Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 1997 Heft 3 (3)

Wirtschaft und Gesellschaft 23.  Jahrgang ( 1 997) ,  Heft 3 
Mit der Ausgl iederung verstärkte sich der Rationalisierungsdruck inner­
halb des AMS. Insbesondere bei arbeitsmarktpolitischen Projekten fanden 
betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Überlegungen immer mehr Raum. 
Durch d ie sozialpartnerschaftliehe Besetzung verschiedener Ent­
scheidungsgremien innerhalb des AMS (Landesdirektorium,  Regional­
beiräte) fließen die unterschiedlichen Positionen der Interessengruppen in 
den arbeitsmarktpolitischen Entscheidungsprozeß ein. Dies kann im Vor­
feld von neuen Projekten und Projektideen zu längeren Auseinanderset­
zungen führen. 
Eine erfolgreiche Vermittlungstätigkeit des AMS ist von den Aufnahme­
kapazitäten und Erfordernissen des Arbeitsmarktes abhängig. Seitens der 
Arbeitnehmerinnen kann eine ungehemmte Mobil ität weder vorausgesetzt 
werden, noch ist sie aus politischen und ökonomischen Überlegungen 
sinnvoll bzw. erwünscht (36). Daraus resultiert notwendigerweise eine 
Schwerpunktsetzung der Arbeitsmarktpolitik auf regionale Arbeitsmärkte 
und auf die regionalen Träger von Beschäftigungspolitik. Dies sind jene 
Gebietskörperschaften, denen auch regionalpolitisch eine besondere Be­
deutung zukommt, das Land und die Gemeinden . Das AMS ist somit be­
strebt, bei der Einrichtung neuer Instrumente der Arbeitsmarktpolitik Bünd­
nispartner zu finden; zum einen aus finanziellen Erwägungen , zum ande­
ren aber auch , um die angeführten Hauptträger der regionalen Beschäfti­
gungspol itik stärker als bisher in arbeitsmarktpol itische Maßnahmen ein­
zubinden . 
Soll diese Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt sein ,  müssen die Inter­
essen der Beteil igten entsprechend ihren N iederschlag finden. Mit dem 
Instrument "BG" wird der Versuch unternommen,  zwischen den 
arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen des AMS einerseits und den Inter­
essen der Kommunen bzw. Regionen andererseits eine sinnvolle Syn­
these zu schaffen. Mit der Errichtung von BGen werden also unterschied­
liche Zielsetzungen verfolgt, welche in der folgenden Übersicht dargestellt 
s ind: 
Tabelle 1 :  Zielsetzungen von BGen 
MITTEL ZWECK 
arbeitsmarktpolitisch Qualifikation und Wieder- Erhöhung der Vermittlungs-
gewöhnung an den chancen; 
Arbeitsprozeß Verringerung von Lang-
Zeitarbeitslosigkeit 
sozialpolitisch Beschäftigung, Einkommen, Verhinderung sozialer Aus-
sozialpädagogische grenzung und politisch-
Betreuung sozialer Spannungsfelder 
kommunal- und Tätigkeitsfelder im öffent- Erledigung gesellschaftlich 
regionalpolitisch, Iichen Bereich sinnvoller Aufgaben; 
(Gemeinde und Region) Schaffung zusätzlicher regio-
naler Arbeitsplätze; 
Regionalentwicklung 
350
        

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