Volltext: Wirtschaft und Gesellschaft - 2018 Heft 2 (2)

ten, wenn auch vielleicht über Presseaussendungen) Fakten des Buches
zu referieren. Innerhalb jener Gruppierung, die explizit Ungleichheit be-
wertet, ergibt sich ein mehrheitliches Plädoyer in Richtung einer Proble-
matisierung des ökonomischen und gesellschaftlichen Tatbestandes der
Ungleichheit.
In der vierten und letzten Gruppe finden sich Positionen, die – ohne wei-
tere Bewertungen – einige der von Piketty erhobenen Daten replizieren
und eventuell auf einige seiner Schlussfolgerungen eingehen.
Zur Frage der Autorenschaft: Knapp 80% der Beiträge (262 an der Zahl)
wurde von JournalistInnen verfasst; von den verbleibenden 20% ist ein
Großteil der Zunft der ÖkonomInnen zuzurechnen. Bemerkenswert ist
weiters, dass die hier untersuchte Thematik durchaus männlich konnotiert
zu sein scheint: Über 80% der Artikel weisen männliche Verfasser aus.
Tabelle 2 verweist auf ein wichtiges Differenzkriterium in der Bewertung
von Ungleichheit und der Frage, welche, und ob überhaupt, Politikmaß-
nahmen daraus zu folgen haben. Während es insgesamt 108 (32%) Arti-
kel sind, in denen Ungleichheit als Problem erkannt wird, ziehen lediglich
59 die Schlussfolgerung, dass konkrete Umverteilungsmaßnahmen zu
treffen seien, während weitere 51 sich gegen derartige Vorgehensweisen
seitens der Politik aussprechen und 47 als neutral klassifiziert werden kön-
nen. 176 nehmen keine explizite Stellung ein. Im Gegensatz zur Debatte
Tabelle 2: Anzahl der Zeitungsartikel und deren Stellung
zu Ungleichheit und Umverteilungsmaßnahmen,
Zeitraum März 2014 bis März 2015
S
u
m
m
e
G
B
R
IR
L
D
E
U
A
U
T
B
ef
.U
M
A
b
l.
U
M
U
M
n
e
U
M
n
g
Anzahl der Zeitungsartikel 329 118 60 76 75 55 51 47 176
UG Problem 108 41 24 22 21 29 9 24 46
UG kein Problem 45 11 1 11 22 0 27 2 16
UG neutral 19 7 2 5 5 2 4 6 7
UG keine Bewertung 157 59 33 38 27 24 11 15 107
Bef. UM 55 19 17 12 7
Abl. UM 51 10 7 17 17
UM ne 47 14 13 12 8
UM ng 176 75 23 35 43
UG Problem sehen in Ungleichheit ein Problem
UG kein Problem sehen in Ungleichheit kein Problem
UG neutral sehen Ungleichheit neutral
UG keine Bewertung nehmen keine Bewertung vor
Bef. UM befürworten Umverteilungsmaßnahmen
Abl. UM lehnen Umverteilungsmaßnahmen ab
UM ne sind neutral gegenüber Umverteilungsmaßnahmen
UM ng nennen keine Umverteilungsmaßnahmen
198
Wirtschaft und Gesellschaft 44. Jahrgang (2018), Heft 2
        

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