Full text: Wirtschaft und Gesellschaft - 2017 Heft 2 (2)

Aus diesem Grund erwarten wir für diese Branchen auch mehr Bestim-
mungen zur Weiterbildung in den Kollektivverträgen. In Deutschland ge-
hört insbesondere das Baugewerbe zu jenen Branchen, welche wenig
weiterbilden, weshalb wir hier auch für Österreich wenige Bestimmungen
vermuten.
5.1 Auswahl der Kollektivverträge
Wir untersuchen die Rahmenkollektivverträge der einzelnen Branchen
und – wenn vorhanden – auch die Zusatzkollektivverträge, die sich mit
Weiterbildung beschäftigen. Die ausgewählten Kollektivverträge gehören
zu den nach ÖNACE-Klassifikation eingeteilten Wirtschaftsklassen
• Herstellung von Waren (C),
• Energieversorgung (D),
• Bau (F),
• Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (G),
• Beherbergung und Gewerbe (I),
• Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (K) oder
• Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (S),
um einen Vergleich mit den Ergebnissen des CVTS 4, welche ebenfalls
nach Wirtschaftsklassen gegliedert sind, zu ermöglichen. Zusätzlich be-
trachten wir auch das Gesundheits- und Sozialwesen (Q), für das aber im
Rahmen des CVTS 4 keine Daten erhoben wurden.
Die untersuchten Kollektivverträge stammen aus der Datenbank des
ÖGB-Verlags und umfassen sowohl die Verträge der ArbeiterInnen als
auch jene der Angestellten. Insgesamt werden rund 2 Mio. der ca. 3,5 Mio.
unselbstständig Beschäftigten in Österreich47 von den untersuchten Kol-
lektivverträgen erfasst, das sind rund 57%.
5.2 Wortfrequenz
Eine Betrachtung der am häufigsten vorkommenden Wörter in den Kol-
lektivverträgen ist dabei behilflich, einen ersten Eindruck zu gewinnen. Für
die Kollektivverträge der ausgewählten Wirtschaftsklassen der Jahre 2006
bis 2016 erstellen wir eine Rangliste der Wörter, die am häufigsten vor-
kommen. Um die Häufigkeit der Nennung von Weiterbildung sinnvoll er-
mitteln zu können, werden bei der Analyse der Wortfrequenz Verben, Ad-
jektive, Artikel, Bindewörter, Zahlen, Satzzeichen usw. aussortiert, sodass
nur Hauptwörter einbezogen werden. Die männlichen und weiblichen Ver-
sionen einiger Wörter (z. B. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin), verschie-
dene grammatikalische Fälle (z. B. Angestellte und Angestellten) und Syn-
onyme (z. B. ArbeitgeberIn und DienstgeberIn) werden gemeinsam aufge-
nommen, damit die quantitativ wichtigsten Themen geeignet dargestellt
werden können.
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43. Jahrgang (2017), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft
        

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