Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2011 Heft 1 (1)

Wirtschaft und Gesellschaft 37. Jahrgang (2011), Heft 1
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5   Vgl. auch Clarke (2009) sowie Bateman, Hirai und Marcuzzo (Hrsg., 2010).
6   Blinder (1987) 130 und 136.
7   Schon Keynes (1936, S. 383) bemerkte: „the ideas of economists and political philo-
sophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than 
is generally understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who 
believe themselves to be quite exempt from any intellectual influences, are usually 
the slaves of some defunct economist.“ Sachs betont zu Recht, dass die erwähnten 
einflussreichen Ökonomen keineswegs verblichen sein müssen, sondern ganz im Ge-
genteil äußerst lebendig und erfolgreich sein können.
8   Sachs (2009) 4f.
9   Es darf daran erinnert werden, dass es Phelps war, der zusammen mit Milton Friedman 
und Robert Lucas das „Say‘sche Gesetz“ in der Makroökonomik wiederauferstehen 
ließ. Zu den verschiedenen Deutungen des Say‘schen Gesetzes in der klassischen 
und der neoklassischen Ökonomik siehe Abschnitt 3. Man würde gerne wissen, was 
eine wachsende Zahl von führenden Vertretern der konventionellen Ökonomik (wie 
Posner, Phelps oder Sachs) dazu bringt, ihre Kritik zu äußern, und vor allem, wohin 
diese ihre Kritik führen mag. Die Zukunft wird es zeigen.
10   Siehe auch Phelps’ Interview in der Weihnachtsausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ 
(24.-27. Dezember 2009) 19. Der weitverbreitete Mythos, die Etablierung der moder-
nen kapitalistischen Marktwirtschaft sei mit einem schrittweisen Rückzug des Staates 
sowie der staatlichen Interventionen seit der Industriellen Revolution einhergegangen, 
wird von dem Wirtschaftshistoriker Lars Magnusson überzeugend widerlegt. Er zieht 
folgenden Schluss: „It is not a spontaneous order of self-interested indi viduals which 
emerge[s] as a consequence of the abolition or reform of the regulatory system, but 
rather new forms of governance and regulations which also, so it seems, are better 
able to do the job of achieving modern economic growth and the establishment of in-
dustry. Instead of shrinking in size and importance, we can see a more powerful state 
emerging during the 19th century“ (Magnusson (2009) 145).
11   Henderson (2005).
12   Die wahrlich interessante Frage wäre jedoch, wie es gelingen konnte, jene akademi-
schen Standards zu etablieren, die in den letzten Jahrzehnten einen in sich geschlos-
senen Kreis in Makroökonomik und Finanzökonomik geschützt haben. Man kann nur 
hoffen, dass über kurz oder lang eine Soziologie der Ökonomik entwickelt wird, die die 
externen Anreize und internen Mechanismen identifiziert, welche zur beobachteten 
Machtanhäufung innerhalb der Disziplin geführt haben.
13   Leontief (1971).
14   Wie Keynes bereits anmerkte, findet man die Fehler der orthodoxen Ökonomik „not in 
the superstructure, which has been erected with great care for logical consis tency, but 
in a lack of clearness and generality in the premisses“. In diesem Zusammenhang mag 
es auch interessieren, dass einer der Begründer der mathematischen und empirischen 
Ökonomie, Johann Heinrich von Thünen (1783-1850), darauf bestand, dass die Öko-
nomik von realistischen Annahmen ausgehen müsse, wolle sie nicht das Schicksal der 
Schneider von Laputa in Johnathan Swifts „Gullivers Reisen“ erleiden: Indem sie eine 
problematische Annahme auf die andere türmten, führte ihr Weg direkt in den Wahn-
sinn. Zu Thünens methodologischer Grundhaltung vgl. Kurz (2009) 144f.
15   Es sei in Erinnerung gerufen, dass Nobelpreisträger Sir John Hicks (1969) starke 
Zweifel daran hatte, die Ökonomik sei eine „Wissenschaft“. Er war der Ansicht, man 
sollte sie besser als „Disziplin“ bezeichnen.
16   Hier sei verwiesen auf eine Aussage von Ilya Prigogine (2005) 69: „In all fields, whe-
ther physics, cosmology or economics, we come from a past of conflicting certitudes 
to a period of questioning, of new openings. This is perhaps one of the characteristics
        

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