Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2012 Heft 1 (1)

wirtschaftliche Wachstum und den Strukturwandel, damit verbundene
Beschäftigungswirkungen ebenso wie Änderungen im gesamtwirtschaftli-
chen Innovations- und Investitionsverhalten, die Entwicklung auf den rele-
vanten Rohstoffmärkten oder auch die Auswirkungen auf das staatliche
Budget, um nur einige Aspekte zu nennen. Aufgrund des Tatbestands,
dass bislang noch keine Studien vorliegen, welche die gesamtwirtschaftli-
chen Auswirkungen der Elektromobilität umfassend beleuchten, werden
nachfolgend lediglich einige wichtige makroökonomische Aspekte schlag-
lichtartig hervorgehoben und diskutiert.
4.1 Zukünftiges Investitionsverhalten im Automobilsektor
einschließlich komplementärer Produktkomponenten
Mit Blick auf den Automobilsektor als einer der volkswirtschaftlichen
Schlüsselbranchen in Deutschland wie in Österreich kann gegenwärtig
weder der Nachfrage der Kunden noch der technischen Entwicklung eine
eindeutige Richtung für das Investitionsverhalten entnommen werden. So
gehen etwa aktuelle Studien für Deutschland32 davon aus, dass auch
2020 noch mehr als 95% der Autos durch einen Verbrennungsmotor
angetrieben werden. Dieser Marktanteil treibstoffbetriebener Fahrzeuge
soll – so die entsprechende Prognose – auch bis 2030 lediglich auf 87%
zurückgehen. Für Österreich sehen die Zukunftsprognosen nicht anders
aus.33 Zwar zählt Deutschland gegenwärtig – neben den USA, Frankreich,
China und Japan – zu jenen Ländern, die im Bereich der Elektromobilität
weltweit als führend gelten, wenn man die Messergebnisse des „Electric
Vehicle Index“34 zugrunde legt. Die vierteljährlich erhobenen Daten, die
den Entwicklungstand der Elektromobilität verschiedener Länder erfassen
und die sowohl Indikatoren zur Nachfrage und Nutzung als auch zur Pro-
duktion von reinen Elektroautos ebenso wie Hybridautos umfassen, zei-
gen aber auch, dass Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern in
der Spitzengruppe an Vorsprung verliert. Österreich taucht demgegen-
über nicht unter den zwölf führenden Nationen im Bereich Elektromobilität
auf, zu der – zusätzlich zu den bereits genannten – auch Länder wie Ita-
lien, Südkorea, Dänemark, Großbritannien, Portugal, Spanien und Irland
gehören.
Grundsätzlich gilt für Deutschland wie für Österreich, dass Investitionen
der Automobilhersteller in die Elektromobilität mit einem nicht unerhebli-
chen unternehmerischen Risiko verbunden sind. Diese Unsicherheit ver-
stärkt sich noch dadurch, dass sich selbst innerhalb der Alternativantriebe
zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine überlegene Variante abzeich-
net. Die Hersteller schwanken vielmehr zwischen verschiedenen Formen
von Antriebstechnologien, zu denen vor allem der Hybridantrieb, der Elek-
troantrieb mit einem kleinen Verbrennungsmotor zur Verlängerung der
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38. Jahrgang (2012), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft
        

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