Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2005 Heft 2 (2)

3 1 .  Jahrgang (2005), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft 
Editorial 
Sicher ist nur die Unsicherheit 
"There is certainly a certa in uncertainty" - so treffl ich um­
schrieb eine Vertreterin der EU-Kommission - wenn auch in un­
freiwi l l iger Komik - die aktuelle Lage anlässlich der jüngsten 
OECD-Prognosesitzung. Tatsächlich wird das i nternationale 
Konjunkturbild (noch) stärker von Unsicherheiten geprägt als 
übl ich. War der Ölpreisanstieg nur vorübergehend oder müs­
sen wir mit permanent höheren Energiekosten rechnen? Wer­
den die asiatischen Zentralbanken weiterhin bereit sein ,  das g i­
gantische Zahlungsbilanzdefizit der USA zu finanzieren? Wird 
es in China nach dem Höhenflug zu einer harten Landung kom­
men? Platzen die Immobilienpreisblasen in den USA und Groß­
britannien, die wesentlich für die Konsumbereitschaft der dor­
tigen Haushalte verantwortlich waren? Werden die europäischen 
Exporteure den hohen Euro-Kurs verkraften? D ieser kleine 
Auszug aus der aktuel len Liste der Fragen, welche die zukünf­
tige Wirtschaftentwicklung maßgeblich beeinflussen, demonst­
riert eindrucksvoll die gegenwärtige Labil ität der Konjunkturla­
ge. 
Globale Risken 
Angesichts dessen fiel die Konjunkturentwicklung im vergan­
genen Jahr global gesehen äußerst positiv aus, sieht man von 
der wieder einmal enttäuschenden Performance der Eurozone 
ab. So wuchs d ie US-Wirtschaft, angetrieben durch eine ex­
pansive Wirtschaftspolitik, mit knapp 41h Prozent enorm, und 
die Wachstumsrate Japans fiel in Relation zum vorangegange­
nen Jahrzehnt mit gut 21h Prozent ebenfalls recht kräftig aus. 
Ch ina läuft mit einem BIP-Zuwachs von knapp 1 0  Prozent 
weiterh in auf Hochtouren, und auch andere Länder außerhalb 
der OECD verzeichneten deutliche Zuwachsraten .  
Offensichtl ich sind außerhalb der  Eurozone Mechanismen 
wirksam,  welche den Konsumenten und Investoren die Unsi­
cherheit nehmen , Zuversicht geben und sie zum Konsumieren 
und Investieren veranlassen. Einer dieser Mechanismen ist bei­
spielsweise in ein igen Ländern im Höhenflug der Immobil ien­
preise zu finden. Mit dem Vermögenszuwachs der Haushalte 
1 63
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.