Volltext: Wirtschaft und Gesellschaft - 2005 Heft 2 (2)

3 1 .  Jahrgang (2005), Heft 2 
Tabelle 8 ist nach der gleichen Sys­
tematik aufgebaut. Hier werden bei 
der Identifikation der Personenanteile, 
für welche die Reform ledigl ich Mit­
nahmeeffekte darstel len , nur jene un­
selbstständig Beschäftigten berück­
sichtigt, die in ihrem Haushalt mit zu­
mindest einem Kind unter sieben Jah­
ren wohnen. Als Lesebeispiel soll wie­
der die grau schraffierte Fläche der 
derzeitigen Regelung dienen. Demnach 
sind 54 ,4% von jenen unselbstständig 
beschäftigten Frauen im Alter von 20 
bis 44 Jahren mit Kind , welche die bei­
den Kriterien erfüllen , tei lzeitbeschäf­
tigt 
Im Vergleich zur vorigen Tabelle fal­
len vor al lem bei Frauen die deutl ich 
höheren Werte auf. Im Fall der derzei­
tigen Regelung sind statt 25,9 bereits 
54,4% der Frauen, welche die Kriterien 
erfül len, tei lzeitbeschäftigt Dies rührt 
daher, dass bei unselbstständig be­
schäftigten Frauen mit Kindern unter 
sieben Jahren der Antei l  der Tei lzeit­
beschäftigten viel höher l iegt, als bei 
unselbstständig beschäftigten Frauen 
ohne Kindern. Durch den höheren An­
teil an Teilzeitbeschäftigung sind auch 
die Mitnahmeeffekte bei Frauen mit 
Kindern größer: 
Variiert man die Zugangskriterien zur 
Elternteilzeit, so kann man im Vergleich 
zur vorigen Tabelle erkennen, dass die 
Mitnahmeeffekte stabiler bleiben. Die­
se Robustheit gegenüber Veränderun­
gen der Kriterien unterstreicht, dass un­
abhängig von der Größe des Betriebes 
und der Dauer der Beschäftigung Frau­
en mit Kindern unter sieben Jahren im 
Haushalt stärker zu Tei lzeit tendieren 
als Frauen ohne Kinder. 
7. Zusammenfassung 
Der Antei l  der Tei lzeitbeschäftigten 
liegt bei unselbstständig beschäftigten 
Wirtschaft und Gesellschaft 
Frauen in den fertilen Altersklassen oh­
ne Kindern bei 28,3%. Gibt es jedoch 
ein Kind unter sieben Jahren im Haus­
halt, so ist dieser Antei l  mit 57,5% bei­
nahe doppelt so hoch. 
Als Grund für eine Teilzeitbeschäfti­
gung wird beinahe von der Hälfte der 
teilzeitbeschäftigten Frauen die Be­
treuung von Kindern und Erwachsenen 
angegeben. 
Aus diesen Umständen lässt sich vor 
allem bei Frauen ein großer Bedarf für 
die Elterntei lzeitregelung ableiten. 
Grundsätzlich haben nach Anwen­
dung beider Kriterien der Elternteilzeit 
- Betriebszugehörigkeitsdauer von 
mehr als drei Jahren und Betriebsgrö­
ße von mehr als 20 Mitarbeiterinnen -
33,2% der unselbstständig beschäftig­
ten Frauen und 49,6% der unselbst­
ständig beschäftigten Männer in den 
fertilen Altersklassen Anspruch auf El­
ternteilzeit. Unselbstständig beschäf­
tigte Frauen sind durch die Wahl  der 
Kriterien gegenüber Männern benach­
teiligt. Sie sind in der Regel kürzer bei 
ihrem derzeitigen Arbeitgeber be­
schäftigt und arbeiten in kleineren Be­
trieben. Im Berufsgruppenvergleich gibt 
es auf Grund des stetigen Berufsfeldes 
und der Betriebsgröße deutliche Vor­
teile für Beamte. 
Die Variation der Kriterien zeigt ver­
schiedene Möglichkeiten,  um die An­
teile der anspruchsberechtigten Frau­
en und Männer zu verändern. Die Ana­
lyse der Mitnahmeeffekte zeigt, für wel­
chen Antei l  der Beschäftigten die El­
ternteilzeit lediglich Bestehendes durch 
das Schaffen von Rechtssicherheit ab­
sichert -welche Beschäftigten sich al­
so bereits derzeit in Tei lzeitbeschäfti­
gung befinden. Im Ausgangsfall stellt 
die Elterntei lzeit für mehr als ein Vier­
tel aller unselbstständig beschäftigten 
Frauen im Alter von 20 bis 44 Jahren 
einen M itnahmeeffekt dar. Bei un-
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