Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
- 111 -  
Unterschiede zwischen den einzelnen Untergruppen mit Belastung (körperlich, psychisch, doppelte 
Belastungen) sind aber nicht groß genug, bzw. im Verhältnis zu den errechneten Standardfehlern zu 
klein, um statistisch signifikant zu sein. Infolge der geringen Fallzahlen von Personen mit 
krankheitsbedingten Fehlzeiten, wurde an dieser Stelle deshalb auch von einer weiteren 
Untergliederung der Ergebnisse nach Alter oder Geschlecht abgesehen. 
Insgesamt waren 2,4 % der unselbständig Beschäftigten infolge einer Erkrankung oder eines anderen 
gesundheitlichen Problems in der Referenzwoche nicht durchgehend an ihrem Arbeitsplatz (die 
tatsächliche Arbeitszeit in der Referenzwoche lag unter der Normalarbeitszeit). Isoliert man jene 
Beschäftigten, die im Sondermodul der Befragung keine einzige Belastung am Arbeitsplatz nannten, 
dann lag die errechnete Krankenstandsinzidenz, das heißt die Wahrscheinlichkeit in der 
Referenzwoche in Krankenstand zu sein, mit 1,4 % niedriger (siehe Übersicht 4.4). Unter den Personen 
mit mindestens einem Belastungsfaktor lag die Quote der Arbeitskräfte mit krankheitsbedingten 
Fehlzeiten mehr als doppelt so hoch, bei 3,2 %. Wie Übersicht 4.4 entnommen werden kann, zeigt sich 
auch hier, dass Personen die sowohl körperlichen als auch psychischen Belastungen ausgesetzt waren, 
mit 3,6 % die höchste Wahrscheinlichkeit aufwiesen, in der Referenzwoche im Krankenstand zu sein. 
Übersicht 4.4: Krankenstandsinzidenz (Anwesenheit am Arbeitsplatz in der Referenzwoche) der 
unselbständig Beschäftigten im Alter von 15-64 Jahren in Zusammenhang mit Belastungsfaktoren 
  Belastung 
  
keine  mindestens 1 nur psychisch nur körperlich Doppel 
  In % 
Normal gearbeitet 76,3 74,9 74,2 76,9 73,1 
Abwesenheit (nicht wegen Krankheit) 22,3 21,9 22,9 20,0 23,3 
Krankenstand 1,4 3,2 2,8 3,1 3,6 
            
Summe 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen 
Betrachtet man nicht die Inzidenz von Fehlzeiten, also den prozentuellen Wert der Personen mit 
Abwesenheit gemessen an der Grundgesamtheit aller Beschäftigten, sondern das Ausmaß an verloren 
gegangener Arbeitszeit (gemessen als Differenz zwischen der Normalarbeitszeit und den in der 
Referenzwoche tatsächliche gearbeiteten Stunden), dann ging bei den Personen ohne Belastung 1,4 % 
der Arbeitszeit verloren, bei den Personen mit ausschließlich körperlichen oder psychischen 
Belastungen 2,7 bzw. 2,6 %; im Fall von Doppelbelastungen waren es 3,5% (diese Werte sind nicht in 
der Übersicht enthalten).  
Auch in einer multivariaten Betrachtung, hier wiederum anhand eines einfachen Modells zur 
Bestimmung der Krankenstandswahrscheinlichkeit, findet der Zusammenhang zwischen der Prävalenz 
von Belastungsfaktoren und der krankheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsplatz Bestätigung. So 
wie in den Abschnitten 3.2 und 3.3) wird auch in diesem Fall eine logistische Regression geschätzt und 
deren Ergebnisse in Form von Risk Ratios (Risikoquotienten) ausgewiesen. Als abhängige Variable 
dient in diesem Fall die im Standardmodul der Arbeitskräfteerhebung erfasste Information zu 
krankheitsbedingten Fehlzeiten in der Referenzwoche (dichotom mit ja/nein kodiert). Angesichts der 
geringen Anzahl von Beschäftigten, die einen so definierten Krankenstand verzeichneten (2,4% aller 
unselbständig Beschäftigten), wurde in diesem Fall eine geringe Anzahl an Kontrollvariablen mit 
einbezogen und von einer nach Geschlecht gesonderten Schätzung abgesehen. Die Ergebnisse zeigen, 
dass die Belastungsmerkmale auch nach Berücksichtigung von Geschlecht, Alter, Bildung und
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.