Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2005 Heft 1 (1)

3 1 .  Jahrgang (2005), Heft 1 
mensebene resultiert in der Frage, wie 
positive Effekte maximiert und negati­
ve hintangehalten werden können. 
3. Überblick zum Stand der 
Diskussion in der Literatur 
Wegen der Platzbeschränkung wer­
den hier nur die in der Literatur ange­
führten Fragestellungen, nicht aber die 
Ergebnisse empirischer Studien erläu­
tert.9 ln der Prä-Akquisitionsphase stellt 
sich die Frage, welche (heimischen) 
Unternehmen Ziele für (ausländische) 
Übernahmen sind? Dabei finden sich in 
der Literatur konfl igierende Hypothesen 
(s. Abschnitt 4). Zudem wurde versucht, 
die Frage zu beantworten,  ob eine aus­
ländische Übernahme andere Effekte 
als eine heimische bewirkt. ln der Post­
Akquisitionsphase werden üblicher­
weise zwei Fragen gestellt. Ers-tens, 
und zwar häufiger, welche Auswirkun­
gen (ausländischer) Übernahmen auf 
(heimische) Zielunternehmen sind fest­
stel lbar und wie sind d iese erklärbar 
(.Effekte von Ursachen')? ln diesen Stu­
dien wird überwiegend auf das Ge­
samtunternehmen und seltener auf das 
Zielunternehmen eingegangen. Zwei­
tens kann nach einer bestimmten Ur­
sache gefragt werden : Sind ausländi­
sche Übernahmen der Grund für die 
beobachteten Effekte (,Ursache von Ef­
fekten', Kausalität)? Es sind nämlich 
viele Einflüsse auf die Performance des 
Unternehmens nach einer Übernahme 
vorstellbar, z. B. Konjunktur, Marktent­
wicklung, Konkurrenten oder technolo­
gische Veränderungen. ln dieser Unter­
suchung ist nicht entscheidend, welche 
dieser Determinanten wichtig sind, son­
dern ob eine ganz konkrete Determi­
nante, nämlich die Übernahme, wichtig 
ist. Die empirischen Ergebnisse deuten 
darauf hin, dass es zu beiden Fragen 
keine eindeutige Evidenz gibt. 
Wirtschaft und Gesellschaft 
4. Wirkungen von Übernahmen auf 
das übernommene Unternehmen: 
Hypothesen 
Die Wirkungen von Übernahmen auf 
das Zielunternehmen können, neben 
zahlreichen indirekten Effekten, in drei 
direkte Effekte aufgespalten werden, 
nämlich Effizienz, 1 0  Marktmacht und 
Wachstum des Zielunternehmens. 1 1  Zu 
jedem dieser Effekte wird nun eine 
zentrale Hypothese präsentiert. 
Die , Ineffizientes Management-Hy­
pothese' stützt die Ansicht, dass aus­
ländische Akquisiteure schlecht gema­
nagte Zielunternehmen erwerben.12 Die 
Übernahme übt eine d iszipl inierende 
Wirkung auf das Management des 
Zielunternehmens aus. Das Motiv für 
die Übernahme stel len sinkende Ak­
tienkurse auf Grund der schlechten Ef­
fizienz dar, was durch d ie bessere Per­
formance nach der Übernahme umge­
kehrt wird. (Diese Gewinne sind dann 
um etwaige Transaktionskosten zu re­
duzieren.) l n  diesem Zusammenhang 
sollte auch erwähnt werden, dass aus­
ländische Akquisitionen zu bedeuten­
den indirekten Effizienzeffekten führen 
können , da das Zielunternehmen von 
der neuen Mutter transferierte firmen­
spezifische Vorteile nutzen kann. (Dies 
kann natürlich auch in der umgekehr­
ten Richtung wirken.) 
Ist jedoch die Maximierung der Ge­
winne (und damit des Shareholder Va­
tue) zentrales Motiv der Übernahme, so 
wird die Steigerung der Marktmacht an­
gestrebt werden. Dieser Effekt bleibt 
bei der vorliegenden Untersuchung au­
ßer Betracht. 
Die ,Matching-Hypothese' schließlich 
argumentiert, dass es Unterschiede in 
der Fähigkeit der Eigentümer gibt, be­
stimmte Unternehmen erfolgreich zu 
führen. Wird durch die Übernahme pri­
mär Wachstum angestrebt, so wird lau-
1 1 5
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.