Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 
• Personen, die im Ausland geboren 
wurden, nach Österreich einge­
wandert sind und mittlerweile über 
die Österreichische Staatsbürger­
schaft verfügen (eingebürgerte 
erste Generation); 
• Kinder bzw. Nachfahren der Zu­
wanderinnen, unabhängig von der 
Staatsbürgerschaft, aber mit Ge­
burtsort in Österreich (sog. zweite 
Generation).4 
Die vorliegende Studie fokussiert 
auf jene Personen mit Migrationshin­
tergrund, die auf Grund der gesetz­
lichen Rahmenbedingungen (z. B. 
keine Beschränkung durch das Aus­
länderbeschäftigungsgesetz) und ihrer 
persönlichen Eignung (z. B. Qualifika­
tionsniveau) dazu in der Lage wären 
bzw. sind, die Wiener Unternehmen 
bei ihren grenzüberschreitenden Akti­
vitäten (z. B. Exportsachbearbeitung, 
Aufbau von Zweigniederlassungen 
etc.) zu unterstützen .  ln Hinblick auf die 
Besetzung dieser "Schnittstellenpositi­
onen" erfolgte somit eine Orientierung 
an vergleichsweise höher qualifizierten 
Personen mit geografisch relevantem 
Migrationshintergrund. 
2. Arbeitskräftepotenzial und 
Wirtschaftsbeziehungen 
Das Arbeitskräfteangebot an Per­
sonen aus Ost- und Südosteuropa ist 
in Wien vergleichsweise groß, denn 
zwischen einem Viertel und rd. 30% 
der Wiener Wohnbevölkerung haben 
einen entsprechenden Migrationshin­
tergrund. Die größten ost- und südost­
europäischen Bevölkerungsgruppen 
stellen die Personen mit Ursprung in 
Serbien und Montenegro bzw. der Tür­
kei dar; während z. B. vergleichsweise 
wenige Slowenen in Wien leben. Der 
deutlichste Zuwachs ist in den letzten 
Jahren bei Personen mit rumänischem, 
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32. Jahrgang (2006), Heft 4 
polnischem und slowakischem Migrati­
onshintergrund zu beobachten. 
Hinsichtlich der Arbeitskraftnach­
frage bestehen in Wien günstige Vo­
raussetzungen,  da bedeutende wirt­
schaftliche Verflechtungen zwischen 
Wiener Unternehmen und ost- und 
südeuropäischen Staaten vorl iegen.  
Auf d ie Bundeshauptstadt entfallen 
mehr als 1 0% der Exporterlöse der 
Österreichischen Sachgütererzeugung 
in diese Länder; und im Bereich der 
handelbaren Dienstleistungen liegt der 
entsprechende Anteil für Wien sogar 
bei fast 50%. N icht zu vernachlässi­
gen sind außerdem die aktiven Direkt­
investitionen Wiener Unternehmen in  
den Ländern Süd- und Osteuropas 
(auch h ier insbesondere im Dienst­
leistungsbereich) sowie die sonstigen, 
n icht quantifizierbaren Kooperationen 
und Partnerschaften. Die wichtigsten 
Handelspartner der Wiener Betriebe 
sind Unternehmen in Ungarn , der 
Tschechischen Republik, der Slowa­
kischen Republik, Slowenien, Polen, 
Rumänien, Kroatien und der Türkei .  
Insbesondere hinsichtlich der beiden 
letztgenannten Länder ist mittel- bis 
langfristig ein überdurchschnittlicher 
Anstieg der Geschäftsbeziehungen zu 
erwarten.  
Eine Gegenüberstellung der Inten­
sität der grenzüberschreitenden Akti­
vitäten der Wiener Unternehmen und 
des verfügbaren Arbeitskräfteange­
bots zeigt jedoch, dass aus jenen Län­
dern, mit denen die Unternehmen in 
regen Geschäftsbeziehungen stehen, 
vergleichsweise wenige Arbeitskräfte 
verfügbar sind bzw. mit jenen Ländern , 
die das "Ursprungsland" vieler Per­
sonen mit Migrationshintergrund sind , 
nur in geringem Ausmaß gehandelt 
wird. Das legt den Schluss nahe, dass 
die Wiener Unternehmen das aktuell 
verfügbare endogene Potenzial an Ar-
        

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