Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 2 (2)

Abbildung 1: Der Anteil an Mehrweggetränkegebinden in Österreich
im Zeitverlauf
Quellen: MEHRWEG-AG 2010; eigene Darstellung.
Vorteile an Bequemlichkeit verwiesen, die durch das geringere Gewicht
von Plastikverpackungen entstehen. Zivilgesellschaftliche Organisationen
halten dieser Argumentation entgegen, dass dieser Rückgang durchaus
angebotsseitig vorangetrieben wird – etwa durch gänzliche Streichung
entsprechender Angebote, die Einschränkung von Rückgabemöglichkei-
ten oder die relativ schlechtere Platzierung der Produkte in den Verkaufs-
regalen.46 Insgesamt ergibt sich also ein Bild, in dem die Rücknahme re-
gulatorischer Vorgaben dem Handel neue Spielräume eröffnet, die zur
Rationalisierung, also in diesem Fall zum Rückbau der Mehrwegkapazitä-
ten, genutzt werden. Dieses Vorgehen wird nach außen mit dem schon
bekannten Bild des „autonomen Konsumenten“ gerechtfertigt.
Dabei taugt der Fall der Getränkegebinde nicht nur zur Illustration der
Wirksamkeit regulatorischer Vorgaben im Sinne ökologischer Ziele, son-
dern auch zur Diskussion der technischen Schwierigkeiten und methodi-
schen Probleme, die mit derartigen Vorgaben in Verbindung stehen. So ist
der öko-bilanzielle Status verschiedener Verpackungssysteme nicht im
Vorhinein klar, da neben der Müllvermeidung auch noch andere Aspekte
berücksichtigt werden müssen. Wesentliche und unstrittige Ergebnisse
dieser Diskussion sind (a) die relative ökologische Vorteilhaftigkeit von
Glas-Mehrweg gegenüber Glas-Einweg und Metall-Einweg sowie (b) die
Vorteilhaftigkeit von PET-Mehrweg gegenüber PET-Einweg. In den meis-
ten diesbezüglichen Untersuchungen erscheint die PET-Mehrwegflasche
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Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2
        

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