Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Übersicht 4.6: Anzahl der Arbeitsunfälle unselbständig Beschäftigter im Alter von 15-64 Jahren 
(ohne Wegunfälle) pro Jahr in Zusammenhang mit Belastungen 
  Belastung 
  keine  mindestens 1 nur psychisch nur körperlich doppel 
Gesamt In % 
   kein Unfall 97,4 93,0 96,8 92,0 91,4 
   Unfall 2,6 7,0 3,2 8,0 8,6 
   Summe 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 
Landwirtschaft & Sachgütererzeugung         
   kein Unfall 95,7 90,7 96,9 89,4 89,3 
   Unfall 4,3 9,3 3,1 10,6 10,7 
   Summe 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 
Dienstleistungen         
   kein Unfall 98,0 94,4 96,8 94,2 92,5 
   Unfall 2,0 5,6 3,2 5,8 7,5 
   Summe 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen.  
4.2 Wirkungszusammenhang zwischen Beschäftigung und 
Medikamentenkonsum: empirische Evidenz 
Bisher wurde die Bedeutung von psychischen Belastungen für das Erkrankungsgeschehen eingehend 
beleuchtet. Zur Ergänzung des bisher im Bericht diskutierten Erkrankungsgeschehens wird im 
vorliegenden Abschnitt der Zusammenhang zwischen Beschäftigung und Ausmaß der 
Heilmittelverordnungen diskutiert. Die gemeinsame Betrachtung der Beschäftigten und ihres Konsums 
von Heilmitteln im Allgemeinen und Psychopharmaka im Besonderen, geben einen weiteren Einblick 
in die psychische Belastung der Arbeitswelt. 
Erhebungen (siehe vorhergehende Abschnitte) und Umfragen haben wiederholt gezeigt, dass 
Depressionen, Stress und Angstkrankheiten zu den gesundheitlichen Problemen zählen, die am 
häufigsten von Beschäftigten im Zusammenhang mit ihrer Erwerbstätigkeit erwähnt werden (Dupré, 
2001). Zudem kommen die Folgen von psychischen Problemen mit besonderer Stärke im langfristigen 
Horizont zum Tragen. So sind psychische Erkrankungen bei den österreichischen Männern die 
zweithäufigste und bei den Frauen die häufigste Ursache von Invaliditätspensionen. 
Der Zusammenhang von Medikamentenkonsum und Gesundheitsentwicklung über den Zeitverlauf ist 
besonders in den nordischen Ländern schon länger Gegenstand von empirischen Untersuchungen. In 
diesen Ländern spielt die krankheitsbedingte Inaktivität bzw. der Erwerbsaustritt trotz hoher 
Beschäftigungsquote eine große Rolle. Empirische Arbeiten zeigen den Einfluss von Scheidungen, von 
Witwen- bzw. Witwerstatus und vom Alter auf dem Medikamentenkonsum, wobei die genannten 
Faktoren zu einer Erhöhung des Medikamentenkonsums beitragen. Höhere Bildung reduziert den 
Medikamentenkonsum. Blennow et al. untersuchten bereits 1994 die Konsumation von Beruhigungs- 
und Schlafmittel in Stockholm. Ihre Ergebnisse zeigten, dass Invalidität, Arbeitslosigkeit, Scheidungen 
und Verwitwungen sowie selbständige Erwerbstätigkeit bei Männern mit erhöhtem Konsum solcher 
Arzneimittel verbunden sind.
        

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