Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2005 Heft 1 (1)

Wirtschaft und Gesellschaft 31.  Jahrgang (2005), Heft 1 
2. Volkswirtschaftliche Effekte der Ökostromförderung 
Die mit der Förderung des weiteren Ausbaus alternativer Energien ver­
bundenen Wirkungen lassen sich in  I nvestitions-, Betriebs- und Verdrän­
gungseffekte g liedern. Zunächst lösen Investitionen in Erzeugungskapa­
zitäten über die damit verbundene Nachfrage nach Sachgütern und Dienst­
leistungen direkte volkswirtschaftliche Beschäftigungs- und Wertschöp­
fungseffekte in den betroffenen Wirtschaftssektoren aus. Direkte volks­
wirtschaftl iche Effekte gehen von Investitionen in Güter und Dienstleis­
tungen aus, die unmittelbar mit der Errichtung (Planung , Finanzierung, 
Bau etc.) einer Ökostromanlage in  Zusammenhang stehen. 
Eine hoch entwickelte Volkswirtschaft ist von einer vielfältigen sektora­
len Verflechtung und durch weitgehende Arbeitsteilung gekennzeichnet. 
Daher induziert ein Nachfrageimpuls über die Vorleistungsverflechtung 
zusätzlich indirekt Wertschöpfung und Beschäftigung. Die Nachfrage nach 
Vorleistungen löst in den betroffenen Sektoren zusätzliche Produktion und 
Beschäftigung aus und zieht weitere Vorleistungsbezüge nach sich. Eine 
höhere Beschäftigung und ein höheres Einkommen führen zu mehr Kon­
sumausgaben und lösen damit wiederum sekundäre oder multipl ikative 
Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte aus. 
Von Investitionen in die Errichtung von Ökostromanlagen profitieren so­
mit über d ie Produktionsverflechtung der Wirtschaft auch solche Wirt­
schaftsbereiche, d ie nicht unmittelbar mit der Planung und Errichtung von 
Ökostromanlagen in Zusammenhang stehen. Wesentlich ist, dass Inves­
titionseffekte nur einmalig, d .  h .  zum Zeitpunkt der Errichtung einer Öko­
stromanlage auftreten .  
Mit dem Betrieb einer Ökostromanlage sind über d ie  gesamte Laufzeit 
(spezifische Lebensdauer) der Anlage ebenfalls Beschäftigungs- und Wert­
schöpfungseffekte verbunden. Neben notwendigen Wartungs- und Repa­
raturarbeiten ist vor al lem die Erbringung von Dienstleistungen für Ver­
waltung, Versicherung etc. von Bedeutung. Erfolgt die Stromerzeugung 
unter Verwendung von Brennstoffen (z. B. Biomasse-Anlagen) ,  hängen 
d ie Betriebskosten primär von den entsprechenden variablen Kosten ,  
d .  h .  den verwendeten Brennstoffen und den Brennstoffpreisen sowie von 
der effektiven jährlichen Betriebszeit (Voll laststunden) ab. Für Verbren­
nungsanlagen ist daher charakteristisch, dass die Summe der Betriebs­
kosten über die Anlagenlebensdauer erheblich über den einmalig auftre­
tenden Investitionskosten liegt. Für die Berechnung der Betriebseffekte 
sind folgl ich jene Wirtschaftssektoren von besonderem Interesse, die für 
die Brennstoffgewinnung bzw. -aufbereitung verantwortl ich s ind.  Wind­
kraft, Photovoltaik oder Kleinwasserkraftanlagen weisen im Unterschied 
dazu einen hohen fixen Betriebskostenantei l  auf. Analog zum I nvesti­
tionseffekt setzt sich auch der Betriebseffekt aus d irekten und indirekten 
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