächlicher 
Wohlfahrtsgewinn durch den Außenhandel nur erreicht werden kann,  
wenn die Offnung der nationalen Volkswirtschaften von einer entspre­
chenden Umverteilungspolitik begleitet wird . So dies nicht der Fall ist, be­
deutet Freihandel nur mehr für Teile der Bevölkerung einen Gewinn.  Für 
den anderen Teil der Gesellschaft ist es unter d iesen Umständen sinnvoll 
Protektionismus zu befürworten.  Die Forderung nach Umverteilung resul­
tiert also nicht aus Nächstenliebe, sondern stellt einen notwendigen Be­
standteil für das Erreichen einer politisch stabilen und pareto-besseren Si­
tuation unter Freihandel dar. So man die Gewinne aus dem Freihandel 
lukrieren wi l l ,  ist es notwendig, auch den Benachteiligten ihren fairen An­
teil zu geben oder, mit anderen Worten,  den Sozialstaat auszubauen. 
Anmerkungen 
( 1 )  Eine erste Gliederung der Debatte findet sich im Editorial von Wirtschaft und Gesell-
schaft 1 /97. 
(2) Dies ist übl icherweise eine Folge der fixen Ausstattung mit spezifischen Faktoren. 
(3) Dies ist eine notwendige Folge von fallenden Skalenerträgen. 
(4) Detail l ierte Darstellungen finden sich in Gordon (1 984), Krugman Obstfeld ( 1 991 ) 
sowie in den meisten Lehrbüchern zur Außenhandelstheorie. 
(5) Eine Behandlung von höher dimensionalen Problemen der Handelstheorie findet man 
in Ethier(1 984). 
(6) Siehe u.a Wood (1 994). 
(7) Diese Annahme wird getroffen,  da bei Annahme unterschiedlicher Technologien je­
des Außenhandelsgleichgewicht erzeugbar ist. Vgl. R. Robinson zit. in Minhas (1 962) 
s 1 40. 
(8) Eine empfehlenswerte, kritische Beleuchtung des FPE-Theorems als Aussage über 
reale Vorgänge findet sich in Bhagwati (1 994). 
(9) Für eine detailliertere Behandlung siehe u .a. Dixit (1 982). 
( 10) Für Details siehe Jones ( 1 984). 
( 1 1 )  Ökonomen tendieren dazu die Realität als paradox zu bezeichnen wenn sie sich 
nicht entsprechend der Theorie verhält. 
( 12) Die Problematik des ursprünglichen Modells dürfte nicht zuletzt mit der unbefriedi­
genden Modeliierung von Kapital in der Neoklassik zusammenhängen welche bereits 
in den Siebzigern Gegenstand der Garnbridge Debatte war. 
( 13 )  Ein Überblick über die Problematik findet sich in Helpmann (1 984). 
( 14) Zit. in Helpmann-Krugman (1 985) 51ff. 
( 1 5) Insbesonders der Fall der Konzentration wird bei der Behandlung von Krugman­
Venbles (1 995) noch einmal kritisch betrachtet. 
( 16) Unter Transportkosten fallen alle Unterschiede zwischen dem Preis eines Gutes im 
Exportland, und jenem im lmportland, also auch Zölle und dergl.. 
( 1 7) Übersetzung durch den Verfasser. 
( 18) Übersetzung durch den Verfasser. 
( 1 9) Die UNGAT schätzt das etwas mehr als 1 /3 des Welthandels innerhalb von multina­
tionalen Konzernen stattfindet. 
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