Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2006 Heft 4 (4)

32. Jahrgang (2006), Heft 4 
und der darin involvierten kleinen und 
mittleren Unternehmungen sowie regi­
onalen Entwicklungskonzepten kommt 
dabei hohe Bedeutung zu. Die Koope­
ration zwischen Wirtschaft und Land­
wirtschaft wird wesentlich verstärkt. 
• Die Sicherung unserer natürlichen 
Lebensgrundlagen mit einer nachhal­
tigen Strategie bedarf einer gesunden 
Landwirtschaft. Ihre Chancen liegen in 
einer qual itativ höchstwertigen Nah­
rungsmittelproduktion, welche auch 
verstärkt international zu vermarkten 
ist. Die Land- und Forstwirtschaft wird 
in Zukunft einen großen Beitrag in der 
Bereitstellung von nachwachsenden 
Rohstoffen und Bioenergie leisten. 
Der ländliche Raum in Österreich ist 
ein attraktiver Standort für Tourismus 
und Erholung und bietet gute Erwerbs­
möglichkeiten in der Zusammenarbeit 
von Wirtschaft und Landwirtschaft. 
• ln den kommenden zehn Jahren ste­
hen zehntausende Betriebe zur Be­
triebsnachfolge an.  Hunderttausende 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind 
davon betroffen. Betriebsnachfolge 
und Betriebsgründung wird daher von 
Seiten der Sozialpartner ein erhöhter 
Stellenwert in der Begleitung zuge­
messen. 
• Die Sicherung weltbester Gesund­
heits- und Sozialstandards ist gemein­
sames Ziel. Die Organisation soll wei­
terhin durch Selbstverwaltung und die 
Finanzierung solidarisch erfolgen. 
• Die Sozialpartner werden auf euro­
päischer Ebene ihre Zusammenarbeit 
verstärken. Wenn Europa eine Her­
zensangelegenheit für seine Bürger 
sein wil l ,  muss es nicht nur ein Europa 
der Märkte, sondern auch ein Europa 
der Menschen sein .  
• Ein wesentlicher Teil unseres Wohl­
standes wird außerhalb der Grenzen 
Österreichs verdient. Die Sicherung 
und der Ausbau der internationalen 
Wirtschaft und Gesellschaft 
Wettbewerbsfähigkeit sowie die Be­
gleitung unserer Betriebe auf nicht­
österreichische Märkte sind daher 
wesentliche Sozialpartner-Aktivitäten .  
• Globalisierung soll nicht nu r  globa­
len Wettbewerb, sondern auch globale 
Solidarität ermöglichen. Eine globale 
Sozialpartnerschaft, die ein globales 
Ethos im Sinne einer gemeinsamen 
sozialen Verantwortung mitentwickelt, 
auf gerechten Handel setzt, einen glo­
balen Marshall-Plan unterstützt und 
die Sozialpartnerorganisation IAO ( In­
ternationale Arbeitsorganisation) ein­
bezieht, soll angestrebt werden und 
besondere Österreichische Entwick­
lungsimpulse erhalten. 
Instrumente 
Die Sozialpartner sind bereit, ihren 
Beitrag zu einer Strategie der Vollbe­
schäftigung durch Wirtschaftswachs­
tum zu leisten. Eine der Grundlagen 
für diese Strategie wird das vom WIFO 
im Herbst 2006 vorzulegende "Weiß­
buch" sein ,  das die Sozialpartner als 
Kompass für ihre Arbeit heranziehen. 
Danach wird es periodische Evalu­
ierungen geben, mit denen das WIFO 
oder der Beirat für Wirtschafts- und 
Sozialfragen beauftragt werden. 
ln den Bereichen, in denen die So­
zialpartner im Rahmen der sozialen 
Selbstverwaltung tätig sind, bekennen 
sie sich zu einem partnerschaftliehen 
Konsens bei allen Entscheidungen. 
Sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer 
dies in einzelnen Fällen nicht bewerk­
stelligen können, werden die jeweils 
zuständigen Sozialpartnerspitzen als 
Mediatoren tätig. 
Mindestens zweimal im Jahr tagt die 
Präsidentenrunde, die jeweils strate­
gische Entscheidungen vornehmen 
wird. Mindestens viermal im Jahr tagt 
die Generalsekretärerunde, um ope-
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