Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2013 Heft 3 (3)

päischen relativ ähnlich mit einigen Ausnahmen: In Nordeuropa führt ein
ähnliches Ausbildungsniveau nicht in allen Ländern zu einer höheren
Wahrscheinlichkeit, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden –
diesen Effekt sehen wir nur in Norwegen. Während in Finnland das Vor-
handensein einer Hausfrau die Wahrscheinlichkeit, Entscheidungen zu-
sammen zu treffen, verringert, gibt es in Schweden und Norwegen dazu
keinen Effekt. Interessanterweise ist auch eine einfache finanzielle Situati-
on in Dänemark positiv damit korreliert, die Entscheidungen gemeinsam
zu treffen, während es in den anderen nordeuropäischen Ländern hierzu
keine Signifikanz gibt.
Der Zusammenhang zwischen unseren Variablen und der Wahrschein-
lichkeit, Entscheidungen im Allgemeinen eher zusammen zu treffen, ist in
Süd- und Osteruropa deutlich anders als in den bisher beschriebenen
Ländergruppen: Im mediterranen Typus wirken die Faktoren legaler Be-
ziehungsstatus, Leben in der Stadt ebenso wie Leben am Land (beide im
Vergleich zu kleinen Städten) und ein relativ geringer Einkommensunter-
schied positiv darauf, die Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Auf der
anderen Seite entscheiden Paare weniger gemeinsam, wenn es eine
Hausfrau im Haushalt gibt, wenn die finanzielle Situation leicht oder
schwierig (jeweils im Vergleich zu normal) ist und je länger die Beziehung
dauert – mit Ausnahme von Italien, wo mit zunehmender Beziehungslänge
eher gemeinsam entschieden wird. Die anderen Faktoren sind nicht statis-
tisch signifikant.
Die Ergebnisse für Osteuropa sind diesen Ergebnisse ähnlich, wobei es
etwas weniger statistisch signifikante Ergebnisse gibt. Auch hier wird eher
gemeinsam entschieden, wenn die Beziehung einen legalen Status hat,
man außerhalb einer Kleinstadt (also am Land oder in Großstädten) lebt
und der Einkommensunterscheid relativ gering ist. Das Vorhandensein
einer Hausfrau sowie nicht-normale finanzielle Situationen (also einfache
oder schwierige) bedingen, dass die Entscheidungen eher getrennt getrof-
fen werden. In Osteuropa sind Paare mit gleichem Ausbildungsniveau die-
jenigen, die am ehesten gemeinsam entscheiden, womit diese Variable
nur in Südeuropa keine signifikante Rolle spielt. Ein geringer Altersunter-
schied ist nicht in allen osteuropäischen Ländern statistisch signifikant,
wenn er es jedoch ist, dann zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit
einer gemeinsamen Entscheidungsfindung. Das Vorhandsein von Kin-
dern hat unterschiedliche Effekte in unterschiedlichen Ländern: In Ungarn
findet sich ein positiver, in Rumänien eine negativer Zusammenhang mit
gemeinsamen Entscheidungen, im Rest gibt es keine statistische Signifi-
kanz.
Zusammenfassend sehen wir auch hier interessante Gemeinsamkeiten
und Unterschiede zwischen den europäischen Ländern. Fast in allen Län-
dern – abgesehen von Südeuropa – werden Entscheidungen eher ge-
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Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 3
        

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