Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft dies in Zusammenarbeit mit der jewei­ ligen Interessenvertretung erfolgen und insbesondere auf Unternehmerinnen fokussieren, die bereits internationale Verflechtungen aufweisen. Des Weiteren sollten derartige Sen­ sibilisierungsprogramme an Akteure der Arbeitsmarktpolitik (z. B. AMS - Stichwort: Übereinstimmung von An­ gebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt) und des Bildungswesens (schulische und außerschulische Aus- und Wei­ terbildung, die auf Migrantlnnen aus­ gerichtet ist oder einen hohen Migran­ tlnnenanteil aufweist) gerichtet sein . Derartige Maßnahmen könnten dazu beitragen, eine "passgenauere" Quali­ fikation bzw. Vermittlung der Personen mit Migrationshintergrund zu gewähr­ leisten, indem auf die Kompetenzen, Potenziale und Bedürfnisse dieser Kundengruppe genauer eingegangen wird und gleichzeitig eine Orientierung an den Anforderungen der Unterneh­ men erfolgt. Um generell die Transparenz am Arbeitsmarkt in diesem speziellen Segment zu erhöhen, wären auf Un­ ternehmen und/oder Arbeitskräfte ausgerichtete Maßnahmen zur Unter­ stützung des Matching- und Rekrutie­ rungsprozesses vorteilhaft. Unterneh­ men könnten etwa durch detail l ierte Anforderungs- bzw. Qualifikationspro­ file (mit möglichem Fokus auf Bran­ chen mit starker Außenwirtschafts­ verflechtung) bei der Erstellung von Stellenausschreibungen unterstützt werden. Maßnahmen, um vor allem Personal suchenden KMU konkrete Unterstützung zu bieten, wären z. B. Muster für Stelleninserate, Leitfäden für Bewerbungsgespräche oder zur Be­ wertung/Einschätzung der Qualifikati­ onen/Ausbildungen im Ausland sowie rechtl iche Beratung über die Einsatz­ möglichkeiten von ausländischen Ar- 552 32. Jahrgang (2006), Heft 4 beitskräften. Eine Voraussetzung, um den Anpassungsprozess zu verbes­ sern, ist auch, die mentalen Barrieren und Berührungsängste der Unterneh­ merinnen abzubauen. ln diesem Zu­ sammenhang kann beispielsweise der Austausch von bewährten Praktiken beim Einsatz von hoch qualifizierten Migrantlnnen bzw. ein allgemeinerer Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen bzw. den Arbeitneh­ merinnen hi lfreich sein. Ebenso könnten z. B. geförderte Praktika für Jugendliche der zweiten Generation - damit diese in den Unternehmen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Be­ weis stellen können - dazu beitragen, mentale Barrieren zu reduzieren. Personen mit Migrationshintergrund benötigen hingegen Hi lfestellung bei der Darstellung und Vermarktung ih­ rer eigenen Fähigkeiten. ln diesem Zusammenhang könnten Aktivitäten h i lfreich sein , die z. B. durch das Auf­ zeigen von Rollenvorbildern Personen mit Migrationshintergrund zur verstärk­ ten aktiven Beschäftigung mit ihren in­ terkulturellen Kompetenzen motivieren und sie bei der Vermarktung dieser Fä­ higkeiten (z. B. spezielle Bewerbungs­ trainings) am Arbeitsmarkt unterstüt­ zen. Konkrete Unterstützung kann Arbeit suchenden Personen mit Mig­ rationshintergrund beispielsweise bei Ansuchen um Arbeitsgenehmigungen, im Bereich der Nostrifizierung, bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen sowie durch die Förderung der persön­ lichen bzw. sozialen Netzwerkkontakte (wobei ein Fokus auf die am häufigs­ ten nachgefragten Ostsprachkompe­ tenzen oder die Außenwirtschaftsin­ tensität gelegt werden könnte) geboten werden. Zur Identifikation potenzieller Ar­ beitgeber und Arbeitnehmerinnen er­ scheint auf Grund der - sowohl bei

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