Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2005 Heft 2 (2)

Wirtschaft und Gesellschaft 
Die Ausgangssituation einer Be­
triebsgröße von 20 Mitarbeiterinnen und 
einer Betriebszugehörigkeitsdauer von 
mindestens drei Jahren mit ihrem Er­
gebnis einer Anspruchsberechtigung für 
32, 1 %  der unselbstständig beschäftig­
ten Frauen und 5 1 ,2% der unselbst­
ständig beschäftigten Männer ist grau 
schraffiert. Der Tabelle ist zu entneh­
men, wie durch Variationen der Krite­
rien diese Anteile variiert werden kön­
nen. Eine Änderung der Betriebsgröße 
auf mindestens sechs Mitarbeiterinnen 
bei gleichzeitiger Senkung der Zuge­
hörigkeitsdauer auf mindestens ein Jahr 
hätte beispielsweise einen potenziellen 
Anteil von 61 ,8% der unselbstständig 
beschäftigten Frauen zur Folge. Ein mit 
64, 1 %  ähnl iches Ergebnis würde eine 
Variation der Betriebsgröße auf mindes­
tens elf Mitarbeiterinnen bei simultaner 
Reduktion der Zugehörigkeitsdauer auf 
einen Monat bieten. Ebenfalls 64, 1%  an 
anspruchsberechtigten Frauen hätte ei­
ne Variation der Betriebszugehörigkeit 
auf zwei Jahre und der Größe des Be­
triebes auf mindestens eine Mitarbeite­
rln zur Folge. Zu beachten ist allerdings, 
dass die beiden Anteile von jeweils 
64 , 1%  nicht dieselben Personen bein­
halten, sondern je nach Wahl der Krite­
rien unterschiedliche Personengruppen 
inkludieren. 
6. Mitnahmeeffekte 
Für derzeit bereits tei lzeitbeschäftig­
te Personen stellt die Elternteilzeit, so­
fern die Anspruchskriterien erfüllt wer­
den, einen Mitnahmeeffekt dar, da sie 
sich bereits in Teilzeit befinden. Die Än­
derung für diese sich bereits in Teilzeit 
befindl ichen Personen durch die El­
ternteilzeit besteht ledigl ich in der 
Schaffung von Rechtssicherheit Die­
ser Umstand wird im folgenden als "Mit­
nahmeeffekt" bezeichnet.7 
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3 1 .  Jahrgang (2005), Heft 2 
Der Mitnahmeeffekt kann als ein Maß 
für die Güte der Reform gesehen wer­
den. Einerseits ist ein möglichst niedri­
ger M itnahmeeffekt anzustreben, um 
möglichst vielen neuen Arbeitnehme­
r innen den Weg in eine Tei lzeitbe­
schäftigung zu ermöglichen. Anderer­
seits sollte der M itnahmeeffekt mög­
lichst hoch sein ,  um bereits in Teilzeit 
befindliche Personen Rechtssicherheit 
zu gewährleisten. 
Angesichts der Tatsache, dass vor al­
lem Frauen auf Grund von Kinderbe­
treuung teilzeitbeschäftigt sind, wird der 
Schwerpunkt dieser Betrachtung auf 
Frauen gelegt werden. 
Die folgende Tabelle 7 zeigt die Mit­
nahmeeffekte, welche die Kriterien der 
Elternteilzeit und deren Variationen im­
plizieren. ln der grau schraffierten Aus­
gangsposition sind von al l jenen un­
selbstständig beschäftigten Frauen im 
Alter von 20 bis 44 Jahren, welche die 
Zugangskriterien erfül len, 25,9% teil­
zeitbeschäftigt Mehr als ein Viertel der 
unselbstständig beschäftigten Frauen 
hat demnach bereits auf betrieblicher 
Basis eine Vereinbarung über Teilzeit­
beschäft igung getroffen und erhält 
durch die Elternteilzeit nun lediglich die 
Rechtssicherheit, dieser Tei lzeitbe­
schäftigung nachzugehen. Für die übri­
gen 7 4 , 1 % ergibt sich die Möglichkeit, 
das Arbeitsausmaß auf eine Tei lzeit­
beschäftigung zu reduzieren. 
Variiert man die Kriterien für den An­
spruch auf Elternteilzeit, so kann man 
erkennen, dass eine Aufweichung der 
Kriterien die Mitnahmeeffekte tenden­
ziell vergrößert. Eine Änderung der Be­
triebsgröße auf mindestens sechs Mit­
arbeiterinnen bei simultaner Reduzie­
rung der Betriebszugehörigkeitsdauer 
auf zumindest zwei Jahre würde den 
Antei l  der sich bereits in Tei lzeit be­
findlichen anspruchsberechtigten Frau­
en auf 29,6% erhöhen.
        

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