Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft 
in der Bewerbungsphase entgegen­
zustel len. Daher wäre es ebenso im 
Bereich der informellen Kompetenzen 
hi lfreich , Methoden und Systeme für 
deren Anerkennung und Identifizie­
rung zu entwickeln, damit auch nicht­
formale Kompetenzen zur beruflichen 
Karriere beitragen können. Wenn die 
berufliche Position tatsächlich auf den 
aktuell verfügbaren Kompetenzen und 
nicht nur auf formalen Qualifikationen 
basiert, würde dies auf die Arbeitneh­
merinnen (und speziell jene mit Migra­
tionshintergrund) motivierend wirken.9 
4. Einsatzmöglichkeiten 
für Personen mit 
Migrationshintergrund 
in Zusammenhang mit 
grenzüberschreitenden Aktivitäten 
4.1 Fachliche Qualifikation 
Für den Einsatz von Personen mit 
Migrationshintergrund für grenzüber­
schreitende Aktivitäten ist das Bil­
dungsniveau von herausragender Be­
deutung. Für diesen Tätigkeitsbereich 
suchen die Unternehmerinnen in ers­
ter Linie Personal, das über eine gute 
formale Ausbildung verfügt. Die Perso­
nalsuche richtet sich insbesondere an 
kaufmännisches Personal, wobei es 
vorwiegend Positionen unterhalb der 
Managementebene zu besetzen gi lt. 
Diese Assistentlnnen, Vertriebsmitar­
beiterinnen oder (Export-)Sachbear­
beiterlnnen sollen in Zusammenhang 
mit Unternehmensaktivitäten in  Ost­
und Südosteuropa vor allem adminis­
trative und organisatorische Agenden 
übernehmen sowie Vertriebs- bzw. 
Geschäftsleiterinnen unterstützen .  
Zur Ausübung dieser Aktivitäten wird 
hauptsächlich eine abgeschlossene 
kaufmännische Ausbildung bzw. ein 
HAK- oder HASCH-Abschluss gefor-
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32. Jahrgang (2006), Heft 4 
dert. Bei den seltener nachgefragten 
kaufmännischen Leitungspositionen, 
die Aktivitäten wie die Erschließung 
neuer Vertriebskanäle in Osteuropa, 
den Aufbau von Kundenkontakten 
und die Mitwirkung beim Struktur- und 
Organisationsaufbau umfassen,  wird 
mindestens eine abgeschlossene 
kaufmännische Ausbildung oder ein 
Universitätsabschluss als Qual ifikati­
onsniveau vorausgesetzt. 
Bei den technischen Berufen,  die ins­
gesamt deutlich weniger gefragt sind, 
steht auch der (technische) Vertrieb 
bzw. die Kundenbetreuung im Vorder­
grund. H ier besteht ebenfalls ein et­
was größerer Bedarf nach technischen 
Mitarbeiterinnen als nach technischen 
Leiterinnen. Auf beiden Ebenen wer­
den überwiegend Personen gesucht, 
die eine technische Ausbildung (min­
destens eine HTL) abgeschlossen 
haben. Bei den analysierten Leitungs­
positionen sind teilweise auch explizit 
Technikerinnen mit Universitätsab­
schluss gefragt. Im Bereich der Bau­
wirtschaft besteht ebenfalls vor allem 
Nachfrage nach Personal, das einen 
HTL-Abschluss vorweisen kann,  da 
vor allem Bau- und Projektleiterinnen 
gesucht werden, die die Bauvorhaben 
in  Osteuropa planen, betreuen und 
abwickeln können. Bei den weniger 
nachgefragten juristischen Positionen 
in Zusammenhang mit grenzüber­
schreitenden Aktivitäten wird auf den 
Abschluss eines Rechtsstudiums Wert 
gelegt. 
Die Unternehmen stellen somit bei 
der Besetzung von Schnittstellenpo­
sitionen im Allgemeinen hohe Anfor­
derungen an potenzielle Arbeitneh­
merinnen hinsichtlich der gewünschten 
formalen Qualifikationen. Eine Ge­
genüberstellung dieser Nachfrage mit 
dem in Wien verfügbaren Arbeitskräf­
teangebot zeigt allerdings eine man-
        

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