Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2016 Heft 4 (4)

Wirtschaft und Gesellschaft

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42. Jahrgang (2016), Heft 4

Transfers, noch mehr aber jede Beeinflussung der Verteilung der
Primäreinkommen etwa durch kollektivvertragliche Lohnpolitik
oder staatliche Regulierung würde deshalb helfen, die säkulare
Nachfrageschwäche zu überwinden. Vor allem müsste es darum
gehen, die Vermögenseinkommen, die primär an der absoluten
Spitze der Verteilung anfallen, überwiegend gespart und risikoreich
auf den spekulativen Finanzmärkten veranlagt werden, einzudämmen und zugunsten der breiten Masse der Bevölkerung umzuverteilen.
Schließlich dürfen die Keynes’schen Mahnungen aus den frühen
1930er-Jahren zur menschlichen Nutzung des hohen technologiebedingten Wohlstandes nicht ungehört verhallen. Das Niveau des
wirtschaftlichen Wohlstandes ist im Durchschnitt heute in den Industrieländern so hoch, dass gerade in stagnativen Phasen viel mehr
über die Form seiner gesellschaftlichen Nutzung debattiert werden
muss, noch dazu wo die ökologischen Grenzen des Material- und
Ressourcenverbrauchs sowie des Schadstoffausstoßes dies ohnehin nahelegen. Die Nutzung des Produktivitätsfortschritts in vermehrter Freizeit, der Ausbau sozialer Dienstleistungen im Rahmen
des Sozialstaates, die Besteuerung von Vermögensbeständen und
-übertragungen sowie umweltschädlicher Produktion und ebensolchen Verbrauchs zugunsten der steuerlichen Entlastung der Arbeitseinkommen wären Elemente einer Strategie, die selbst bei geringerem Wachstum der Wirtschaft ein gutes Leben für alle
Menschen ermöglichen würde.
        

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