Volltext: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 128 - Die Zuordnung der Beschäftigten zu Wirtschaftsklassen gemäß der österreichischen Klassifikation der Wirtschaftszweigsystematik31 war im Jahr 2008 für 96,5 % der unselbständig Beschäftigten vorhanden. Für 96 % der Beschäftigten im Datensatz mit den Medikamenten konnte eine Zuordnung zu den Wirtschaftsklassen gemacht werden. Ein Vergleich zwischen veröffentlichten Daten und dem verwendeten Datensatz zeigt einen guten Erfassungsgrad bzw. eine hohe Übereinstimmung in beinahe allen Wirtschaftsklassen. Einzig die Zuordnung der unselbständig Beschäftigten zu den Bereichen ‚Öffentliche Verwaltung und Verteidigung‘, ‚Erziehung und Unterricht‘ sowie ‚Gesundheits- und Sozialwesen‘ liegt leicht unter den veröffentlichten Daten des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungsträger. Die Unschärfe dürfte durch den Ausschluss der BeamtInnen aus dem verwendeten Datensatz begründet sein. Beschäftigte, die der Wirtschaftsklasse 00 („Sonstiges“) zugeordnet sind, bleiben in der nachfolgenden Analyse unberücksichtigt. Es handelt sich hierbei um rund 21.000 Personen, das sind rund 4,4 % der unselbständig Beschäftigten. Die Unterschiede in den Krankenstandquoten entlang der Geschlechter und des sozialrechtlichen Status finden sich auch in den Heilmittelverordnungen wieder: Drei Viertel der Arbeiterinnen und knapp über zwei Drittel der angestellten Frauen hatten im Jahr 2008 Heilmittelverordnungen. Bei den Arbeitern waren es 62% und bei den angestellten Männern 58%. Den höchsten Anteil hatten dabei die beschäftigten Frauen im Produzierenden Sektor. Der Heilmittelkonsum der Männer unterscheidet sich zwischen den Wirtschaftssektoren weniger stark als bei den Frauen. Übersicht 4.12: Anteil der unselbständig Beschäftigten mit Heilmittelverordnungen und Verordnungen von Psychopharmaka, nach Wirtschaftssektoren Geschlecht, 2008 Arbeiterinnen Arbeiter ArbeiterInnen ang. Frauen ang. Männer Angestellte H ilmitt l nsgesamt L n - d F rstwirtschaft 68,4 54,0 58,5 59,0 51,9 55,1 Produ tio ss ktor 75,9 62,4 64,6 69,3 58,2 62,2 Dien tleistu gssektor 74,8 60,1 67,2 68,7 58,4 65,1 Total 75,1 61,7 65,7 68,8 58,3 64,2 Psychopharmaka Land- und Forstwirtschaft 7,8 4,1 5,2 8,0 4,9 6,3 Produktionssektor 11,1 4,5 5,6 7,2 3,8 5,0 Dienstleistungssektor 11,3 4,8 7,9 7,6 4,7 6,6 Total 11,2 4,6 6,6 7,6 4,3 6,1 % der Beschäftigten mit Verordnungen Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen Der Anteil der Beschäftigten mit Psychopharmakaverschreibungen liegt bei den ArbeiterInnen bei 6,6% und bei den Angestellten bei 6,1 %. Den höchsten Anteil weisen die Arbeiterinnen mit 11,3 % im Dienstleistungssektor und die angestellten Frauen in der Land- und Forstwirtschaft mit 8 % auf. Generell liegt auch hier der Frauenanteil mit Verordnungen deutlich höher als der Männeranteil. Ein genauerer Blick auf den Anteil der Beschäftigten mit Psychopharmakaverordnungen entlang den ausgewählten 20 NACE 1-Stellern bestätigt sowohl die geschlechtsspezifischen Unterschiede als auch die Differenzen zwischen den Wirtschaftszweigen. Obwohl die Anzahl der Beschäftigten in ‚Privaten Haushalten‘ insgesamt gering ist, liegt hier die höchste Anzahl an Verschreibungen vor, rund 12% der Frauen und 10 % der Männer nehmen Psychopharmaka. Am anderen Ende des Spektrums des Psychopharmakakonsums ist der Bergbau; hier ist der Konsum am wenigsten verbreitet. 31 Ö-NACE: Nomenclature générale des activités économiques dans les communautés Européennes

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