Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2017 Heft 2 (2)

Unternehmen, die ca. zwei Millionen ArbeitnehmerInnen beschäftigen. Im
Mittelpunkt dieser Erhebung stehen unter anderem die Weiterbildungs-
strategien der Unternehmen, die daraus resultierenden Kosten und mögli-
che Weiterbildungshemmnisse weiterbildungswilliger Unternehmen.18
Die derzeit aktuellen Daten stammen aus dem CVTS 4 für das Berichts-
jahr 2010 und ermöglichen eine Analyse der Weiterbildungstätigkeiten in
Österreich.19 Eine Auswertung der Daten zeigt, dass knapp 87% der un-
tersuchten österreichischen Unternehmen 2010 in betriebliche Weiterbil-
dung investiert haben. Dies ist eine Steigerung gegenüber 2005 (CVTS 3),
wo nur 81% der Unternehmen ihre Beschäftigten weitergebildet haben.
Des Weiteren variiert der Anteil der weiterbildungsaktiven Unternehmen
nach Beschäftigtengrößenklasse: Die Quoten liegen bei 85% (10-49 Be-
schäftigte), 96,1% (50-249 Beschäftigte) und 99,3% (250 und mehr Be-
schäftigte). Der größte Anstieg von Weiterbildungsaktivitäten war bei den
Dienstleistungsunternehmen zu finden. In beiden Erhebungsjahren nahm
ungefähr ein Drittel aller Beschäftigten in Österreich an Kursen im Rah-
men betrieblicher Weiterbildung teil.20
Die Weiterbildungsquote variiert zwischen den Wirtschaftsklassen sehr.
Alle untersuchten Finanzdienstleistungsunternehmen waren 2010 weiter-
bildungsaktiv, ebenso fast alle Unternehmen in den Bereichen der Ener-
gie- und Wasserversorgung (98%), Kraftfahrzeughandel, Fahrzeugbau,
Realitätenwesen und andere Dienstleistungen (jeweils 96%). Die gering-
sten Weiterbildungsquoten hatten die Branchen Beherbergung und Ga-
stronomie (70%), Nahrungsmittelerzeugung (78%), Holzgewerbe (80%)
und Verkehr (80%).21
Die Belegschaftsvertretung (Betriebsrat) ist bei 12% der Unternehmen in
den Managementprozess zur betrieblichen Weiterbildung eingebunden.
Den meisten Einfluss hat sie auf die Themen und Arten der Weiterbildun-
gen, aber auch auf die Kriterien, welche ArbeitnehmerInnen teilnehmen
sollten.22 Österreichische Unternehmen, für die kollektivvertragliche Be-
stimmungen zur Weiterbildung gelten oder die dies zumindest annehmen,
investieren eher in Weiterbildung als andere Unternehmen.23
64% der Unternehmen ermitteln regelmäßig den Weiterbildungsbedarf
ihrer Beschäftigten. Dafür werden hauptsächlich strukturierte Gespräche
mit den MitarbeiterInnen durchgeführt und dabei meist die Aufgaben und
Tätigkeiten sowie die Fähigkeiten der Beschäftigten analysiert. Tenden-
ziell steigt die Häufigkeit dieser Bedarfsermittlungen mit der Größe des je-
weiligen Unternehmens. Die Vermittlung von technischen, praktischen und
aufgabenspezifischen Fähigkeiten wurde von 69% der weiterbildungsakti-
ven Unternehmen gewählt. Jeweils 40% der Unternehmen schulten ihre
Beschäftigten in den Bereichen „Zusammenarbeit im Team“ und „Kunden-
betreuung“. Weiterbildungen zu den Themen „Management“ und „IT für
NutzerInnen“ wurden von je 35% der Unternehmen angeboten.24
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43. Jahrgang (2017), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft
        

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